Position im Opel-Portfolio
Mit dem Opel Karl (D-A, Bauzeit 2015 bis 2019) schloss Opel die Lücke zwischen dem hoch bauenden Agila und dem designorientierten Adam. Der fünftürige Kleinstwagen richtet sich an Käufer, die einen unkomplizierten Stadtwagen ohne auffällige Formen suchen. Der etwas flacher gebaute Karl wirkt sachlich und lässt sich dank kompakter Abmessungen leicht einparken. Die technische Basis stammt vom Chevrolet Spark und bringt einfache, erprobte Technik mit überschaubaren Unterhaltskosten.
Design und Raumgefühl
Die Karosserie misst knapp 3.700 mm und bleibt dadurch handlich. Kurze Überhänge und eine hohe Dachlinie schaffen innen Kopffreiheit, vor allem in der ersten Reihe. Auch große Personen sitzen vorn bequem, im Fond wird es für Erwachsene enger, für Kinder reicht der Platz. Das Kofferraum-Volumen liegt bei 206 Liter und steigt nach Umklappen der Rückbank auf über 1.000 Liter, die Ladefläche bleibt dann jedoch nicht eben. Für Großeinkäufe oder den Urlaub zu zweit genügt der Stauraum, im Familienalltag stößt der Karl schneller an Grenzen.
Innenraum, Bedienung und Qualität
Das Cockpit wirkt übersichtlich, die Rundinstrumente lassen sich gut ablesen, große Schalter erleichtern die Bedienung. In besser ausgestatteten Ausführungen kommt ein Display mit Infotainmentsystem hinzu, das per Smartphone-Integration Navigations-Apps einbindet. Die Verarbeitung fällt solide aus, die Kunststoffe fallen hart und schlicht aus. Im Vergleich zu Konkurrenten wie VW up oder Kia Picanto wirkt die Anmutung einfacher, funktional helfen sinnvolle Ablagen und gut nutzbare Türfächer im Alltag.
Fahrverhalten und Antrieb
Das straff abgestimmte Fahrwerk sorgt in der Stadt für direkte Reaktionen, auf schlechten Straßen federt der Karl jedoch hart und bietet wenig Reserven. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, der wählbare City-Modus erleichtert enge Rangiermanöver, obwohl der Wendekreis größer ausfällt als bei einigen Wettbewerbern. Der 1,0 Liter große Dreizylinder-Saugbenziner wirkt bei niedrigen Geschwindigkeiten lebendig, verliert bei Überlandfahrten spürbar an Durchzug und verlangt nach hohen Drehzahlen. Dadurch steigt das Geräuschniveau, längere Autobahnfahrten ermüden schneller. In der Praxis liegt der Verbrauch meist im mittleren Fünf-Liter-Bereich.
Alltagstauglichkeit und Sicherheit
Mit fünf Türen, guter Übersicht und niedrigen Betriebskosten eignet sich der Karl vor allem für Stadtverkehr und tägliches Pendeln. Die Sicherheitsausstattung mit mehreren Airbags und optionalem Spurhalteassistent bietet ein solides Grundniveau, moderne Systeme wie ein Notbremsassistent fehlen jedoch. Eine Anhängelast ist nicht vorgesehen, dadurch bleiben die Einsatzmöglichkeiten eingeschränkt. Der einfache Motor gilt grundsätzlich als robust, vereinzelt berichten Halter von erhöhtem Ölverbrauch.
Fazit
Der Opel Karl (D-A) tritt als pragmatischer Kleinstwagen mit einfacher Technik, überschaubaren Abmessungen und ausreichendem Komfort auf. Im Stadtverkehr spielt das Modell seine Übersichtlichkeit und die unkomplizierte Bedienung aus, auf langen Autobahnstrecken setzen Motorleistung und Federung Grenzen. Die schlichte Materialauswahl passt zum Preisniveau und wirkt alltagstauglich. Für preisbewusste Fahrer mit überwiegend städtischem Einsatzprofil bleibt der Karl eine nüchterne, aber sinnvolle Alternative zu stärker motorisierten Kleinwagen.