Jeep Cherokee (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Der Jeep Cherokee gehört zu den Autos, denen man das Etikett SUV im Nachhinein anheftet. Hochsitz, Geländegänger, robuste Optik und ein gewisser Komfort. Seit 1974 in Amerika und mit zehn Jahren Verspätung auch in Europa auf dem Markt, ist das amerikanische Modell einer der Wegbereiter der Sport Utilitys Vehicles. Die aktuelle Generation, seit 2014 als Gegner von Audi Q5, BMW X3 oder Volvo XC60 im Verkauf, war zur Markteinführung das weltweit erste Automodell mit einer neunstufigen Automatik. Ausgeliefert wird der Cherokee wahlweise mit Front- oder Allradantrieb.

Daten

Daten

Bis auf den 3.2 V6-Benziner, mit 272 PS die stärkste Variante, gibt es den Cherokee ausschließlich mit Reihenvierzylindermotoren zu kaufen, die aus 2,2 Litern Hubraum 185 PS und 200 PS schöpfen und anders als der einzige Diesel 2.0 Multijet mit 140 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe und Frontantrieb (die 170-PS-Version ist nicht mehr erhältlich) sämtlich mit Allradantrieb und Neungang-Automatik ausgeliefert werden. Zwar nicht leistungskräftigster, aber schnellster Cherokee ist der 2.2 Multijet mit 200 PS, der bis zu 204 km/h beschleunigt, im Sprint von 0 auf 100 km/h dem V6 mit 8,5 Sekunden aber um den Hauch einer Zehntelsekunde unterliegt. Während der Sechszylinder mit einem Normverbrauch von 9,6 Litern Super (CO2-Ausstoß: 223 g/km) der durstigste Cherokee ist, benötigt der Diesel mit einem Laborwert von 5,3 Litern (CO2-Ausstoß: 139 g/km) am wenigsten Treibstoff. Der Cherokee ist 4,62 Meter lang, besitzt zwischen 412 und 1267 Liter Kofferraumvolumen sowie eine Anhängelast von 1800 bis 2495 Kilogramm.

  • Nur Diesel mit Frontantrieb
  •  V6-Benziner
  •  Anhängelast bis fast 2,5 Tonnen
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Test

Test

Der Cherokee hat das, was andere SUVs oft nur eingeschränkt haben: gute Geländeeigenschaften. Auch ein sicheres Fahrverhalten auf der Straße wird dem Jeep-Modell in Tests bescheinigt. Das Platzangebot wird – bis auf den recht kleinen Kofferraum – als gut befunden, genauso fällt das Urteil bei dem Crashtests und für das Xenonlicht aus. Die Fahrleistungen variieren selbstredend je nach Motorisierung, wobei sie schon beim Diesel als zufriedenstellend durchgehen. Obwohl auch der Cherokee dank erhöhter Sitzposition eine gute Übersicht nach vorn bietet, sind die Rundumsicht und vor allem der Blick nach hinten stark eingeschränkt. Störende Details weiterhin: der große Wendekreis und die Tatsache, dass es keinen Fehlbetankungsschutz gibt.

  • Gute Geländetauglichkeit
  • Eingeschränkte Rundumsicht
  • Sichere Fahreigenschaften
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Preise

Preise

Aktuell wird das der Jeep Cherokee in Verbindung mit dem Diesel 2.0 Multijet ab 33.900 Euro verkauft. Günstigster Benziner ist der Zwei-Liter mit 185 PS, der mit einem Mindestpreis von 41.600 Euro in der Liste steht. Teuerste Variante ist der V6, der ab 48.000 Euro kostet. Zum Serienumfang gehören zwar unter anderem sieben Airbags und Tempomat, weitere Assistenzsysteme wie Parksensoren oder Licht- und Regensensor kosten, an höhere Linien gekoppelt, aber Aufpreis. Deshalb gilt der Grundpreis für den Cherokee als vergleichsweise hoch. Die Neuwagengarantie beträgt zwei Jahre, die laufenden Kosten bewegen sich für die Klasse auf durchschnittlichem Niveau.

  • Erhöhter Grundpreis
  • Viele Assistenzsysteme nur gegen Aufpreis
  • Moderate Betriebskosten
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Wer einen SUV mit echten Charaktereigenschaften sucht, ist beim Jeep Cherokee der neuesten Generation absolut gut beraten. Die Marke hat Tradition, die Technik ist ausgereift und trotzdem muss man auf Komfort nicht verzichten. Hier trifft sozusagen die Outdoorwelt auf den Straßenwagen.


Vorderansicht - schräg
Das war einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde wert.
Seitenansicht

Der Cherokee XJ wurde ab 1984 neben dem Heimatmarkt unter anderem auch in Deutschland verkauft. Dass der XJ mit Längen um 4,25 Meter je nach Karosserievariante für ein US-Car ein recht kompaktes Auto war, bot beste Voraussetzung für seinen Erfolg im Zuge der Geländewagen-Mode in Europa.

Sein Image versuchte der Hersteller auch mit einer Rekordfahrt zu profilieren. In Verbindung mit dem angebotenen 2,5-Liter-Turbodiesel mit 115 PS gelang die „längste Fahrt eines Allradmodells mit einer einzigen Tankfüllung in Europa“, was dem „Guiness-Buch“ einen Eintrag wert war. Zurückgelegte Strecke: 1449,3 Kilometer, Durchschnittsverbrauch: 4,83 Litern auf 100 Kilometer.

1997 wurde der XJ grundlegend überarbeitet. Noch unter der Regie von Chrysler bekam der Jeep ein dezentes Facelift verpasst, auch der Innenraum wurde mit neuem Armaturenbrett und neuen Sitzen renoviert. Für bessere Geländeeigenschaften erhöhte Jeep die Bodenfreiheit. Unter der Haube waren der erwähnte Vierzylinder-Diesel mit 2,5 Litern Hubraum und 115 PS sowie ein Sechszylinder-Benziner mit 178 PS aus vier Litern Hubraum im Angebot. Später kam ein Vierzylinder mit 2,5 Litern und 131 PS hinzu. Die Kraftübertragung erfolgte per 5-Gang-Schaltgetriebe oder 4-Stufen-Automatik.

 

Sechszylinder nur als Ottomotoren

 Ab 2001 wurde als Nachfolger des Cherokee ein völlig neu konstruiertes Auto gebaut: der Liberty, für den in Europa der Name Cherokee fortgeführt wurde. Ausgeliefert wurde er mit permanentem oder wahlweise zuschaltbarem Allradantrieb, bei den Motoren blieb die Strategie gleich. In Europa gab es Vierzylinder-Diesel mit 2,5 Litern und 2,8 Litern Hubraum sowie 143 PS bis 163 PS Leistung. Sechszylinder gab es (neben den R4-Aggregaten) wie gehabt nur für die Ottomotoren, die aus 2,5 Litern und 3,7 Litern Hubraum 147 PS bis 211 PS entwickelten.

Zwischen 2008 und 2012 wurde die zweite, kantiger gestaltete und auf fast 4,50 Meter leicht verlängerte zweite Generation dieses Cherokee gebaut. Der Hersteller versprach in dem Fünfsitzer mehr Beinfreiheit und einen großen Kofferraum. Technisch basierte das Fahrzeug – wie der Liberty für den US-Markt – auf dem Dodge Nitro: Es gab zuschaltbaren Allradantrieb und eine mehrstufige Bergabfahrhilfe. Zur Serienausstattung gehörten sechs Airbags, ESP und Klimaautomatik. Bestellt werden konnte ein Stoffdach, Infotainment mit Festplatte, Navigation und Bluetooth-Freisprechanlage sowie ein schlüsselloses Zugangssystem.

Unter der Motorhaube änderte sich zunächst nichts – wobei Jeep auf dem Pariser Salon 2010 sparsamere Aggregate ankündigte, darunter ein 2,8-Liter-Motor mit Start-Stopp-Automatik und 200 PS.

 

Ende und Comeback im Zuge der Fiat-Übernahme

Das vorübergehende Ende des Cherokee kam 2011 im Zuge der Übernahme der Marke Jeep durch Fiat, als der Turiner Konzern das Portfolio bis auf die Modelle Wrangler, Compass und Grand Cherokee einkürzte. Zwei Jahre später kehrte der Cherokee zurück. Konzipiert war das Mittelklassemodell diesmal als Weltauto, das nun sowohl in Europa als auch in den USA erscheinen sollte.

Eine Zäsur dokumentierte allein schon die Optik des Wagens. Das neuartige Design war modern und zeigte sich zum Beispiel an den schlitzartigen Frontscheinwerfern. Als traditionelles Merkmal blieben die senkrechten Streben des Kühlergrills erhalten, die sich nun allerdings bis in die Motorhaube fortsetzten und sehr breit ausfielen. Als Neuheit wiederum bekam der neue Cherokee laut Hersteller als „weltweit erstes Automodell“ eine neunstufige Automatik eingebaut.

 

Wenig Modernismus bei der Motorisierung

2013 in New York enthüllt, wurde der seinerzeit aktuelle Cherokee in Deutschland seit 2014 angeboten. Seinen modernen Anspruch löst das auf 4,62 Meter gewachsene, auf einer modifizierten Plattform des Alfa Romeo Giulietta fußende SUV auch bei der technischen Ausstattung ein. In der Mittelkonsole wartet ein großes Touchdisplay auf Befehle, zehn Airbags sind Standard. Und auch Assistenzsysteme zu Spurführung, Spurwechsel und Einparken sowie eine Notbremssystem sind nun an Bord.

Weniger modern zeigte sich, mangels alternativer Antriebe, die Motorisierung: Vier- und Sechszylinder-Benziner sowie für europäische Kunden ein Diesel standen und stehen zur Wahl. Ein Start-Stopp-System wurde anfangs nicht angeboten. Dafür versprach Jeep dank der neuen Automatik, der windschnittigen Karosserie und dem leichteren Fahrzeuggewicht stark gesunkene Verbrauchswerte. Spritsparmeister der Modellreihe ist dennoch der einzig angebotene Diesel mit Handschalter, der bei einem kombinierten Normverbrauch von 5,3 Litern (CO2-Ausstoß: 139 g/km) liegt.

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