Geschichte und Hintergrund
Die Marke wurde 2016 als neue Mobilitätsmarke innerhalb der Geely-Gruppe gegründet, zu der auch Volvo, Polestar und Lotus gehören. Lynk & Co versteht sich als urban orientierte Mobilitätsmarke, die die Digitalisierung und Flexibilisierung der Fahrzeugnutzung in den Mittelpunkt stellt. Das Unternehmen setzt überwiegend auf ein direktes Online-Vertriebsmodell und bietet seine Fahrzeuge hauptsächlich im Abonnement an. Der klassische Kauf spielt eine deutlich geringere Rolle.
Modellangebot und Technik
Das wichtigste Modell für den deutschen Markt ist der Lynk & Co 01, ein Kompakt-SUV auf Basis der Volvo-CMA-Plattform, die auch beim Volvo XC40 eingesetzt wird. In Deutschland wird der 01 ausschließlich als Plug-in-Hybrid angeboten. Die Ausstattung ist bewusst einheitlich gehalten: Kunden wählen lediglich zwischen wenigen Farben und minimalen Optionen.
Besonderheiten des Vertriebsmodells
Lynk & Co setzt in Deutschland auf ein flexibles Abonnement: Für eine monatliche Pauschale sind Steuer, Versicherung, Wartung und Service enthalten. Die Mindestlaufzeit ist kurz, das Fahrzeug kann flexibel zurückgegeben werden. Zusätzlich können Nutzende ihr Fahrzeug über die Plattform bei Bedarf teilen. Der Vertrieb erfolgt vollständig online; klassische Händler gibt es nicht. Für Wartung und Reparaturen nutzt Lynk & Co das bestehende Volvo-Service-Netzwerk.
Zielgruppe und Marktposition
Die Marke richtet sich gezielt an eine junge, urbane Zielgruppe, die Wert auf Konnektivität, Flexibilität und Nachhaltigkeit legt. Das Design ist modern, die Bedienung klar digital ausgerichtet. Im Vergleich zu anderen chinesischen Marken wie MG, BYD oder Aiways positioniert sich Lynk & Co als Lifestyle-Marke mit Premium-Anspruch. Die technische Nähe zu Volvo sorgt für ein hohes Qualitätsniveau, während das Nutzungskonzept neue Kundengruppen anspricht.
Kritik und Herausforderungen
Lynk & Co wird für sein innovatives Konzept gelobt, steht jedoch auch vor Herausforderungen. Die Akzeptanz von Auto-Abonnements ist in Deutschland weiterhin begrenzt, viele Menschen bevorzugen Kauf oder Leasing. Fahrzeuge aus Sharing- oder Vermietflotten zeigen teils stärkere Gebrauchsspuren, was den Gebrauchtwagenmarkt beeinflussen kann. Kritisiert wird zudem, dass bislang kein reines Elektrofahrzeug für Europa angeboten wird, obwohl die Marke sich modern und zukunftsorientiert positioniert. Der Erfolg von Lynk & Co in Deutschland hängt davon ab, wie das flexible Mobilitätskonzept angenommen wird und ob das Modellportfolio erweitert wird.
Technische und digitale Ausstattung
Lynk & Co-Fahrzeuge verfügen über moderne Assistenzsysteme, umfangreiche Konnektivität und digitale Services. Das Infotainment-System bietet plattformeigene Apps und Sharing-Funktionen und wird überwiegend über einen Touchscreen bedient. Viele Fahrzeugfunktionen können per Smartphone-App gesteuert werden, darunter auch die Sharing-Option.
Umwelt und Nachhaltigkeit
Der Fokus liegt derzeit auf Plug-in-Hybrid-Antrieben; reine Elektrofahrzeuge bietet Lynk & Co in Europa bislang nicht an. Die Marke betont ihren nachhaltigen Ansatz durch flexible Nutzungskonzepte und Sharing-Modelle, die den individuellen Fahrzeugbesitz reduzieren sollen. Ob und wann Lynk & Co vollständig auf Elektromobilität umstellt, bleibt abzuwarten.