Der Jeep Compass (MP) der ab 2017 angebotenen Generation markiert in der Modellhistorie den Schritt zu einem global entwickelten kompakten SUV, das stärker auf Komfort und Technik als auf harte Geländeeinsätze ausgerichtet ist. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt die Karosserie klarer gezeichnet, der Innenraum moderner. Die Sicherheitsausstattung wächst deutlich und rückt den Compass näher an Konkurrenten wie Volkswagen Tiguan oder Hyundai Tucson heran.
Design und Karosserie
Mit knapp 4.400 mm Länge gehört der Compass klar in das Segment der kompakten SUV. Die aufrechte Front mit dem typischen Kühlergrill und die kurzen Überhänge sorgen für einen robusten, gleichzeitig handlichen Auftritt. Eine Bodenfreiheit von 198 mm und ordentliche Böschungswinkel erlauben Ausflüge abseits befestigter Straßen, für ernsthafte Geländefahrten eignen sich jedoch eher die Allradvarianten. Silhouette und Proportionen wirken im Vergleich zum Vorgänger stimmiger und orientieren sich stärker am europäischen Geschmack.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum bietet der Compass vorn viel Platz und in der zweiten Reihe ordentliche Kniefreiheit. Der Kofferraum fasst 438 Liter und wächst bei umgelegter Rückbank auf 1.269 Liter mit nahezu ebener Ladefläche. Weiche Oberflächen stehen einfachen Kunststoffen in den unteren Bereichen gegenüber, die Verarbeitung wirkt solide, aber wenig fein. Das Uconnect System mit 7 Zoll großem Touchscreen wirkt modern und integriert Smartphones zuverlässig, einige verschachtelte Untermenüs erschweren jedoch die Bedienung. Separate Tasten für Klimaanlage und Lautstärke erleichtern häufige Einstellungen.
Fahreindruck und Motor
Im hier beschriebenen Compass arbeitet ein 1,4 Liter großer Turbobenziner mit 103 kW (140 PS). Er läuft kultiviert, spricht jedoch eher träge an und bietet nur mäßigen Durchzug, was zu einer ruhigen Fahrweise passt. Das manuelle Sechsganggetriebe hält die Drehzahlen bei Reisetempo niedrig und schaltet unauffällig. Die elektromechanische Lenkung arbeitet leichtgängig und ausreichend direkt, vermittelt aber wenig Rückmeldung. Das Fahrwerk bügelt grobe Unebenheiten weg, neigt auf kurzen Wellen zum Wippen und wirkt insgesamt nur durchschnittlich komfortabel. Der reale Verbrauch liegt deutlich über der Herstellerangabe und treibt damit auch die Emissionen nach oben.
Alltagstauglichkeit und Umfeld
Im Alltag hilft die erhöhte Sitzposition in Verbindung mit der noch kompakten Außenlänge beim Fahren in der Stadt und in Parkhäusern. Große Fensterflächen sorgen für brauchbare Übersicht, beim Rangieren unterstützen serienmäßige Parksensoren am Heck. Mit 1.505 kg Leergewicht und 411 kg Zuladung eignet sich der Compass eher für leichtere Transportaufgaben, die gebremste Anhängelast von 1.000 kg reicht vor allem für kleinere Freizeitanhänger. Der hohe Verbrauch belastet die laufenden Kosten und die Umweltbilanz, während großzügig bemessene Wartungsintervalle und Garantien etwas ausgleichen. Im Wettbewerbsumfeld überzeugt der Compass durch eigenständige Optik mit leichtem Offroad Einschlag, bleibt jedoch bei Materialqualität und Antriebseffizienz hinter einigen Rivalen zurück.
Fazit
Der Jeep Compass (MP) tritt als eigenständiges kompaktes SUV mit gutem Raumangebot und ordentlicher Sicherheitsausstattung auf. Design und Alltagstauglichkeit gefallen, die hier beschriebene Benzinvariante enttäuscht jedoch beim Durchzug und beim realen Verbrauch. Verarbeitung und Materialanmutung erreichen nicht das Niveau mancher Wettbewerber. Für Fahrer, die vor allem die erhöhte Sitzposition, die Optik und den Komfort schätzen, bleibt der Compass dennoch ein stimmiges Angebot im Segment.