Design und Positionierung
Der 2014 eingeführte Porsche Macan (MK2) steht als mittelgroßes SUV unterhalb des Cayenne und verbindet sportliche Gene mit hohem Alltagsnutzen. Mit 4.726 mm Länge fällt er kompakter aus als der große Bruder, wirkt mit breiten Schultern und coupéartiger Dachlinie jedoch dynamischer als viele Konkurrenten. Die markante Front mit großen Lufteinlässen und das durchgehende Leuchtenband am Heck prägen das Erscheinungsbild der modellgepflegten Version. Technisch basiert der Macan auf dem Audi Q5, nutzt aber ein eigenes Fahrwerk und eine spezifische Motorabstimmung, wodurch er sich im Fahrgefühl klar vom Konzernverwandten absetzt. Im Wettbewerbsumfeld trifft er vor allem auf BMW X3 und X4, Mercedes GLC und Audi SQ5 und liegt preislich meist leicht darüber.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum zeigt der Macan eine tiefe, sportliche Sitzposition und sauber verarbeitete Materialien, die den hochwertigen Anspruch unterstreichen. Die Modellpflege brachte ein größeres Touchdisplay, gleichzeitig blieb die Tastenleiste unterhalb des Bildschirms erhalten, sodass sich häufig genutzte Funktionen schnell bedienen lassen. Die dicht belegte Mittelkonsole wirkt unübersichtlich und erfordert Eingewöhnung. Vorn bieten die Sitze guten Seitenhalt und Bewegungsfreiheit, während der Fond eher durchschnittliche Platzverhältnisse liefert. Der Kofferraum fasst 488 Liter und nimmt Urlaubsgepäck oder den Wochenendeinkauf auf, erreicht aber nicht das Ladevolumen mancher weniger fahrdynamisch ausgelegter Mittelklasse-SUV.
Antrieb und Fahrverhalten
In der hier beschriebenen Ausführung arbeitet im Macan ein aufgeladener V6-Benziner, der im Lauf der Bauzeit von 260 kW (354 PS) auf 280 kW (380 PS) zulegte und kräftige Fahrleistungen ermöglicht. Zusammen mit Allradantrieb und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gelingt der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in gut fünf Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit übersteigt 250 km/h. Wichtiger als die Werte wirkt das Fahrverhalten: Die Lenkung spricht direkt an, das SUV lenkt willig ein und bleibt lange neutral. Die optionale Luftfederung mit adaptiven Dämpfern verbindet Kontrolle mit ordentlichem Abrollkomfort, wirkt auf schlechten Straßen jedoch spürbar härter als bei vielen Rivalen. Kritiker bemängeln einen etwas rauen Motorlauf bei mittleren Drehzahlen und die Tendenz der breiten Räder, Spurrillen nachzufahren.
Alltag, Verbrauch und Kosten
Im Alltag fährt sich der Macan unkompliziert. Die erhöhte Sitzposition verbessert den Überblick, Einparkhilfen und Kameras erleichtern das Rangieren in engen Parkhäusern. Ein Infotainmentsystem mit Online-Navigation bündelt Routenführung und Medien, optional kommen erweiterte Konnektivitätsfunktionen, hochwertige Soundsysteme und eine umfangreiche Smartphone-Integration hinzu, die über teure Ausstattungspakete laufen. Bei der Effizienz zeigt sich der Macan deutlich weniger zurückhaltend: Reale Verbräuche von 10 Liter und mehr pro 100 Kilometer treten bei gemischter Fahrweise häufig auf und treiben Kraftstoffkosten sowie CO₂-Emissionen nach oben. Hinzu kommen hohe Preise für Verschleißteile wie Bremsen und Reifen, vor allem bei großen Radgrößen, was die Unterhaltskosten zusätzlich erhöht.
Fazit
Der Porsche Macan (MK2) tritt als dynamisch abgestimmtes SUV auf, das Alltagsnutzen und hochwertige Verarbeitung mit sehr sportlichen Fahrleistungen verbindet. Der starke V6, das präzise Fahrwerk und die direkte Lenkung rücken ihn fahrdynamisch näher an einen Sportwagen als an ein klassisches Familienauto. Im Gegenzug bleiben Innenraum und Kofferraum nur durchschnittlich geräumig, der Verbrauch hoch und die Kosten für Extras und Unterhalt deutlich über dem Klassenschnitt. Insgesamt steht der Macan damit für ein kompaktes SUV mit ausgeprägt sportivem Charakter, das viel Fahrfreude bietet, aber in Anschaffung und Betrieb ein hohes Budget verlangt.