Kia Picanto (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Bei Kia scheint man Humor mit großen Lettern zu buchstabieren – wenigstens, wenn es um den Kleinstwagen im Modellportfolio geht, den Kia Picanto. So wurden einige Vorführwagen der ersten Generation, die in Deutschland im April 2004 und damit zeitgleich zum Start des Kino-Films „Garfield“ auf den Markt kam, mit großformatigen Aufklebern versehen, die besagten, faul-verfressenen Zeichentrick-Kater zeigten. Und selbst wer zunächst nicht in den zweifelhaften Genuss eines dieser limitierten Modelle kam, konnte den Fremdschäm-Faktor seines Picanto nachträglich für rund 200 Euro mit einem entsprechenden Aufkleber-Set doch noch gewährleisten.

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Daten

Daten

Die Basis-Version kommt mit einem 67 PS-Benzin-Motor, der dem Kleinstwagen-Segment inzwischen entwachsenen Picanto nur im Stadtbetrieb gerecht wird. Zwar taugen die 161 km/h Spitze, um auf der Autobahn einigermaßen mitschwimmen zu können. Die 14,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, vor allem aber die Durchzugswerte machen Überholvorgänge auf der Autobahn und noch mehr auf der Landstraße zu einer Qual. Der 84 PS-Benziner als einzige Motorisierung, für die optional eine 4-Stufen-Automatik verfügbar ist, meistert solche Aufgaben bereits besser. Doch erst der 100 PS-Dreizylinder vermittelt das Gefühl, wirklich konkurrenzfähig motorisiert zu sein.

  • Basis-Motorisierung mit 67 PS
  • optionale Automatik nur für den 84-PS-Vierzylinder
  • 100 PS-Dreizylinder-Turbo als Topmotorisierung
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Test

Test

Der Kia Picanto der dritten Generation mag nominell zum Segment der Kleinstwagen zählen. Je nach Motorisierung und Ausstattung aber wirkt der Picanto beinahe schon wie ein Kompakter, etwa wenn der optionale, radarbasierte Notbremsassistent oder das Navigationssystem mit Echtzeit-Verkehrsinformation an Bord sind (was sich dann allerdings deutlich im Preisniveau niederschlägt). Auch in Sachen Fahrkomfort, der nicht nur für einen Kleinstwagen erfreulich ist, sowie dem jederzeit sicheren Fahrverhalten zeichnet sich der Picanto aus. Das Platzangebot ist gut, der fünfte Sitzplatz, mit dem Kia wirbt, allerdings allenfalls Kindern zumutbar, und das auch nur auf der Kurzstrecke.

Dass ein Kleinstwagen keinen Kofferraum anbieten kann wie ein Mittelklassemodell, dürfte einleuchten. 290 Liter sind es daher, die bei vier Personen-Betrieb gerade einmal zur Verfügung stehen. Bleibt man zu zweit, lässt sich die Ladefläche hinter den Vordersitzen bis zur Fensterlinie immerhin auf 470 Liter erweitern. 

  • sicher und komfortabel
  • höherwertige Optionen (radarbasierter Notbremsassistent, Echtzeit-Verkehrsinfo)
  • fünfter Sitzplatz nur für Kinder eine Option
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Preise

Preise

Ab 9990 Euro kann man Picanto fahren. Auch wenn man dafür nur den eher schlappen 67 PS-Benziner in der Basisausstattung „Attract“ bekommt. Die verfügt zwar bereits über sechs Airbags, ein Radio mit MP3-Funktion und einen Bordcomputer, aber noch nicht über eine Klima-Anlage. Die gibt es, ebenso wie eine Zentralverriegelung mit Funkbedienung und elektrischen Fensterhebern vorn, erst ab der Version „Edition 7“, dann für 11.490 Euro. In der „Spirit“-Ausstattung ab 13.890 Euro bekommt man darüber hinaus einen Knieairbag für den Fahrer, ein Start-Stopp-System und elektrischen Fensterheber. In der „GT-Line“ mit reichhaltiger Sport-Optik sind Bluetooth-Freisprecheinrichtung und elektrisch anklappbare Außenspiegeln ab 14.990 Euro enthalten. Die höchste Ausstattung, „X-Line“ schließlich startet ab 16.190 Euro und umfasst unter anderem einen 7-Zoll-Touchscreen, Klimaautomatik, Parksensoren hinten und eine Rückfahrkamera. Wer Wert auf die empfehlenswerte 100 PS-Motorisierung legt, muss mindestens zur „GT Line“ greifen und dafür dann 15.790 Euro an Kia überweisen. Ein Betrag, der sich mit dem sinnvollen, „Advanced-Driving-Assistance-Paket“, das unter anderem den Notbremsassistenten beinhaltet, noch einmal um 590 Euro steigt.

  • Picanto-Einstieg beginnt unter 10.000 Euro
  • 100 PS erst ab „GT Line“ und 15.790 Euro
  • optionales „Advanced-Driving-Assistance-Paket“ mit Notbremsassistent für 590 Euro
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Auch bei der zweiten Generation, die im Mai 2011 startete, ließ sich Kia in Sachen „Spaß ist, wenn man trotzdem lacht“ nicht lumpen. So veröffentlichte man Details zum neuen Picanto auf einer eigens dafür ins Leben gerufen Website.


Vorderansicht - schräg
Die Adresse picantoleaks.de weckte Assoziationen an die Enthüllungsplattform WikiLeaks.
Seitenansicht

Die war über die Adresse picantoleaks.de zu erreichen und weckte Assoziationen an die Enthüllungsplattform WikiLeaks, die ihren größten Coup allerdings erst zwei Jahre später, mit den Enthüllungen des ehemaligen CIA-Mitarbeiters Edward Snowden landen sollte. Für die im April 2017 gestartete, nun dritte Generation des Picanto sind vergleichbare Marketing-Aktionen nicht hinterlegt – mag also sein, dass man bei Kia vorsichtiger geworden ist mit Späßen, über die nicht jeder zwingend lacht.

 

Generation 1: Erfolgreich im Konkurrenzvergleich und auch zuverlässig

Spaß hin, Fremdschäm-Faktor her – schon die von 2004 bis 2011 gebaute erste Generation des Picanto war ein ernst gemeinter Kleinstwagen, der es nicht nur mit der direkten Konkurrenz, etwa dem Fiat Panda, erfolgreich aufnehmen, sondern in Vergleichstests zum Beispiel auch dem eine halbe Klasse höher positionierten VW Polo das Leben schwermachen konnte. Diese erste Generation des Picanto war ausschließlich als Fünftürer und mit nur zwei Motorisierungen erhältlich. So bot Kia neben einem 1,1-Liter-Vierzylinder-Benziner, der 65 PS leistete und auf Autogas umgerüstet werden konnte, auch einen 1,1-Liter-Dreizylinder-Diesel an. Der brachte es auf 75 PS, wurde aber bereits 2008 wieder aus dem Programm genommen. Der im Entwicklungszentrum von Kia in Rüsselsheim designte Picanto sollte nicht zuletzt den europäischen Geschmack treffen. Das gelang dem Koreaner vor allem dank eines Preises von 8700 Euro für die Basis-Version.

Der Picanto bewährte sich in der Folge nicht nur kurzfristig in den Tests der Fachpresse, sondern erwies sich in Kundenzufriedenheitsumfragen und Untersuchungen wie dem „J.D. Power-Report“ oder „DEKRA-Gebrauchtwagenreport“ zudem als Fahrzeug von erfreulich hoher Zuverlässigkeit. Interessenten sollten allerdings beachten, dass das elektronische Stabilitätskontrollsystem zunächst gar nicht und ab der Modellpflege von 2008 nur optional für die höheren Ausstattungslinien bestellbar war. Auch die 7-Jahre-Garantie, für die Kia heute zurecht gelobt wird, trifft erst auf Kia-Modelle zu, die ab 2010 in Europa zugelassen wurden.

 

Generation 2: ESP anfangs noch immer nur optional 

Die im Mai 2011 eingeführte zweite Generation des Picanto war nun erstmals (und bis heute letztmalig) auch als Dreitürer verfügbar – wohl, um den Picanto, der bisher vor allem von Frauen gewählt wurde, nun auch für eine männliche Kundschaft interessant zu machen. Entscheidender allerdings war, dass man bei Kia erkannt hatte, dass es beim Picanto Nachholbedarf in Sachen Ausstattung und Sicherheit gab. So waren nun Vorhang-Airbags ebenso verfügbar wie (für die Topausstattung) Knie-Airbags – damals ein Novum im Kleinstwagen-Segment. Ärgerlich allerdings, dass ESP nach wie vor an eine bestimmte Ausstattungslinie gebunden und auch nur optional zu bekommen war. Erst seit 2014 und mit der ESP-Pflicht für alle Neufahrzeuge in Europa fährt auch der Picanto serienmäßig mit Stabilitätsprogramm. Zwei Benzin-Motoren, einen Dreizylinder mit 67 PS sowie einen Vierzylinder mit 85 PS, bot Kia für die zweite Generation des Picanto an. Zudem konnte erneut ein Motor (der Dreizylinder) mit Benzin und Gas betrieben werden.

 

Generation 3: Ein Hauch von Sportsgeist dank neuer „GT-Line“

Im April 2017 startete schließlich die aktuelle, dritte Generation des Picanto, der nun nicht mehr als Dreitürer, dafür aber in einer dritten Benzin-Variante angeboten wird. So ist jetzt neben zwei Saugmotoren, einem 67-PS-Dreizylinder und einem 84-PS-Vierzylinder, ein Dreizylinder-Turbo verfügbar, der 100 PS leistet und den Picanto immerhin rund 180 km/h schnell macht. Den Normverbrauch gibt Kia mit 4,5 Litern an, tatsächlich aber muss man eher mit fünfeinhalb Litern rechnen. Der Picanto ist in dieser dritten Generation in jeder Hinsicht gewachsen. Im Innenraum gibt es ein verbessertes Platzangebot, in der Ausstattungsliste erstmals eine „GT-Line“. Die verbreitet mit Ausstattungsdetails wie 16 Zoll-Rädern, Heck-Diffusor und Doppel-Auspuff einen Hauch von Sportlichkeit und macht den Picanto zu einem besonders hübschen Vertreter im Kleinstwagen-Segment.

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