Karosserie und Design
Der Opel Combo Electric der Baureihe E/K9 kam 2021 als elektrischer Ableger des Hochdachkombis auf der EMP2-Plattform auf den Markt und erhielt 2024 eine Modellpflege mit Visor-Front. Die Proportionen bleiben klassisch mit hohem, kantigem Aufbau, großen Fensterflächen, zwei seitlichen Schiebetüren und großer Heckklappe. Im Vergleich zu vielen SUV wirkt der Combo Electric sachlich, bietet aber sehr gute Übersicht und eine bequeme Ein- und Ausstiegshöhe. In der Standardlänge misst er rund 4.410 mm, die XL-Variante kommt auf 4.760 mm. Technische Schwestermodelle wie Citroën Berlingo und Peugeot Rifter nutzen die gleiche Basis, unterscheiden sich jedoch in Optik und Abstimmung.
Innenraum und Variabilität
Im Innenraum dominieren robuste Hartkunststoffe, die Verarbeitung wirkt solide und die Atmosphäre eher wohnlich als nüchtern. Die erhöhte Sitzposition ermöglicht einen entspannten Blick nach vorn, die Vordersitze bieten ausreichend Auflage, eine Armlehne entlastet auf längeren Strecken. Der Kofferraum fasst beim kürzeren Modell 597 bis 2.126 Liter, beim XL 850 bis 2.693 Liter und bietet damit selbst im Vergleich zu vielen Kombis und SUV viel Nutzraum. Die im Verhältnis 1 zu 1 zu 1 umklappbare Rückbank senkt beim Umklappen die Sitzflächen ab, sodass eine nahezu ebene Ladefläche entsteht. Drei Kindersitze passen nebeneinander, was Familien mit mehreren kleinen Kindern entgegenkommt. Zahlreiche Ablagen im Dachhimmel, im Boden und vor den Sitzen erleichtern den Alltag, auch wenn die wuchtige Mittelkonsole und ein fehlender Flaschenhalter im vorderen Bereich wenig durchdacht wirken.
Antrieb und Fahrverhalten
Der elektrische Antrieb liefert vor allem im unteren und mittleren Geschwindigkeitsbereich kräftigen Schub und ermöglicht leises Vorankommen. Das Fahrwerk ist komfortbetont abgestimmt, Querfugen dämpft es sauber weg, in schneller gefahrenen Kurven neigt sich die Karosserie jedoch spürbar zur Seite. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, wirkt um die Mittellage aber etwas indirekt, was auf engen Stadtstraßen und bei schnellen Spurwechseln auffällt. Fahrprogramme wie Eco, Normal und Power verändern Ansprechverhalten und Leistungsabgabe. Im Eco-Modus steht die Reichweite im Vordergrund, im Power-Modus steigen Beschleunigung und Energieverbrauch. Gegenüber der früheren Elektroversion bleiben Motorleistung und Batteriekapazität zwar gleich, die Effizienz fällt jedoch höher aus.
Reichweite, Laden und Einsatzprofil
Die WLTP-Reichweite von bis zu 345 Kilometern bleibt im Alltagsmix mit Autobahnanteil und Beladung meist unerreicht, je nach Fahrweise erscheinen eher mittlere 200 Kilometer realistisch. Für Pendelstrecken und regionale Ausflüge genügt das, auf Urlaubsfahrten mit Familie und Gepäck erfordern die Etappen jedoch häufigere Ladestopps. Die maximale Gleichstromladeleistung von 100 kW liegt im Klassendurchschnitt und ermöglicht vernünftige Pausen, ohne mit großen Elektro-SUV mitzuhalten. Wechselstromladen mit 11 kW passt gut zu einer heimischen Wallbox, weil über Nacht in der Regel wieder die volle Kapazität zur Verfügung steht. Insgesamt eignet sich der Combo Electric vor allem für viel Platzbedarf bei überwiegend regionalem Einsatzprofil.
Fazit
Der Opel Combo Electric bietet vor allem großes Raumangebot, variable Sitzkonfiguration und komfortables Fahrverhalten. Reichweite und Ladegeschwindigkeit setzen dagegen für Vielfahrer und lange Urlaubsfahrten Grenzen. Materialien und einige ergonomische Details wirken schlicht, bleiben jedoch funktional. Als elektrischer Hochdachkombi eignet sich der Combo Electric besonders als Familien- und Freizeitfahrzeug und stellt eine praktische Alternative zu klassischen SUV dar, sofern die Reichweite zum Fahrprofil passt.