Karosserie und Raumgefühl
Der Nissan Ariya (FE0) steht seit 2022 in Europa und mit rund 4.595 mm Länge im Segment der kompakten Crossover-SUV. Etwa 1.850 mm Breite und 1.660 mm Höhe lassen die Karosserie kräftig, aber nicht wuchtig wirken. Der lange Radstand streckt die Proportionen und schafft im Innenraum spürbar Platz. Als erstes vollelektrisches SUV der Marke knüpft der Ariya an die Elektroerfahrung des Leaf an, bietet aber deutlich mehr Raumangebot. Der Kofferraum fasst je nach Antrieb 415 bis 468 Liter. Damit bleibt er knapp hinter einigen Wettbewerbern, reicht im Alltag jedoch gut für Gepäck und Kinderwagen.
Innenraum und Verarbeitung
Im Innenraum fällt die flache Bodengruppe ohne Mitteltunnel auf. Sie sorgt zusammen mit der breiten Kabine für ein offenes, loungeartiges Raumgefühl. Materialwahl und Verarbeitung liegen auf solidem Mittelklasseniveau und wirken spürbar hochwertiger als bei früheren Elektro-Modellen der Marke. Zwei 12,3-Zoll-Displays verschmelzen zu einem breiten Digitalcockpit, über das Instrumente und Infotainment laufen. Smartphones lassen sich per Apple CarPlay oder Android Auto einbinden. Eine verschiebbare Mittelkonsole und viele Ablagen erhöhen die Alltagstauglichkeit. Die berührungssensitiven Tasten erfordern jedoch etwas Eingewöhnung. Auf der Rückbank sitzen Erwachsene dank großzügiger Beinfreiheit bequem, die große C-Säule und die ansteigende Fensterlinie schränken die Sicht nach schräg hinten aber etwas ein.
Antrieb und Reichweite
Das frontgetriebene Basismodell leistet 160 kW, das Allradmodell e-4ORCE kommt auf 225 kW Systemleistung. Schon die schwächeren Varianten beschleunigen kräftig, die Topversion erreicht 100 km/h in deutlich unter sechs Sekunden und wirkt auf der Autobahn gelassen und durchzugsstark. Das hohe Leergewicht von rund 1.800 bis 2.300 kg sorgt für eine satte Straßenlage, nimmt dem SUV in engen Kurven jedoch etwas Agilität. Fahrwerk und Lenkung fallen klar komfortorientiert aus, kurze Stöße filtert das Fahrwerk sauber weg und der Wagen bleibt auch bei höherem Tempo ruhig in der Spur. Je nach Batteriegröße und Antrieb liegen die WLTP-Reichweiten zwischen etwa 420 und etwas über 500 Kilometer. In der Praxis bewegt sich der Stromverbrauch meist zwischen moderaten und leicht erhöhten Werten für diese Fahrzeugklasse. Ein AC-Lader an Bord ermöglicht an vielen Versionen 7,4 kW, ausgewählte Ausführungen laden mit 22 kW spürbar schneller an der Wallbox. An DC-Schnellladern sind bis zu 130 kW möglich, die Ladezeiten liegen damit im Klassendurchschnitt.
Sicherheit
Beim Thema Sicherheit erreicht der Nissan Ariya (FE0) im Euro-NCAP-Test eine Fünf-Sterne-Bewertung. Eine steife Fahrgastzelle und mehrere Airbags schützen Insassen bei Front- und Seitenkollisionen, konstruktive Maßnahmen an Front und Motorhaube verbessern den Fußgängerschutz. Serienmäßig unterstützen ein autonomer Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und ein Spurhalteassistent in kritischen Situationen. Mit ProPilot inklusive Navi-Link und adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage fährt der Ariya auf Autobahnen teilautomatisiert, hält Spur und Abstand und passt das Tempo an Kurven oder Ausfahrten an. Eine 360-Grad-Rundumsichtkamera erleichtert Parkmanöver. Optional projiziert ein Head-up-Display wichtige Informationen ins Blickfeld und reduziert damit die Ablenkung vom Verkehr.
Fazit
In der Summe zeigt der Nissan Ariya (FE0) ein komfortables und sicheres Elektro-SUV mit hochwertig wirkendem Innenraum und kräftigen Antrieben. Das Modell bietet im Alltag viel Platz im Passagierbereich und gute Geräuschdämmung, bleibt beim Schnellladen und beim Kofferraumvolumen allerdings hinter einigen direkten Konkurrenten zurück und richtet sich damit vor allem an Nutzer mit Fokus auf Komfort.