Karosserie und Konzept
Der Jeep Wrangler (JL) gehört in der Mittelklasse zu den wenigen Geländewagen mit klassischem Leiterrahmen. Die fünftürige Karosserie misst 4.882 mm in der Länge und 1.901 mm in der Höhe, der Radstand von 3.008 mm sorgt für viel Platz und erschwert enge Kehren. Mit 252 mm Bodenfreiheit, großen Böschungswinkeln und einer Wattiefe von 760 mm richtet sich der Wrangler auf anspruchsvolle Offroad-Passagen aus. Die kantige Silhouette, das abnehmbare Dach und teilweise demontierbare Türen betonen den Freizeitanspruch. Im Vergleich zum Vorgänger Wrangler JK wirkt der leichtere Aufbau mit mehr Aluminiumteilen effizienter und auf der Straße etwas ruhiger, ohne den robusten Charakter zu verlieren.
Innenraum und Alltag
Im Innenraum steht ein aufrecht gestaltetes Cockpit mit hoher Sitzposition, die eine gute Übersicht schafft. Vorn sitzen Erwachsene bequem, im Fond bringt die verlängerte Karosserie spürbar mehr Knieraum als in dreitürigen Varianten. Der Kofferraum bietet 548 Liter Volumen, bei umgeklappter, geteilter Rücksitzbank entstehen bis zu 1.059 Liter, was Urlaubsgepäck und Campingausrüstung aufnimmt.
Die Materialien wirken robust und lassen sich leicht reinigen, verzichten aber weitgehend auf weiche Oberflächen. Wegen der steilen Frontscheibe und des modularen Dachs fallen Wind- und Reifengeräusche deutlicher aus als bei vielen straßenorientierten SUV. Mit 561 kg Zuladung und 2.495 kg Anhängelast eignet sich der Wrangler als Zugfahrzeug für Wohnwagen oder Bootsanhänger.
Antrieb und Fahrverhalten
In dieser Motorisierung arbeitet ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 200 kW (272 PS) und 400 Nm. Er liefert ausreichende Reserven für Überholvorgänge und steile Anstiege. Die Achtgang-Automatik schaltet unauffällig und hält den Motor im Alltag meist im passenden Drehzahlbereich. Gegenüber dem früheren großvolumigen Sechszylinder wirkt der Antrieb nüchterner, dafür kultivierter und etwas sparsamer.
Der Allradantrieb mit zuschaltbarer Geländeuntersetzung bildet zusammen mit den Starrachsen die Basis für ernsthaften Offroad-Einsatz. Grobstollige Reifen sorgen für viel Traktion, lassen den Wrangler auf der Straße aber härter über Schlaglöcher und Querfugen abrollen. Der WLTP-Verbrauch von 11,4 l/100 km fällt hoch aus und verteuert lange Autobahnfahrten. Das Tankvolumen von 82 Liter ermöglicht dennoch alltagstaugliche Reichweiten, vor allem bei moderatem Autobahntempo.
Sicherheit und Komfort
Die Sicherheitsausstattung umfasst eine stabile Fahrgastzelle mit integrierter Überrollstruktur. Mehrere Airbags mindern im Crashfall die Aufprallenergie und schützen die Insassen. Assistenzsysteme wie elektronisches Stabilitätsprogramm und Frontkollisionswarnung greifen früh ein und entschärfen kritische Situationen. Im Euro-NCAP-Test erreichte der Wrangler nur ein mäßiges Ergebnis, vor allem wegen begrenzter Assistenzfunktionen und schwächerem Fußgängerschutz.
Beim Komfort zeigt sich der Geländewagen zwiespältig. Die Federung steckt grobe Schläge robust weg, kleinere Unebenheiten und Querfugen dringen stärker in den Innenraum durch als bei weich abgestimmten SUV. Eine Klimaanlage erleichtert lange Strecken und verbessert das Klima im Innenraum. Das Infotainmentsystem unterstützt Navigation und Mediensteuerung. Das offene Dachkonzept bringt viel Frischluft, erhöht jedoch die Windgeräusche.
Fazit
Der Jeep Wrangler (JL) tritt als Geländewagen mit Stärken abseits befestigter Straßen auf. Geländegängigkeit, Innenraum und der Kofferraum mit bis zu 1.059 Liter Volumen sowie die hohe Anhängelast sprechen für das Konzept. Dem stehen hoher Benzinverbrauch, ein mäßiges Sicherheitsrating und im Vergleich zu straßenorientierten SUV ein rustikaler Komfort gegenüber. Damit eignet sich der Wrangler vor allem als Freizeit- und Zugfahrzeug, weniger als komfortabler und sparsamer Alltagsbegleiter.