Konzept und Positionierung
Der MG Cyberster (MK1) überträgt das klassische MG-Roadster-Thema in die Elektroära. Das zweisitzige Cabrio nutzt die modulare Elektroplattform MSP und verzichtet auf einen direkten Vorgänger, knüpft aber gedanklich an frühere MG-Roadster an. Es verbindet offenes Fahrgefühl mit mehr Leistung und Komfort und tritt eher gegen edle Cabriolets als gegen typische Kompakt-Elektroautos an.
Design und Verarbeitung
Mit langer Motorhaube, kurzer Heckpartie und stark geneigter Frontscheibe steht der Cyberster flach auf der Straße. Die nach oben schwingenden Scherentüren ziehen Blicke an und erleichtern in engen Parklücken den Einstieg. Das elektrisch betätigte Stoffverdeck faltet sich kompakt hinter die Sitze und lässt den Kofferraum unangetastet. Im Innenraum prägen ein fahrerorientiertes Cockpit mit drei Displays sowie markante Zierlinien das Bild, die Verarbeitung wirkt sauber, einige Hartplastikflächen zeigen jedoch den Fokus auf Design statt Luxus.
Innenraum, Platz und Alltag
Das Platzangebot genügt für zwei Erwachsene, die Sportsitze bieten guten Seitenhalt und lassen sich präzise einstellen. Der Kofferraum fasst rund 249 Liter und reicht für Wochenendtrips, im Innenraum fallen die Ablagen dagegen eher knapp aus. Die Menüstruktur des Infotainments wirkt modern, verlangt wegen zahlreicher Funktionen aber etwas Eingewöhnung. In der Stadt erschweren Fahrzeugbreite und eingeschränkte Übersicht das Rangieren, Kamerasysteme mildern diese Schwäche deutlich ab.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Elektroantrieb sorgt bereits in Versionen mit Hinterradantrieb für kräftige Fahrleistungen und ein agiles Heckantriebsgefühl. Ausführungen mit zwei Motoren beschleunigen noch intensiver und nutzen den Allradantrieb, um die Leistung sicher auf die Straße zu bringen. Das Fahrwerk wirkt straff, bleibt auf schlechteren Straßen jedoch noch ausreichend komfortabel, das Gewicht von über 2.000 kg macht sich vor allem in engen Kurven und beim Bremsen bemerkbar.
Laden und Reichweite
Eine Lithium-Ionen-Batterie mit 77,0 kWh brutto versorgt alle Antriebsvarianten und ermöglicht je nach Konfiguration Reichweiten, die in der Praxis meist nur moderat unter den WLTP-Angaben liegen. An leistungsstarken Gleichstrom-Schnellladesäulen lädt der Cyberster zügig nach, deutlich langsamer verläuft das einphasige Wechselstrom-Laden an heimischer Wallbox oder öffentlichen Säulen mit entsprechend langer Standzeit. Im Umweltvergleich arbeitet der Cyberster für einen leistungsstarken Elektro-Sportwagen effizient, bleibt aber hinter leichteren Kompaktmodellen zurück.
Fazit
Der Cyberster tritt als emotionales Nischenmodell auf, das Elektroantrieb, klassisches Roadster-Gefühl und alltagstaugliche Reichweite verbindet. Wer zwei Sitzplätze akzeptiert und mit dem hohen Gewicht leben kann, bekommt einen kräftig motorisierten Offenwagen mit guter Ausstattung. Materialanmutung und Effizienz stehen weniger im Vordergrund, dafür spielt der MG Cyberster (MK1) im Programm der Marke eine eigenständige, sportliche Rolle.