Karosserie und Raumangebot
Der Mazda CX-80 (KJ) von 2024 steht im Programm oberhalb des CX-60. Mit knapp fünf Metern Länge und langem Radstand bietet er drei Sitzreihen in 2-3-2-Anordnung und viel Platz für Familien. Größere hintere Türen und eine verschiebbare zweite Reihe verschaffen dem Fond spürbar mehr Raum. Die dritte Reihe eignet sich wie bei vielen Siebensitzern vor allem für Kinder, da Kopf- und Beinfreiheit für Erwachsene knapp bleiben. Der Kofferraum fasst je nach Sitzkonfiguration laut Hersteller rund 250 Liter bis etwa 2.000 Liter, in Tests fällt das nutzbare Volumen bei aufgestellten drei Reihen aber deutlich geringer aus.
Innenraum und Verarbeitung
Im Innenraum setzt der CX-80 auf Wertigkeit. Weich geschäumte Oberflächen, Stoffeinlagen mit Ziernähten und Echtholzleisten erzeugen eine ruhige Atmosphäre, Tasten und Schalter wirken solide, die Spaltmaße fallen gleichmäßig aus. Das Cockpit bleibt übersichtlich mit klassischem Kombiinstrument und zentralem Display, das im Fahrbetrieb nicht als berührungsempfindlicher Bildschirm dient. Ein Drehregler auf der Mittelkonsole steuert das Infotainment und reduziert Ablenkung, auch wenn die Menüstruktur stellenweise verschachtelt wirkt. Optional erhältliche Einzelsitze in der zweiten Reihe steigern den Langstreckenkomfort deutlich. Das zurückhaltende Design zielt eher auf Zeitlosigkeit als auf Effekte.
Antrieb und Fahrverhalten
Beim Antrieb tritt der Mazda CX-80 (KJ) mit zwei deutlich unterschiedlichen Charakteren an. Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner mit einem Elektromotor zu 241 kW (327 PS). Er beschleunigt das schwere SUV souverän und erlaubt auf kurzen Alltagsstrecken oft elektrisches Fahren, solange die Batterie mit 17,8 kWh regelmäßig geladen wird. Die elektrische Reichweite von rund 60 Kilometer bleibt im Vergleich zu neueren Konkurrenzmodellen jedoch nur durchschnittlich. Der 3,3-Liter-Reihensechszylinder-Diesel leistet 187 kW (254 PS), liefert viel Drehmoment und passt vor allem zu häufigen Autobahnfahrten oder hoher Anhängelast. Beide Motorvarianten verbinden sich mit Achtgang-Automatik und permanentem Allradantrieb, die im Alltag unauffällig und meist komfortorientiert arbeiten. Das straffe Fahrwerk betont die Fahrstabilität, gibt Querfugen und Schlaglöcher aber deutlich weiter. In schnellen Ausweichmanövern reagiert das Heck lebhaft, das Stabilitätsprogramm greift spürbar, was nicht immer ideal zum Familienanspruch passt.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Im Alltag nutzt der Mazda CX-80 (KJ) sein großzügiges Platzangebot gut aus. Umklappbare Sitzreihen und eine verschiebbare mittlere Reihe ermöglichen je nach Bedarf mehr Knieraum im Fond oder zusätzlichen Kofferraum. Der große Wendekreis erschwert Rangiermanöver in engen Parkhäusern. Die hohe Anhängelast kommt Wohnwagen- und Pferdeanhänger-Besitzern entgegen. Beim Verbrauch entscheidet der Einsatz: Der Plug-in-Hybrid fährt bei konsequentem Laden auf Kurzstrecken sparsam, verbraucht mit leerer Batterie jedoch deutlich mehr Benzin. Der Diesel zeigt sich auf langen Strecken mit konstantem Tempo meist effizienter. Die umfangreiche Sicherheits- und Komfortausstattung treibt den Preis in vielen Konfigurationen in die Nähe großer Oberklasse-SUV, bleibt aber meist etwas darunter. Eine lange Garantie erleichtert die Planung der Betriebskosten.
Fazit
Der Mazda CX-80 (KJ) tritt als geräumiges, hochwertig verarbeitetes Familien-SUV mit hohem Sicherheitsniveau, viel Platz und hoher Anhängelast auf. Ergänzend stehen zwei passende Antriebsoptionen zur Wahl. Dem gegenüber stehen die straffe Fahrwerksabstimmung, der begrenzte Komfort in der dritten Reihe und die nur durchschnittliche elektrische Reichweite des Plug-in-Hybrids. Insgesamt wirkt der Mazda CX-80 (KJ) als stimmige Wahl für große Familien und Zugfahrzeug-Besitzer, die klassische Bedienkonzepte und solide Technik in einem großen SUV erwarten.