Design und Karosserie
Die 2021 eingeführte Mercedes-Benz C-Klasse (C206) wirkt mit flacher Front und langem Radstand gestreckter als der Vorgänger. Der zentrale Stern im Grill und die geformte Motorhaube betonen den sportlichen Anspruch, der klassische Limousinencharakter bleibt jedoch erhalten. Die Karosserie misst 4.751 mm in der Länge, die breitere Spur sorgt für ruhigen Stand und stimmige Proportionen. Neben der Limousine ergänzt das T-Modell mit großer Heckklappe das Angebot und richtet sich stärker auf Alltag und Transport aus.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum orientiert sich die C-Klasse an größeren Baureihen. Digitale Instrumente und ein hochformatiger Bildschirm in der Mittelkonsole prägen das Cockpit. Materialauswahl und Verarbeitung wirken überwiegend hochwertig, nur einige Kunststoffe im unteren Bereich fallen einfacher aus. Das Infotainmentsystem MBUX der zweiten Generation reagiert schnell und lässt sich per Sprachsteuerung bedienen, was die Ablenkung reduzieren kann. Problematisch bleiben die zahlreichen Touchflächen am Lenkrad und unter dem zentralen Bildschirm, die im Alltag zu Fehleingaben und Blickabwendung führen.
Platzangebot und Alltagstauglichkeit
Der verlängerte Radstand schafft spürbar mehr Knie- und Schulterfreiheit vorn und im Fond. Große Personen sitzen vorn sehr bequem, im hinteren Bereich begrenzt die Dachlinie ab etwa 1,85 Meter die Kopffreiheit. Der Kofferraum der Limousine fasst 455 Liter, für sperrige Gegenstände erschweren die vergleichsweise kleine Öffnung und eine innere Stufe das Beladen. Das T-Modell bietet je nach Sitzstellung bis zu 1.510 Liter Kofferraum-Volumen. Die große Heckklappe, die geteilt umklappbare Rückbank und je nach Ausstattung eine elektrische Betätigung mit Fußsensor erleichtern Transportaufgaben im Alltag.
Fahrkomfort und Fahrdynamik
Im Fahrbetrieb zeigt die C-Klasse eine komfortbetonte Abstimmung, die Unebenheiten sauber filtert und lange Etappen entspannt wirken lässt. Adaptive Dämpfer passen sich an Fahrmodus und Fahrbahn an und halten die Karosserie auch bei schneller Kurvenfahrt ruhig. Optional erhältliche Hinterachslenkung verringert den Wendekreis deutlich und lässt die Limousine in engen Straßen handlicher wirken. Die Lenkung arbeitet präzise, bietet aber weniger Rückmeldung als mancher Wettbewerber, weshalb der Charakter insgesamt stärker auf gelassenes Gleiten als auf maximale Dynamik ausgelegt bleibt.
Antriebe und Effizienz
Die Motorenpalette umfasst ausschließlich aufgeladene Vierzylinder, alle Verbrenner arbeiten mit 48-Volt-Mildhybridtechnik. Dadurch segelt die C-Klasse kurze Strecken mit abgeschaltetem Motor und setzt nach Stopp-Phasen besonders sanft wieder ein. Der verbreitete C 200 liefert kräftige Fahrleistungen, klingt bei starker Beschleunigung jedoch angestrengt und verbraucht im Alltag eher durchschnittlich. Dieselmodelle wie der C 220 d passen sehr gut zum Langstreckenprofil und verbinden hohen Durchzug mit moderaten Kraftstoffkosten. Die Plug-in-Hybride ermöglichen längere Abschnitte im rein elektrischen Betrieb und eignen sich vor allem für Pendler mit fester Lademöglichkeit. Gegenüber dem Vorgänger entfallen Sechs- und Achtzylinder, was zwar Emotionen kostet, aber die Flottenemissionen senkt.
Fazit
Die C-Klasse tritt als komfortorientierte, technisch moderne Mittelklasse-Limousine auf, die Vielfahrer und Dienstwagenkunden anspricht. Stärken liegen im ruhigen Fahrwerk, der guten Sicherheitsausstattung und den optionalen Plug-in-Hybriden mit alltagstauglicher elektrischer Reichweite. Kritisch wirken die teils umständliche Touchbedienung und die wenig praktische Kofferraumöffnung der Limousine, die nicht zum sonst durchdachten Gesamteindruck passt. Zusammengefasst bietet die Mercedes-Benz C-Klasse (C206) viel Komfort und Technik, verlangt jedoch Kompromisse bei Bedienung und Nutzwert sowie ein eher hohes Budget.