Konzept und Positionierung
Die seit 2018 angebotene Mercedes-Benz A-Klasse (V177) tritt als kompakte Limousine an und verabschiedet sich klar vom früheren Hochdachkonzept. Der im Vergleich zum Vorgänger längere Radstand und die niedrigere Sitzposition rücken das Fahrgefühl näher an C-Klasse und CLA. Die technische Basis bildet die Plattform MFA2, die auch B-Klasse, CLA, GLA und GLB nutzen. Mercedes zielt mit der Limousine auf eine eher jüngere, digital orientierte Kundschaft, die Komfort und Markenimage schätzt. Im Wettbewerb mit Audi A3 Limousine, BMW 1er und VW Golf liegt die A-Klasse preislich im oberen Bereich der Kompaktklasse.
Design und Raumangebot
Die Limousine zeigt eine flache Front, betonte Schultern und kurze Überhänge. Dadurch wirkt die A-Klasse sportlich, ohne an Alltagstauglichkeit zu verlieren. Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer großzügig. Im Fond bleiben Knie- und Kopffreiheit nur durchschnittlich, was die kompakte Basis spürbar macht. Der Kofferraum fällt bei der Stufenhecklimousine etwas größer aus als beim Fünftürer, verzichtet aber auf dessen Variabilität. Die geteilt umklappbare Rückbank erleichtert den Transport längerer Gegenstände, erreicht jedoch nicht die Flexibilität eines klassischen Schräghecks.
Innenraum und Bedienung
Der Innenraum der A-Klasse entfernt sich deutlich vom Vorgänger. Materialien und Verarbeitung orientieren sich stärker an größeren Baureihen, die breiten Widescreen-Displays prägen das Cockpit. Das Infotainmentsystem MBUX mit Sprachsteuerung vernetzt Navigation, Medien und Fahrzeugeinstellungen und schafft eine moderne, digitale Umgebung. Viele Touchfelder am Lenkrad und der Verzicht auf einen klassischen Dreh-Drück-Regler verlangen unterwegs jedoch mehr Aufmerksamkeit als konventionelle Tasten. Insgesamt präsentiert sich der Innenraum modern und hochwertig, mit klarer Ausrichtung auf Design und Display-Technik.
Antrieb und Fahrverhalten
Unter der Haube deckt die A-Klasse als Limousine ein breites Spektrum ab. Es stehen sparsame Benziner und Diesel, der Plug-in-Hybrid A 250 e sowie AMG-Varianten zur Wahl. Das Doppelkupplungsgetriebe arbeitet in der Regel schnell und unauffällig. Das Fahrwerk sucht den Ausgleich zwischen Agilität und Komfort und gelingt dabei meist stimmig. In Kurven lenkt die Limousine präzise ein, bleibt lange neutral und vermittelt auch bei höherem Tempo Sicherheit. Kritisch fallen der akustisch auffällige 1,3-Liter-Benziner und das etwas schwammige Bremspedalgefühl auf, die eine exakte Dosierung erschweren.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag helfen die kompakten Abmessungen der Limousine und die noch recht gute Rundumsicht. Digitale Dienste unterstützen bei der Parkplatzsuche oder bei der Nutzung von Carsharing-Funktionen. Umfangreiche Assistenzsysteme und ein hohes Crashsicherheitsniveau steigern den Langstreckenkomfort. Auf der Minusseite stehen das hohe Preisniveau, der eingeschränkte Fondkomfort und der beim Plug-in-Hybrid verkleinerte Kofferraum. Insgesamt bietet die Mercedes-Benz A-Klasse (V177) eine moderne Kompaktlimousine mit breiter Antriebsauswahl und deutlichem Technikfokus, die vor allem Käufer anspricht, die Wert auf Design und digitale Ausstattung legen und dafür Kompromisse bei Platzangebot und Kosten akzeptieren.