Einordnung und Konzept
Der Opel Grandland X (A18) ersetzt den problembehafteten Antara und nutzt erstmals eine gemeinsam mit Peugeot entwickelte Plattform. Als kompaktes SUV mit knapp viereinhalb Metern Länge tritt er gegen VW Tiguan, Skoda Karoq und Hyundai Tucson an. Im Modellprogramm liegt er oberhalb von Crossland und Mokka und richtet sich vor allem an Familien, Pendler und Dienstwagenkunden mit Bedarf an Platz und solider Technik. Trotz späterer Modellpflegen bleibt die Rolle klar: ein sachlich geprägter Allrounder ohne betont sportlichen Auftritt.
Design und Innenraum
Das Design des Grandland X wirkt bewusst zurückhaltend. Klare Linien, eine gerade Gürtellinie und die klassische SUV Silhouette bestimmen den Eindruck. Spätere Baujahre mit Vizor Front und optionaler Zweifarblackierung treten etwas moderner auf, bleiben aber unaufdringlich.
Im Innenraum zeigt der Grandland X zunächst ein übersichtliches Cockpit mit vielen Tasten, später rücken größere Displays stärker in den Mittelpunkt. Die Sitze bieten einen hohen Langstreckenkomfort. Auf Wunsch kommen zertifizierte Ergonomiesitze mit verlängerter Sitzfläche hinzu. In der zweiten Reihe profitieren auch größere Mitfahrer von guter Kniefreiheit, lediglich die kleineren hinteren Seitenfenster schränken den Ausblick etwas ein. Der Kofferraum fasst je nach Version gut 500 bis über 1.600 Liter und eignet sich damit für Urlaubsgepäck und Alltagslasten. Die hohe Ladekante erschwert jedoch das Verladen schwerer Gegenstände.
Motoren und Fahreindruck
Beim Antrieb deckt der Grandland X ein breites Spektrum ab. Turbobenziner mit drei oder vier Zylindern arbeiten im Stadt und Überlandbetrieb kultiviert, benötigen bei voller Beladung jedoch mehr Drehzahl. Die Dieselmotoren liefern kräftiges Drehmoment und passen gut zu Langstrecken und Anhängerbetrieb. In frühen Baujahren berichten Nutzer vereinzelt von heulenden Schaltgetrieben bei Dreizylindern, während die komfortbetonten Achtgang Automaten meist leise und weich schalten.
Ab 2019 ergänzen Plug in Hybride das Angebot. Sie kombinieren kräftigen Antritt mit lokal emissionsfreier Fahrt im Stadtverkehr. Der Allradantrieb entsteht über einen elektrischen Motor an der Hinterachse und verbessert die Traktion, ohne eine schwere Kardanwelle zu benötigen. Reine Elektroversionen und die später vorgestellte neue Generation bleiben bei der Betrachtung des Grandland X außen vor.
Sicherheit und Alltag
Beim Insassenschutz erreicht der Grandland X ein hohes Niveau. Die ersten Jahrgänge erzielten im europäischen Crashtest fünf Sterne. Eine stabile Fahrgastzelle, mehrere Airbags und definierte Knautschzonen schützen bei frontalen und seitlichen Kollisionen. Zusätzliche Maßnahmen an Front und Motorhaube verbessern den Fußgängerschutz.
Je nach Ausstattung unterstützen zahlreiche Assistenzsysteme im Alltag. Notbremsassistent und Spurhalteassistent sollen kritische Situationen früh entschärfen. Totwinkelwarner und Querverkehrswarner erleichtern das Rangieren in unübersichtlichen Bereichen. Adaptiver Tempomat und Verkehrszeichenerkennung entlasten auf längeren Strecken. Isofix Halterungen an den Rücksitzen erlauben eine sichere Montage von Kindersitzen. Die erhöhte Sitzposition sorgt für einen bequemen Einstieg, die Übersicht nach schräg hinten leidet jedoch unter breiten C Säulen. Trotz SUV Optik bleibt der Grandland X wegen eher geringer Bodenfreiheit klar auf den Straßenbetrieb ausgerichtet.
Qualität, Probleme und Kosten
Im Alltag hinterlässt der Grandland X einen gemischten Qualitätseindruck. Viele Fahrzeuge mit hoher Laufleistung zeigen im Innenraum nur geringe Abnutzung, Sitze und Lenkräder wirken oft langlebig. Gleichzeitig fallen bei einigen Exemplaren größere Spaltmaße, dünner Lack oder nicht perfekt ausgerichtete Türen auf. Das Infotainmentsystem neigt gelegentlich zu Aussetzern, die sich meist über Softwareupdates beheben lassen.
Technisch gelten die Dieselmotoren als robust, benötigen jedoch eine regelmäßig funktionierende Regeneration des Partikelfilters. Der 1,2 Liter Benziner kann bei älteren Baujahren Probleme mit im Öl laufenden Zahnriemen bereiten, zudem tauchen Berichte über früh verschleißende Zündkerzen auf. Teilweise wurden Getriebe wegen jaulender Geräusche getauscht. Beide Baujahre des Grandland X verzeichneten mehrere Rückrufe, unter anderem für Lenkungsteile und Airbags. Auf dem Gebrauchtmarkt liegt das Modell meist preislich unter vergleichbaren SUV aus Wolfsburg, was den Einstieg erleichtert.
Fazit
Der Opel Grandland X präsentiert sich als nüchtern konstruierter Begleiter mit viel Platz, gutem Sicherheitsniveau und breiter Motorenauswahl. Er überzeugt mit bequemem Fahrkomfort und alltagstauglichem Kofferraum, zeigt jedoch bei Übersicht und Materialanmutung Schwächen. Als Gebrauchter mit Automatikgetriebe und nachvollziehbarer Wartung stellt er ein pragmatisches Angebot dar, insbesondere für Käufer, die eher ein funktionales Kompakt SUV als einen imagebetonten Auftritt suchen.