Positionierung und Konzept
Der Hongqi HS5 (MK1) tritt als knapp 4.760 mm langes Mittelklasse-SUV im Umfeld von VW Tiguan und Hyundai Tucson an. In der Modellpalette der chinesischen Marke bildet er den Einstieg in die familienorientierten SUV unterhalb größerer Baureihen mit drei Sitzreihen. Technisch basiert der Hongqi HS5 auf einer überarbeiteten Version eines früher in China angebotenen Modells, das für den europäischen Einsatz angepasst wurde. Fahrwerk und Motorabstimmung wirken europäischer, die Assistenzsysteme fallen deutlich umfangreicher aus.
Design und Raumangebot
Äußerlich setzt der Hongqi HS5 auf einen markanten Kühlergrill und klare SUV-Proportionen mit relativ langer Motorhaube. Die breite Karosserie sorgt für eine präsente Erscheinung im Straßenbild, ohne das SUV unhandlich wirken zu lassen. Im Innenraum profitieren vor allem die Fondpassagiere vom langen Radstand, die Kniefreiheit wirkt für diese Klasse großzügig. Die erhöhte Sitzposition verschafft einen guten Überblick im Stadtverkehr und auf Landstraßen. Der Kofferraum ist praxisgerecht geschnitten und auf den Alltag von Familien ausgelegt, die große Heckklappe erleichtert das Verstauen von Gepäck oder Kinderwagen. Durch die asymmetrisch umklappbare Rücksitzbank entsteht eine weitgehend ebene Ladefläche, was den Transport von Möbeln oder Sportgeräten vereinfacht.
Cockpit und Bedienung
Im Cockpit erzeugen Lederbezüge und dekorative Zierleisten einen wertigen Eindruck. Ein zentrales Touchdisplay bündelt viele Einstellungen, die Navigation nutzt denselben Bildschirm. Darunter sitzen klassische Tastenreihen für die wichtigsten Klimafunktionen, was die Bedienung im Alltag erleichtert. Die Menüstruktur verlangt etwas Eingewöhnung, bleibt danach aber nachvollziehbar. Die Materialien zeigen sich an den Hauptkontaktstellen weich, in unteren Bereichen kommen härtere Kunststoffe zum Einsatz. Insgesamt geht die Verarbeitung für diese Preisklasse in Ordnung, einige Details bleiben jedoch hinter dem Niveau vieler europäischer Wettbewerber zurück.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Turbobenziner mit zwei Litern Hubraum bietet im Alltag und auf der Autobahn ausreichend Reserven, ohne besonders sportlich aufzutreten. Die Automatik schaltet ruhig und passt zur komfortbetonten Auslegung des Fahrwerks. Der Allradantrieb verbessert die Traktion auf nasser oder rutschiger Fahrbahn und vermittelt auf Landstraßen ein sicheres Gefühl, echte Geländeeinsätze stehen nicht im Fokus. In schnell gefahrenen Kurven neigt sich die Karosserie spürbar, bleibt dabei jedoch gut kontrollierbar. Kritisch wirkt der Kraftstoffverbrauch, der im Normzyklus über vielen vergleichbaren Benzin-SUV liegt und bei zügiger Fahrweise weiter ansteigt. Die Anhängelast von rund 1.000 kg reicht für kleinere Anhänger, für schwere Wohnwagen eignet sich der Hongqi HS5 weniger.
Sicherheit, Kosten und Fazit
Die Sicherheitsausstattung des Hongqi HS5 bewegt sich auf klassenüblich gutem Niveau. Umfassende Airbags und eine Fahrdynamikregelung bilden die Basis. Ein Notbremsassistent und ein Spurwechselassistent unterstützen im Alltag, adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent entlastet auf längeren Fahrten. Müdigkeitserkennung und LED-Scheinwerfer verbessern die Sicherheit bei Nacht. Positiv fällt der Garantieumfang mit langer Fahrzeuggarantie und zusätzlicher Durchrostungsgarantie auf, was in diesem Segment nicht selbstverständlich ist. Dem stehen hohe CO2-Werte mit entsprechend kräftiger Steuerbelastung und unsichere Restwerte einer in Deutschland noch wenig bekannten Marke gegenüber. Insgesamt präsentiert sich der Hongqi HS5 (MK1) als geräumiges, komfortabel abgestimmtes SUV mit ordentlicher Sicherheits- und Komfortausstattung, das jedoch durch hohen Verbrauch, begrenzte Anhängelast und ein schwächeres Markenimage vor allem für kostenbewusste Käufer weniger attraktiv wirkt.