Lamborghini HuracánSeit 2015

Fahrzeugeinordnung

Der Lamborghini Huracán wurde auf dem Genfer Automobilsalon 2014 präsentiert und ist der Nachfolger des Gallardo, der mit 14.022 verkauften Fahrzeugen der kommerziell erfolgreichste Lamborghini aller Zeiten war. Wie der Gallardo teilt sich der Huracán die Technik mit dem Audi R8, was wie etwa beim Infotainmentsystem auch deutlich sichtbar wird und bei den Käufern dieses über 200.000 Euro teuren Sportwagens nicht unbedingt für Begeisterungsstürme sorgt.

Der Huracán ist der erste Lamborghini, der auf der neuen MSS-Plattform (Modular Sportscar System) aufgebaut wurde. Wie der Audi R8 hat der Lambo einen Allradantrieb, allerdings gibt es auch Derivate, die nur mit Heckantrieb ausgestattet sind und dann mit 580 PS statt der 610 PS des Allradlers auskommen müssen. Im Sommer 2017 wird der Huracán Performante mit 640 PS auf den Markt kommen und vermutlich motorseitig einen Ausblick auf das Facelift des Huracán geben. Die Konkurrenten des italienischen Sportwagens sind der Konzernbruder Audi R8 V10 plus, der Ferrari 488 GTS, der McLaren 650S und der Porsche 911 Turbo S.

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Stärken
  • Kart-ähnliches Fahrgefühl
  • Technologie aus der Luftfahrt
  • komfortabler als der Vorgänger
Schwächen
  • Audi-Verwandtschaft sichtbar
  • hoher Hartplastikanteil im Cockpit
  • Lenkung gibt zu wenig Rückmeldung
Daten
Motorenwerte
Leistung
426 kW / 579 PS
Motorenwerte
0 - 100 km/h
3,4 s
Motorenwerte
Höchst­geschwindigkeit
320 km/h
Motorenwerte
CO2-Ausstoß (komb.)*
278 g/km
Motorenwerte
Verbrauch (komb.)*
11,9 l/100km
Motorenwerte
Energieeffizienzklasse*
G

* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem 'Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch, die offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und den offiziellen Stromverbrauch neuer Pkw' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der 'Deutschen Automobil Treuhand GmbH' unentgeltlich erhältlich ist unter www.dat.de.

Modell im Test

Modell im Test (Neu- und Gebrauchtwagen)

Der Lamborghini Huracán soll weltweit erfolgreich sein. Deswegen haben die Ingenieure viel Wert auf die Fahrbarkeit gelegt. Bremste der Gallardo noch mit deutlicher Neigung zum Untersteuern, ist der Huracán hecklastiger und agiler, aber auch berechenbarer ausgelegt und somit leichter zu beherrschen. Auch die guten und bequemen Sportsitze erhöhen den Komfort. Bei aller unkomplizierten Fahrfreude: Der Lamborghini Huracán ist nach wie vor ein reinrassiger Sportwagen mit Fahrleistungen, die eines Supersportwagens würdig sind.

Auch bei der Qualität und der Alltagstauglichkeit hat der Huracán gegenüber dem Gallardo einen erkennbaren Schritt nach vorne gemacht. Mittlerweile verfügt das Zehnzylinder-Aggregat über eine Zylinderabschaltung, was den Norm-Verbrauch bei der 610 PS-Variante angesichts der Leistung auf durchaus ehrenwerte 12,5 Liter pro 100 Kilometer drückt. Neben dem Huracán Coupé ist ein Spyder erhältlich, beide Versionen gibt es auch mit Heckantrieb und 580 PS. Im Sommer 2017 wird der Huracán Performante mit 640 PS die Modellpalette vervollständigen.

Motoren

Motoren

Beim Lamborghini Huracán kommt traditionell ein frei drehender V10-Sauger ohne Turbo- oder Kompressoraufladung zum Einsatz. Je nach Modell leistet das Triebwerk zwischen 580 PS und 640 PS, die Normverbräuche variieren zwischen 11,9 und 13,7 Litern (283 – 314 g/km CO2). Von null auf 100 km/h sind es 3,2 Sekunden bis 3,6 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeiten der Modelle bewegen sich zwischen 319 und 325 km/h.

  • 5,2 Liter V10-Motor mit Zylinderabschaltung
  • 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
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Sicherheit

Sicherheit

Der Lamborghini Huracán bietet mit sechs Airbags und dem Monocoque aus Carbon-Verbundstoff ein solides Sicherheitskonzept. Zumal diese Bauweise im Falle einer Kollision eine hohe Crash-Sicherheit auszeichnet. Ein wirksamer Unfall-Verhinderer sind die serienmäßigen Carbon-Keramik-Bremsscheiben, die einen kurzen Bremsweg garantieren und außerdem noch sehr standfest sind. Bei den aktiven Assistenzsystemen hat der Huracán sportwagentypisch nur das Nötigste verbaut, wie etwa eine Reifendruckkontrolle oder eine Rückfahrkamera.

Zur Sicherheitsausstattung zählen:

  • sechs Airbags
  • Reifendruckkontrollsystem
  • Carbon-Keramik-Bremsscheiben
Sicherheitsausstattung anzeigen
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Ausstattung

Ausstattung

Für den Preis von 201.824 Euro bekommt man beim Lamborghini Huracán immer noch keine Vollausstattung. Vor allem bei der Individualisierung muss der Kunde tief in die Tasche greifen, zum Beispiel kostet ein mattschwarzer Lack über 11.000 Euro, auch für sicherheitsrelevante Details wie eine Rückfahrkamera ist ein Aufpreis fällig.

Zur Serienausstattung gehören:

  • Sportsitze
  • Carbon-Keramik-Bremsscheiben
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Beschreibung

Modellbeschreibung

Der Lamborghini Huracán tritt in große Fußstapfen, war der Vorgänger Gallardo mit 14.022 Exemplaren doch bisher das meistverkaufte Modell des italienischen Sportwagenherstellers. Doch der Nachfolger lässt sich deutlich problemloser und schneller bewegen und hat ebenso das Zeug zum globalen Bestseller.


Vorderansicht - schräg
Im Normalfall ist der Huracán mit einer Verteilung von 70:30 eher hecklastig ausgelegt.
Seitenansicht

Der Lamborghini Huracán ist der erste Sportwagen, der auf der neuen MSS-Plattform (Modular Sportscar System) basiert, die zusammen mit Audi entwickelt wurde. Mittlerweile hat die Ingolstädter Konzernmutter nachgezogen und den technisch eng verwandten Audi R8 auf den Markt gebracht. Das Chassis des Lamborghini Huracán besteht aus einer Hybridbauweise aus Aluminium mit einem Carbon-Monocoque. Aus diesem Grund ist der Huracán 50 Prozent steifer und mit 1422 Kilogramm auch noch zehn Prozent leichter als der Vorgänger Gallardo.

Zehnzylinder-Motor ohne Aufladung

Wie beim Lamborghini Gallardo sorgt auch im Huracán ein Zehnzylinder-Motor für Vortrieb. Das Aggregat leistet zwischen 580 PS und 640 PS und kommt traditionell ohne Aufladung aus, verfügt aber jetzt über eine Zylinderabschaltung, die den Verbrauch senkt. Das V10-Triebwerk ist längs eingebaut und befindet sich vor der Hinterachse – damit entspricht das Konstruktionsprinzip dem traditionellen Mittelmotorkonzept, womit sich auch der Namenszusatz „LP“ erklärt: Der steht für „longitudinale posteriore“, zu deutsch: „hinten längs“.

Der Allradantrieb ist besser als beim Gallardo. Dank des neuen elektronisch gesteuerten Vorderachsdifferentials fließen nun mit Hilfe der Lamellenkupplung bis zu 50 Prozent der Antriebskraft nach vorne. Nach hinten sind sogar 100 Prozent möglich. Auch das war bisher nicht möglich. Im Normalfall ist der Huracán mit einer Verteilung von 70:30 eher hecklastig ausgelegt. Damit gehört auch die ausgeprägte Untersteuerungsneigung des Vorgängers Lamborghini Gallardo der Vergangenheit an.

Luftfahrtechnik für die Fahrdynamik

Kern des Fahrdynamik-Pakets ist die "Lamborghini-Piattaforma-Inerziale"-Technik (LPI) mit technologischen Anleihen aus der Luftfahrt. Neun Sensoren berichten ohne Verzögerung den Bewegungsstatus des Fahrzeugs an die diversen Regelsysteme wie ESP oder den Allradantrieb. So können Roll-, Wank und Neigbewegungen in Echtzeit bereits im Keim erstickt werden. Zwei zusätzliche Kreiselkompasse im Fahrzeugschwerpunkt überwachen die Drehbewegungen im Raum. Bei konventionellen Sensor-Anordnungen ist nur ein solcher Sensor verbaut.

Fazit zum Lamborghini Huracán

Mit dem Huracán ist Lamborghini ein guter Supersportwagen gelungen, dessen Stärken in der problemlos zu handhabenden Agilität liegen. Vor allem die aus der Luftfahrt stammende LPI-Technik steigert die Dynamik des italienischen Sportwagens. Allerdings hat die Konkurrenz von McLaren, Porsche und Ferrari ebenfalls sehr gute Modelle anzubieten, die dem Lamborghini Huracán das Leben schwer machen. Umso erstaunlicher ist es, dass solche Extras wie eine Rückfahrkamera beim Lamborghini Aufpreis kosten.