Positionierung und Entwicklung
Der Opel Grandland (OV64) startete 2017 als Grandland X und markiert seitdem den Einstieg von Opel in das Kompakt-SUV-Segment oberhalb von Crossland und Mokka. Zunächst nutzte er die EMP2-Plattform und teilte sich viele technische Komponenten mit dem Peugeot 3008. Das führte zu effizienten Motoren und einem europäisch abgestimmten Fahrwerk. 2021 erhielt das Modell mit der Vizor Front ein Facelift und den heute üblichen Namen Grandland. Seit 2024 ergänzt eine komplette Neuauflage auf der STLA-Medium-Plattform das Angebot und rückt elektrifizierte Antriebe deutlich stärker in den Mittelpunkt. Damit spannt der Grandland den Bogen vom klassischen Familienauto mit Verbrennungsmotor bis zum vollwertigen Elektro-SUV und tritt vor allem gegen VW Tiguan und Ford Kuga an.
Design und Platzangebot
Das Design wirkt zurückhaltend und sachlich. Klare Linien und die relativ aufrechte Karosserie schaffen im Innenraum viel Kopf- und Beinraum in beiden Reihen. Auch große Personen finden vorne und im Fond ausreichend Platz. Der Kofferraum bietet je nach Version 514 bis 550 Liter und wächst bei umgelegter Rückbank auf über 1.600 Liter. Damit eignet sich der Grandland gut für den Familienalltag und Urlaubsfahrten. Eine hohe Ladekante erschwert allerdings das Verladen von schwerem Gepäck. Die zweite Generation legt bei Länge und Radstand zu, was den Platz im Fond und das nutzbare Kofferraumvolumen weiter verbessert.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum treffen bequeme Sitze auf überwiegend sachliche, teils harte Kunststoffe. Frühe Baujahre setzen auf analoge Instrumente und eine eher klassische Bedienung, wirken dafür übersichtlich und funktional. Spätere Modelle sowie die Generation ab 2024 nutzen digitale Instrumente und große zentrale Touchscreens, behalten jedoch separate Tasten für wichtige Klimafunktionen. Die Ergonomie gelingt im Alltag meist gut. Breite Dachsäulen schränken die Sicht nach hinten ein, weshalb Rückfahrkamera und Parkassistent in der Praxis häufig zum Einsatz kommen. Die Verarbeitungsqualität hängt vom Baujahr ab. Nutzer berichten vereinzelt von Knarzgeräuschen und ungleichmäßigen Fugen.
Antriebe und Fahrverhalten
Die Motorenpalette reicht vom 1,2 Liter Turbobenziner über verschiedene Dieselmotoren bis hin zu Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Varianten. Der Einstiegsbenziner deckt den Alltag souverän ab. Diesel eignen sich vor allem für Vielfahrer und ermöglichen entspanntes Gleiten bei moderatem Verbrauch. Plug-in-Hybride kombinieren leises elektrisches Fahren auf kurzen Strecken mit hoher Systemleistung, bringen aber mehr Gewicht mit und schränken den Kofferraum leicht ein. Elektroversionen beschleunigen kräftig und fahren lokal emissionsfrei, verlangen jedoch einen höheren Anschaffungspreis. Das Fahrwerk bleibt insgesamt komfortorientiert und vermittelt ein sicheres, eher unauffälliges Handling.
Sicherheit und Zuverlässigkeit
Beim Thema Sicherheit erreicht der Grandland ein hohes Niveau. Die erste Generation erhielt im Euro NCAP Test die Höchstwertung, die zweite Generation verfehlte diese später knapp, bietet jedoch zusätzliche Assistenzfunktionen. Notbremsassistent, Spurhaltesysteme und Abstandsregelung entlasten im Alltag. Optional verbessern Matrix-LED-Scheinwerfer die Ausleuchtung, Totwinkelwarner und kamerabasierte Parkhilfen erleichtern das Rangieren trotz eingeschränkter Übersicht. Auf der Zuverlässigkeitsseite zeigen vor allem frühe 1,2 Liter Benziner Probleme mit dem im Ölbad laufenden Zahnriemen. Hinzu kommen vereinzelt Elektronikdefekte und Auffälligkeiten bei Getrieben. Einige Diesel erhielten Softwareupdates wegen erhöhter Emissionen. Bestimmte Modelljahre der zweiten Generation standen wegen Lenkungs- und Airbagthemen im Fokus von Überprüfungen. Langzeiterfahrungen zu den jüngsten Elektro- und Hybridvarianten liegen bislang nur begrenzt vor.
Fazit
Der Opel Grandland (OV64) präsentiert sich als geräumiges, alltagstaugliches Kompakt-SUV mit breiter Antriebsauswahl und hohem Sicherheitsniveau. Familien und Pendler profitieren von dem guten Platzangebot, dem variablen Kofferraum und der komfortbetonten Abstimmung. Eingeschränkte Übersicht nach hinten, die hohe Ladekante und zum Teil nüchterne Materialien im Innenraum gehören zu den Schwächen. Bekannte Technikthemen einzelner Motoren erfordern bei gebrauchten Exemplaren Aufmerksamkeit. Insgesamt bietet der Grandland ein ausgewogenes Gesamtpaket, das in seinem Segment oft mit einem günstigen Preisniveau und vielseitiger Nutzbarkeit überzeugt.