Positionierung und Konzept
Der Hyundai Ioniq Elektro der Baureihe AE kam 2016 als batterieelektrische Variante auf den Markt. Die flache Schrägheckkarosserie ordnet das Modell klar in der Kompaktklasse ein und stellt Effizienz über Emotionalität. Frühe Baujahre nutzen eine Batterie mit 28 kWh und einen 88 kW starken Elektromotor, die Modellpflege 2019 bringt eine Batterie mit 38,3 kWh und 100 kW Leistung für längere Etappen bei nur leicht erhöhtem Verbrauch.
Design und Aerodynamik
Mit rund 4470 mm Länge, 1820 mm Breite und etwa 1450 mm Höhe wirkt der Hyundai Ioniq Elektro gestreckt und sachlich. Der weitgehend geschlossene Frontbereich und ein glatter Unterboden senken den Luftwiderstandsbeiwert auf 0,24, was direkt den Stromverbrauch reduziert. Am Heck sorgt die geteilte Heckscheibe für eine eigenständige Optik, schränkt aber die Sicht nach hinten ein. Die schmale Fensterlinie und das abfallende Dach lassen den Fond etwas dunkler wirken, verbessern aber die Aerodynamik.
Innenraum und Platzangebot
Vorne bieten Sitze und Raumangebot viel Bein- und Schulterfreiheit. Die Armaturentafel wirkt klar gegliedert, ein zentraler Bildschirm steuert die meisten Funktionen, während separate Tasten die wichtigsten Bedienvorgänge erleichtern. Mit der Modellpflege kamen größere Displays und vernetzte Dienste hinzu, wodurch Navigation und Onlinefunktionen moderner wirken. Materialqualität und Verarbeitung liegen auf solidem Niveau, in tieferen Bereichen dominiert jedoch harter Kunststoff. Im Fond begrenzt die flache Dachlinie die Kopffreiheit, für Erwachsene reicht der Platz dennoch aus. Der Kofferraum fasst je nach Messmethode rund 350 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf über 1000 Liter, die niedrige Ladekante erleichtert das Beladen.
Antrieb, Laden und Fahrverhalten
Der Elektromotor leistet je nach Ausführung 88 kW oder 100 kW und ermöglicht im Alltag zügiges Fahren. Besonders im Stadtverkehr überzeugt der spontane Antritt, bei höherem Tempo rückt die Effizienz stärker in den Vordergrund. Der Verbrauch bleibt in der Praxis meist deutlich unter 20 kWh auf 100 Kilometer und erlaubt zusammen mit der größeren Batterie reale Reichweiten um 250 bis 280 Kilometer. Rekuperationspaddel am Lenkrad steuern mehrere Stufen der Energierückgewinnung bis hin zu einem fast einpedaligen Fahrgefühl. Das Fahrwerk wirkt komfortbetont, reagiert auf kurze Unebenheiten jedoch etwas trocken und bleibt im Grenzbereich eher gutmütig als dynamisch. Die Lenkung zentriert sauber, fühlt sich um die Mittellage aber etwas indifferent an, das Bremsgefühl wirkt typisch für Elektroautos leicht synthetisch.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag überzeugt der Hyundai Ioniq Elektro mit überschaubaren Betriebskosten, zuverlässiger Technik und unkomplizierter Bedienung. Die Schnellladefähigkeit über das Combined Charging System CCS ermöglicht Ladezeiten von rund drei Viertelstunden für einen großen Teil der Akkuladung, während die einphasige Wechselstromladung vor allem für das nächtliche Laden zu Hause taugt. Einschränkungen entstehen durch die fehlende Anhängelast und die begrenzte Dach- oder Stützlast, was Fahrradträger und Anhänger ausschließt. Für Familien und Pendler im urbanen und regionalen Umfeld bleibt der Hyundai Ioniq Elektro ein stimmiges Gesamtpaket mit guter Effizienz und solider Sicherheitsausstattung. Wer häufig Langstrecke fährt oder maximale Ladegeschwindigkeit erwartet, dürfte bei jüngeren Elektroautos besser aufgehoben sein. Insgesamt bietet der Hyundai Ioniq Elektro der Baureihe AE ein effizientes, alltagstaugliches Elektroauto für Pendelstrecken und gemischte Stadt- und Überlandfahrten.