Einordnung und Design
Der 2014 eingeführte Mini Cooper F55 als 5-Türer erweitert den dreitürigen Kleinwagen um eine eigenständige fünftürige Variante. Er richtet sich an Käufer, die mehr Alltagstauglichkeit ohne Stilbruch suchen. Gegenüber dem Vorgänger ohne Fondtüren wächst der Radstand um rund 72 mm, die Karosserie streckt sich auf knapp 4.000 mm Länge und etwa 1.730 mm Breite. Damit liegt der Fünftürer im oberen Bereich des Kleinwagensegments und konkurriert eher mit gehobenen Varianten von VW Polo oder Audi A1 als mit einfachen Stadtwagen. Optisch bleibt er klar als Mini erkennbar, mit markanter Front, umlaufender Motorhaube und schwebendem Dach, was für einen kompakten Auftritt sorgt. Größer dimensionierte Scheinwerfer und der kräftige Kühlergrill lassen das Auto erwachsener wirken, auch wenn Fans die Linienführung weniger pur empfinden als beim Vorgänger.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum zeigt sich der Mini deutlich gereift. Der zentrale Tacho rückt an die Lenksäule, das große Rundelement in der Mitte übernimmt Infotainment und Fahrzeugeinstellungen und wird von einer farbigen Lichtspange eingerahmt. Materialien und Verarbeitung wirken für die Klasse hochwertig, mit überwiegend weichen Oberflächen und sauber eingepassten Schaltern. Vorn profitieren Fahrer und Beifahrer von gut konturierten Sitzen und großzügigen Verstellbereichen, sodass auch größere Personen eine passende Position finden. Im Fond bringt der längere Radstand spürbar mehr Knieraum als im Dreitürer, dennoch bleibt das Raumgefühl für Erwachsene knapp und eignet sich besser für Kinder oder kürzere Strecken. Der Kofferraum wächst auf 278 Liter und übertrifft damit den Dreitürer, liegt im Segmentvergleich aber nur im Mittelfeld.
Motor, Fahrwerk und Fahrverhalten
Im Cooper treibt ein 1,5 Liter großer Dreizylinder-Turbobenziner mit Direkteinspritzung den Mini an. Er leistet 100 kW (136 PS) und stellt 220 Nm Drehmoment bereit. Die Maschine spricht spontan an, läuft für einen Dreizylinder kultiviert und ermöglicht 8,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h sowie 207 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das serienmäßige 6-Gang-Schaltgetriebe arbeitet präzise mit kurzen Wegen, eine optional verfügbare Automatik erhöht vor allem im Stadtverkehr den Komfort. Das Fahrwerk nutzt vorn eine Eingelenk-Federbeinachse und hinten eine Mehrlenkerachse, was in dieser Klasse hohen Fahrkomfort und Reserven in schnellen Kurven bietet. Im Vergleich zum kürzeren Dreitürer wirkt der Fünftürer minimal weniger bissig, dafür läuft er stabiler geradeaus und federt Querfugen spürbar sanfter weg. Der relativ große Wendekreis erfordert in engen Parkhäusern etwas mehr Rangierarbeit.
Verbrauch, Kosten und Fazit
Beim Verbrauch zeigt sich der Cooper für die gebotene Leistung moderat. Der Normwert von 4,7 l/100 km fällt zwar optimistisch aus, doch Verbräuche um 5,5 bis 6,0 Liter bleiben bei zurückhaltender Fahrweise realistisch. Der Einsatz von Super Plus erhöht jedoch die Tankkosten. Versicherungseinstufungen und Kfz-Steuer bleiben dank Euro-6-Technik und vergleichsweise niedriger CO2-Werte im Rahmen. In der Anschaffung liegt der Mini klar über vielen Kleinwagen, zudem klettern die Preise mit Ausstattungspaketen und Individualisierung schnell in die Nähe der Kompaktklasse. Bekannt gewordene Rückrufe zu Abgasrückführung, Airbags und Notradhalterung arbeitete das Servicenetz ab, im Alltag gelten vor allem Starterbatterien als gelegentliche Schwachstelle. Insgesamt bietet der Mini Cooper F55 typischen Mini-Charakter mit agilen Fahreigenschaften und hochwertigem Ambiente, verlangt dafür aber Kompromisse bei Platzangebot und Budget.