Einordnung und Konzept
Der Hyundai i40 (VF) startete 2011 in Europa zunächst als Kombi und erschloss für Hyundai die Mittelklasse der Kombis. Das Modell orientiert sich technisch am Sonata, wirkt aber kompakter und zeigt ein deutlich europäisch geprägtes Design. Zielgruppe bilden vor allem Familien, Langstreckenfahrer und Flottenkunden.
Design und Karosserie
Die Gestaltung folgt der Fluidic-Sculpture-Linie mit betontem Hexagonalgrill und kräftiger Seitenlinie, was dem i40 Kombi einen dynamischen Auftritt verleiht. Die coupéartige Dachlinie streckt die Silhouette, reduziert jedoch die Übersicht nach hinten. Mit knapp 4,8 Metern Länge liegt der Kombi im Kern des Segments und erreicht mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,29 ordentliche Effizienzwerte. Die Karosserie wirkt solide verarbeitet, Spaltmaße und Lackqualität bewegen sich auf dem Niveau direkter Wettbewerber.
Innenraum und Kofferraum
Im Innenraum zeigt der Hyundai i40 in den oberen Bereichen weich wirkende Materialien und eine saubere Verarbeitung, während weiter unten härtere Kunststoffe dominieren. Die Bedienung fällt überwiegend logisch aus, die vielen Tasten in der Mittelkonsole hinterlassen anfangs jedoch einen etwas unruhigen Eindruck. Vorn stützen die Sitze angenehm und eignen sich für lange Strecken, im Fond bleiben die Kopfstützen für große Personen etwas zu niedrig. Das Platzangebot fällt großzügig aus, besonders die Beinfreiheit hinten übertrifft viele Konkurrenten. Der Kofferraum nimmt typisches Familiengepäck mühelos auf und wächst bei umgelegter Rückbank zu einem großen, nur leicht ansteigenden Laderaum.
Motoren und Fahrverhalten
Die Motorenpalette umfasst vierzylindrige Benziner und Diesel bis rund 2,0 Liter Hubraum. In vielen Tests überzeugt der 1,7-Liter-Diesel mit 100 kW (136 PS), weil er ausreichend Kraft für Überholvorgänge bietet und dabei zurückhaltend verbraucht. Das manuelle Sechsganggetriebe schaltet präzise, die lange Übersetzung senkt bei Autobahntempo die Drehzahl und damit das Geräuschniveau. Unter Volllast klingt der Diesel kernig, bei Reisetempo bleibt er deutlich ruhiger. Die Benziner passen eher zu geringerer Jahreslaufleistung, verlangen dafür mehr Drehzahl und tendenziell höheren Verbrauch.
Das Fahrwerk arbeitet komfortorientiert und filtert grobe Unebenheiten sauber heraus, kurze Wellen dringen spürbarer in den Innenraum vor. Die leichtgängige Lenkung erleichtert das Rangieren, wirkt bei höherem Tempo aber etwas gefühllos um die Mittellage. In schnellen Kurven verhält sich der i40 Kombi gutmütig und neigt eher zum Untersteuern, das stabil eingreifende Elektronische Stabilitätsprogramm begrenzt kritische Situationen zuverlässig. Unter voller Beladung zeigt die Hinterachse gelegentlich leichtes Wippen, ohne den Geradeauslauf ernsthaft zu beeinträchtigen.
Sicherheit und Kosten
Im europäischen Crashtest erreicht der Hyundai i40 fünf Sterne. Er bietet eine umfangreiche Sicherheitsausstattung mit mehreren Airbags, inklusive Knieairbag, sowie Isofix-Halterungen im Fond. Optional ließen sich Systeme wie Spurhalteassistent und Notbremsfunktion bestellen, die vor allem auf langen Strecken das Sicherheitsniveau anheben. Positiv wirkt die lange Fahrzeug- und Mobilitätsgarantie, die die Planungssicherheit im Betrieb verbessert. Dem stehen im Vergleich zu Kompaktkombis etwas höhere Fixkosten und Verschleißaufwendungen gegenüber, etwa bei Bremsen oder Versicherung.
Fazit
Der Hyundai i40 (VF) präsentiert sich als geräumiger und komfortabler Mittelklassekombi mit großzügigem Platzangebot und praxistauglichem Kofferraum. Die ausgewogene Abstimmung des 1,7-Liter-Diesels, die solide Sicherheitsausstattung und die umfangreiche Garantie sprechen für das Modell. Einschränkungen durch die mäßige Übersicht, Details der Materialanmutung und spürbar höhere Fixkosten bleiben vorhanden, fallen im Gesamtbild jedoch nicht gravierend aus. Insgesamt bietet der i40 eine sachliche Alternative zu etablierten Kombis der Mittelklasse.