Position und Konzept
Der Lamborghini Urus (ZL) steht als Antwort auf strengere Emissionsvorgaben und behält gleichzeitig den Anspruch als Super-SUV. Er nutzt den modularen Längsbaukasten des Konzerns, interpretiert die vorhandene Technik jedoch deutlich radikaler als die Schwestermodelle von Audi, Bentley oder Porsche. In der aktuellen Plug-in-Hybrid-Ausführung steigt die Systemleistung weiter an, gleichzeitig trägt der elektrische Fahranteil zur Senkung des Flottenverbrauchs bei. Der Urus zielt auf Käufer, die ein leistungsstarkes SUV mit Platz für Familie und Gepäck suchen und dabei eine gewisse elektrische Alltagsreichweite schätzen.
Design und Auftritt
Optisch wirkt der Urus klar extrovertiert. Die Formensprache mit scharfen Kanten, breiten Schultern und coupéhafter Dachlinie fällt aggressiver aus als bei vielen anderen Luxus-SUV. Mit der Umstellung auf den Plug-in-Hybrid erhält der Lamborghini Urus (ZL) eine geänderte Front mit neuer Matrix-LED-Lichtsignatur, eine modifizierte Motorhaube sowie ein neu gestaltetes Heck mit Spoiler und Diffusor, die den Abtrieb bei hohen Geschwindigkeiten erhöhen. Große Räder bis 23 Zoll und die niedrige Dachhöhe lassen das SUV eher wie einen hochgelegten Sportwagen erscheinen und rücken den Charakter deutlich in Richtung Dynamik.
Innenraum und Praktikabilität
Im Innenraum treffen eigenständige Lamborghini-Elemente auf viele bekannte Bauteile aus dem Konzern. Das Cockpit wirkt futuristisch, die Bedienung mit Touchscreen und separatem Touchfeld für die Klimafunktionen jedoch relativ komplex. Hochwertige Materialien und eine präzise Verarbeitung unterstreichen den luxuriösen Anspruch, die Sitze bieten viel Seitenhalt und auf langen Strecken guten Komfort. Der lange Radstand schafft viel Platz, vier Erwachsene sitzen bequem, auf Wunsch steht eine Konfiguration mit fünf Sitzplätzen zur Verfügung. Der Kofferraum fasst durch die Plug-in-Technik 454 Liter, die hohe Ladekante erschwert das Beladen, für den Familienurlaub reicht das Volumen dennoch aus. Problematisch bleibt die geringe Zuladung, die bei voller Besetzung schnell ausgereizt ist.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Antrieb kombiniert einen V8-Biturbo mit einem Elektromotor und liefert kräftigen Vortrieb über einen breiten Drehzahlbereich. Im Elektromodus rollt der Urus leise und lokal emissionsfrei durch Stadtgebiete, auf der Autobahn dominiert der Verbrenner. Die Hinterachslenkung erhöht die Agilität in engen Kurven und stabilisiert das SUV bei hohem Tempo. Luftfederung und aktive Wankstabilisierung halten die Karosserie auch bei schneller Fahrweise ruhig, gleichzeitig bleibt der Restkomfort für ein sportlich ausgelegtes SUV hoch. Mehrere Fahrprogramme für Straße, Rennstrecke und leichtere Offroad-Passagen spannen den Bogen zwischen Komfort und Dynamik, für anspruchsvolles Gelände eignet sich der Urus konstruktionsbedingt nur eingeschränkt.
Alltag, Kosten und Fazit
Im Alltag spielt der Plug-in-Hybrid seine Stärken vor allem bei regelmäßigem Laden aus, wenn kurze Strecken überwiegend elektrisch erfolgen. Auf langen Autobahnfahrten nähert sich der Verbrauch eher den früheren reinen Verbrennerversionen an und reduziert den Effizienzvorteil. Versicherung, Wartung und Verschleißteile liegen auf hohem Kostenniveau, zumal Reifen und Bremsen auf die Leistung abgestimmt sind. Insgesamt richtet sich der Lamborghini Urus (ZL) an eine kleine, finanzstarke Kundschaft, die markantes Design, hohe Fahrleistungen und einen vollwertigen Innenraum in einem Fahrzeug bündelt. Wer in erster Linie Effizienz oder Zurückhaltung erwartet, findet bei anderen Plug-in-SUV passendere Angebote. Für Fahrer, die Leistung, Auftritt und Nutzwert gleichermaßen wichtig nehmen, bleibt der Urus ein leistungsorientiertes SUV mit brauchbarer Familientauglichkeit.