Positionierung und Konzept
Der Kia Sportage (NQ5) ist in der fünften Generation ein kompaktes SUV der unteren Mittelklasse mit breitem Antriebsangebot. Die Plug-in-Hybrid-Variante steht am oberen Ende der Palette und verbindet lokal emissionsfreies Fahren mit der Reichweite eines Verbrenners. Im Vergleich zum Vorgänger mit überwiegend Benzin- und Dieselmotoren bietet der Sportage höhere elektrische Fahranteile und ein erweitertes Assistenzniveau. Damit richtet sich das Modell vor allem an Familien und Pendler.
Design und Raumangebot
Mit einer Länge von 4.515 mm und einem Radstand von 2.680 mm bleibt der Kia Sportage (NQ5) handlich genug für die Stadt und bietet mehr Innenraum als der Vorgänger. Die erhöhte Sitzposition erleichtert Einstieg und Übersicht im Verkehr. Im Fond stehen Erwachsenen ordentliche Bein- und Kopffreiheit zur Verfügung, was lange Urlaubsfahrten angenehm macht. Der Kofferraum fasst 540 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf bis zu 1.715 Liter, sodass Kinderwagen und Urlaubsgepäck gut unterkommen. Eine Bodenfreiheit von 170 mm genügt für Feldwege und winterliche Bedingungen, begrenzt jedoch den Offroad-Einsatz. Im Wettbewerbsumfeld von Ford Kuga und Hyundai Tucson liegt der Sportage größen- und nutzwertseitig im oberen Mittelfeld.
Innenraum und Bedienung
Das Cockpit setzt auf digitale Anzeigen und einen breiten Zentralbildschirm, der Tacho und Infotainment verbindet. Materialien und Verarbeitung wirken wertig, im unteren Bereich der Verkleidungen kommen jedoch harte Kunststoffe zum Einsatz. Die Vordersitze bieten ordentlichen Seitenhalt und viele Verstellmöglichkeiten, sodass sich eine entspannte Sitzposition einstellen lässt. Eine Klimaautomatik regelt die Temperatur der Fahrgastzelle, das Navigationssystem mit Online-Funktionen unterstützt die Routenplanung. Über Android Auto und Apple CarPlay lassen sich Smartphone-Apps einbinden, was den Umstieg erleichtert. Insgesamt wirkt das Bedienkonzept moderner und aufgeräumter als im Vorgänger, die vielen Menüs erfordern anfangs aber Einarbeitung.
Fahrverhalten und Antrieb
In der Plug-in-Hybrid-Version stellt der Antrieb 195 kW (265 PS) Systemleistung und 350 Nm Drehmoment zur Verfügung und sorgt für zügige Fahrleistungen. Das Leergewicht von rund 1.900 kg spürt man beim Beschleunigen, der Elektromotor kompensiert dies teilweise. Im elektrischen Betrieb bewegt sich der Sportage leise und lokal emissionsfrei durch die Stadt, auf der Autobahn arbeitet überwiegend der Turbobenziner. Die Sechs-Stufen-Automatik schaltet meist weich, bei starkem Kickdown wirkt der Antriebsstrang kurzzeitig angestrengt. Das Fahrwerk ist komfortorientiert abgestimmt, bügelt lange Wellen glatt und gibt kurze Querfugen spürbar weiter. Die Lenkung arbeitet ausreichend präzise, liefert jedoch wenig Rückmeldung und unterstützt den eher entspannten Charakter. Ohne regelmäßiges Laden steigt der Verbrauch deutlich über die Normangaben.
Sicherheit, Komfort und Alltagstauglichkeit
Der Sportage profitiert von einer breiten Palette an Assistenzsystemen, die in vielen Fahrsituationen unterstützen und das Sicherheitsniveau erhöhen. Notbremsassistent und Spurhalteassistent sollen Unfälle vermeiden, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent entlastet den Fahrer im dichten Verkehr. Die Fünf-Sterne-Bewertung im Euro-NCAP-Crashtest bestätigt das hohe Schutzpotenzial der Karosserie. LED-Scheinwerfer verbessern die Sicht bei Nacht, Rückfahrkamera und Parksensoren erleichtern das Rangieren in engen Parkhäusern. Die lange Herstellergarantie reduziert das Kostenrisiko in den ersten Jahren. In Zuverlässigkeitsstatistiken erscheinen vereinzelt Probleme mit Starterbatterie und Elektronik, insgesamt wirkt das Modell jedoch eher unauffällig. Alltagstauglich machen den Sportage der große Kofferraum, die variable Rückbank und ein ordentlicher Wendekreis, auch wenn die relativ geringe Bodenfreiheit ausgeprägte Offroad-Einsätze einschränkt. Damit präsentiert sich der Kia Sportage (NQ5) als ausgewogenes Kompakt-SUV für Stadt, Pendelstrecke und Familienreisen.