Konzept und Marktposition
Nissan brachte 2011 den Evalia als Großraumversion des NV200 nach Europa und übertrug die Technik des leichten Transporters in ein familienfreundliches Konzept. Der Hochdachkombi ordnet sich größenmäßig zwischen kompakten Vans und mittelgroßen Transportern ein und ersetzt indirekt den größeren Serena. Familien, gewerbliche Shuttledienste und Freizeitnutzer nutzen das Modell, wenn sie viel Platz zu moderaten Kosten benötigen. Mit der optionalen Elektrovariante e-NV200 Evalia bedient der Hersteller zusätzlich die lokal emissionsfreie Stadtmobilität, ohne das Grundprinzip des Hochdachvans zu verändern.
Design und Raumangebot
Das kantige, hohe Karosseriedesign folgt klar funktionalen Vorgaben. Große Schiebetüren erleichtern das Einsteigen auf engen Parkplätzen, die weit aufschwingende Heckklappe öffnet einen hohen und breiten Laderaum. Der Radstand von 2.725 mm schafft spürbar Beinfreiheit in den hinteren Reihen. Trotz kompakter Außenlänge von rund 4.400 mm bietet der Innenraum viel Platz und nimmt je nach Bestuhlung bis zu sieben Personen auf.
Innenraum, Variabilität und Ergonomie
Der Innenraum wirkt durch vollständig verkleidete Seitenwände und einfache Kunststoffe sachlich, aber deutlich wohnlicher als im NV200 Kastenwagen. Die Sitze der zweiten und optionalen dritten Reihe klappen nach vorn und schaffen je nach Konfiguration ein Kofferraumvolumen von 280 bis knapp 1.500 Liter. So passen sowohl Großeinkauf als auch Freizeit- und Campingausrüstung hinein. Die Ergonomie zeigt Schwächen: Die Vordersitze lassen sich nicht in der Höhe verstellen, der Längsweg bleibt begrenzt und das Lenkrad justiert nur in der Höhe. Vor allem größere Personen sitzen dadurch eher aufrecht und nah am Lenkrad. Der Einstieg in den Fond verlangt kräftiges Umklappen der Sitze, zudem fehlen Haltegriffe als Unterstützung.
Antrieb und Fahreigenschaften
Benzin- und Dieselmotoren ermöglichen alltagstaugliche, aber unspektakuläre Fahrleistungen. Auf der Autobahn bleiben die Geschwindigkeiten eher moderat, dafür hält sich der Verbrauch im Rahmen. Das Fahrwerk arbeitet ausgewogen, trägt auch volle Beladung und Dachlast stabil und filtert kurze Bodenwellen sauber heraus. Längere Bremswege und ein deutlich hörbares Geräuschniveau mit Motor-, Abroll- und Windgeräuschen schmälern den Komfort. Die Elektrovarianten fahren leiser und reagieren in der Stadt spontaner, bleiben mit begrenzter Reichweite jedoch klar auf Kurzstrecken ausgelegt.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag überzeugt der Evalia mit guter Übersicht, praktischen Schiebetüren und niedriger Ladekante. Die einfache Ausstattung begrenzt die Kosten, bietet aber nur begrenzten Komfort und wenige Verstellmöglichkeiten. Im Vergleich zu Alternativen wie VW Caddy Maxi oder Renault Kangoo wirkt das Konzept nüchtern, stellt dafür viel nutzbaren Raum zur Verfügung. Insgesamt eignet sich der Nissan Evalia vor allem für Nutzer, die Platzangebot und Funktion über Materialanmutung, Geräuschniveau und Komfort stellen und einen vielseitigen Hochdachkombi suchen.