Design und Karosserie
Die 2018 präsentierte Mercedes-Benz A-Klasse (W177) führt den Wandel vom einst hochbauenden Kompaktvan zur sportlich wirkenden Schrägheck- und Stufenhecklimousine konsequent fort. Die Karosserie liegt niedriger, die Front zieht weit nach unten und der Luftwiderstand fällt mit cW-Werten ab etwa 0,25 günstig aus. Im Vergleich zum Vorgänger wächst der Radstand um rund 30 mm, dadurch gelingt der Einstieg leichter und auf der Rückbank entsteht etwas mehr Knieraum. Geteilte Rückleuchten schaffen Platz für eine breitere Heckklappe, was das Beladen des Kofferraums erleichtert. Gleichzeitig reduziert die flach verlaufende Dachlinie die Kopffreiheit im Fond und lässt die A-Klasse weniger luftig wirken als klassische Kompaktmodelle.
Innenraum und Bedienkonzept
Im Innenraum setzt die A-Klasse stark auf Digitalisierung. Zwei nebeneinander angeordnete Displays ersetzen klassische Instrumente und arbeiten mit dem MBUX-System zusammen. Die Bedienung erfolgt per Touchscreen, Touchpad oder Sprachbefehl. Die Sprachsteuerung versteht natürliche Sätze und passt sich mit der Zeit an, etwa bei häufig genutzten Navigationszielen oder Radiosendern. Hochwertige Materialien mit optionalem Leder und ein fein einstellbares Ambientelicht erzeugen für die Kompaktklasse einen gehobenen Eindruck. Gleichzeitig kritisieren manche Fahrer die vielen Touchflächen am Lenkrad und im Cockpit, weil sie während der Fahrt ablenken und eine Eingewöhnung verlangen.
Motoren, Fahrwerk und Fahrverhalten
Das Motorenprogramm umfasst Benziner und Diesel, den Plug-in-Hybrid A 250 e sowie AMG-Varianten mit deutlich höherer Leistung. Die Doppelkupplungsgetriebe schalten in den meisten Situationen weich und unterstützen den komfortbetonten Charakter. In Kombination mit stärkeren Motoren und optionalem 4MATIC-Allradantrieb lenkt die A-Klasse präzise ein und bietet gute Traktion, was dynamische Fahrweise erleichtert. Das Fahrwerk wirkt eher straff, besonders mit großen Rädern oder AMG Line, wodurch Querfugen und Schlaglöcher im Innenraum spürbar bleiben. Hinzu kommen je nach Ausführung spürbare Vibrationen und Abrollgeräusche, die den ansonsten wertigen Eindruck stören.
Platzangebot und Alltagstauglichkeit
Vorn finden auch größere Personen eine bequeme Sitzposition, die deutlich tiefer ausfällt als bei früheren Generationen und ein fahraktives Gefühl vermittelt. Im Fond bleibt die Beinfreiheit für Erwachsene durchschnittlich, die abfallende Dachlinie begrenzt allerdings die Kopffreiheit. Der Kofferraum fasst in der Schrägheckversion etwa 370 Liter, die Limousine bietet rund 410 Liter und erreicht damit Klassenniveau. Für Kleinfamilien und Paare genügt dieses Volumen, wer jedoch regelmäßig viel Gepäck oder mehrere Kindersitze transportiert, nutzt mit B-Klasse oder GLB ein praktischeres Fahrzeug.
Preis und Sicherheit
Preislich liegt die A-Klasse über vielen Konkurrenten wie Volkswagen Golf oder Audi A3. Das digitale Cockpit, die Materialqualität und die umfangreichen Sicherheitssysteme liefern dafür Argumente. Im Euro-NCAP-Crashtest erreicht das Modell fünf Sterne und hohe Einzelwertungen, was das Sicherheitsniveau unterstreicht. Assistenzsysteme aus höheren Fahrzeugklassen, etwa Abstandsregeltempomat mit Lenkunterstützung oder aktive Spurwechselhilfen, stehen meist nur gegen Aufpreis zur Verfügung.
Fazit
Die Mercedes-Benz A-Klasse (W177) kombiniert eine kompakte Außenlänge mit hochwertig gestaltetem Innenraum, moderner Technik und betont sportlichem Charakter. Damit spricht das Modell vor allem Käufer an, die bereit sind, einen etwas höheren Preis zu zahlen und das begrenzte Platzangebot zu akzeptieren.