Einordnung und Technik
Mit dem 2018 eingeführten Opel Grandland X der ersten Generation auf EMP2-Plattform rückte Opel im hart umkämpften Segment der kompakten SUV näher an die europäischen Wettbewerber heran. Der Grandland X nutzt Fahrwerk und wesentliche Antriebstechnik des technisch verwandten Peugeot 3008, kombiniert diese jedoch mit eigenständigem Design und klassischer Bedienstruktur. Im Vergleich zum früheren Antara fährt das SUV leichter, sparsamer und deutlich besser ausgestattet im Bereich Sicherheit.
Karosserie und Platzangebot
Mit 4.480 mm Außenlänge gehört der Grandland X zu den größeren Vertretern seiner Klasse. Die Karosserie bietet fünf vollwertige Sitzplätze mit viel Bein- und Kopffreiheit, auch in der zweiten Reihe. Der Kofferraum bietet 514 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank zu einem langen, weitgehend ebenen Laderaum. Die hohe Ladekante erschwert das Verstauen schwerer Gepäckstücke. Die erhöhte Sitzposition verbessert die Übersicht nach vorn, während breite C-Säulen und die kleine Heckscheibe den Blick nach hinten deutlich einschränken.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum setzt der Grandland X auf eine klassische Gestaltung mit klar gegliedertem Armaturenträger und separaten Tasten für die wichtigsten Funktionen. Diese Lösung wirkt weniger futuristisch als beim Konzernbruder Peugeot 3008, ermöglicht aber einen schnellen Zugriff auf Klima- und Audiofunktionen. Die Materialien hinterlassen einen gemischten Eindruck: Oben sorgt ein weich verschäumtes Armaturenbrett für einen wertigeren Eindruck, darunter dominieren harte Kunststoffe. Die optionalen Ergonomiesitze bieten guten Seitenhalt und eine langstreckentaugliche Polsterung und zählen damit zu den Stärken des Modells.
Antrieb und Fahrverhalten
Der 1,5-Liter-Dieselmotor passt gut zum ruhigen Charakter des Grandland X. In Verbindung mit der Achtgangautomatik setzt er Leistungsanforderungen gelassen um und stellt ausreichend Reserven für Überholmanöver bereit, ohne besonders dynamisch aufzutreten. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und ausreichend präzise, vermittelt jedoch nur wenig Rückmeldung. Im Fahrverhalten wirkt das SUV gutmütig und berechenbar, das elektronische Stabilitätsprogramm greift früh ein. Der Federungskomfort bleibt ein Kompromiss: Auf der Autobahn verarbeitet das Fahrwerk lange Wellen ordentlich, kurze Querfugen und Schlaglöcher dringen jedoch spürbar in den Innenraum durch.
Alltag, Qualität und Fazit
Im Alltag überzeugen vor allem das großzügige Platzangebot und der variable Kofferraum. Laufende Kosten und Verbrauch liegen für ein Diesel-SUV dieser Größe im Mittelfeld. Mehrere Rückrufe betrafen die Abgasnachbehandlung und die Software, sollten bei regelmäßig gewarteten Fahrzeugen aber erledigt sein. Die Pannenstatistik zeigt vor allem bei frühen Baujahren leichte Auffälligkeiten, später verbessert sich das Bild. Insgesamt präsentiert sich der Grandland X als sachliches, geräumiges Kompakt-SUV mit hohem Nutzwert und ordentlicher Sicherheitsausstattung, das vor allem komfortorientierte Fahrer anspricht und weniger über Emotionen als über Vernunft argumentiert.