Positionierung und Format
Der Hongqi EH7 (MK1) ist eine knapp fünf Meter lange Elektro-Limousine auf der FME-Plattform. Im Programm der Marke besetzt er den Bereich zwischen oberer Mittelklasse und Oberklasse. Gegenüber dem früheren H7 vollzieht er einen klaren Technikwechsel, denn an die Stelle klassischer Verbrenner tritt ein eigenständiges Elektroauto mit 3.000 mm Radstand und repräsentativem Zuschnitt. Damit richtet sich der EH7 (MK1) an Käufer, die im Umfeld von Volkswagen ID.7, Hyundai Ioniq 6 und BYD Seal mehr Raum und mehr Leistung suchen.
Design und Proportionen
Mit 4.980 mm Länge, 1.915 mm Breite und 1.490 mm Höhe wirkt der EH7 (MK1) gestreckt und flach. Die viertürige Karosserie greift klassische Limousinenproportionen auf und meidet eine SUV- oder Crossover-Optik. Das passt zur Marke Hongqi, die in Deutschland eher Komfort und Präsenz betont als ausgeprägte Sportlichkeit. Im Alltag zeigt das Format aber auch Nachteile. In engen Innenstädten und schmalen Parkhäusern bleibt der Wagen sperrig.
Antrieb und Reichweite
Das Antriebsspektrum reicht vom Hecktriebler mit 253 kW (344 PS) bis zum Allradmodell mit 455 kW (619 PS). Der Hecktriebler liefert souveränen Vortrieb und wirkt im Gesamtbild stimmig. Der Allradantrieb verschiebt den Charakter deutlich in Richtung Hochleistung. Er beschleunigt in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, während der Hecktriebler 5,8 Sekunden benötigt. Für Europa sind Batterien mit 85 kWh und 111 kWh vorgesehen. Bis zu 655 Kilometer Reichweite sprechen für gute Langstreckentauglichkeit. Das angekündigte Nachladen von 200 Kilometern in 5 Minuten wirkt sehr ambitioniert und hängt im Alltag stark von Ladeleistung, Temperatur und Infrastruktur ab.
Innenraum und Komfort
Im Innenraum setzt der EH7 (MK1) klar auf Komfort. Das rund 2 Quadratmeter große Panorama-Glasdach bringt viel Licht in den Innenraum und verstärkt das luftige Raumgefühl. Ein Head-up-Display zeigt wichtige Fahrdaten im direkten Blickfeld. Das 360-Grad-Kamerasystem erleichtert das Rangieren spürbar und passt gut zur langen Karosserie. Weniger klar blieb zunächst, wie die Ausstattung in Deutschland genau gegliedert wird. Zur Abgrenzung zwischen Serienumfang und Optionen lagen anfangs nicht alle Details vor.
Assistenz und Sicherheit
Bei den Sicherheits- und Assistenzsystemen blieb das Bild für Europa zunächst lückenhaft. Das Kamerasystem verbessert die Übersicht im Alltag, vor allem beim Parken und Manövrieren. Darüber hinaus fehlten aber genaue Angaben zu Airbags, Notbremsassistent, Spurhalteassistent und adaptiver Abstandsregelung. Auch eine Euro-NCAP-Bewertung lag zunächst nicht vor. Gerade bei einer großen und schweren Limousine fällt dieser Punkt stärker ins Gewicht.
Fahrverhalten und Alltag
Aus den technischen Daten ergibt sich vor allem beim Hecktriebler ein gelassener Grundcharakter. Der lange Radstand, der Elektroantrieb und der gehobene Anspruch sprechen eher für ruhiges Reisen als für leichtfüßige Kurvendynamik. Dazu kommt ein Leergewicht von 2.240 kg, das den Komfort unterstützen kann, Effizienz und Agilität aber spürbar begrenzt. Als Reiselimousine überzeugt der EH7 (MK1) mit viel Platz, kräftigen Antrieben und großer Batterie. Im Stadtverkehr wirkt er wegen Länge und Masse weniger passend.
Fazit
Der Hongqi EH7 (MK1) ist als elektrische Reiselimousine schlüssig positioniert. Seine Stärken liegen im breiten Leistungsspektrum, in der großen Reichweite und im komfortorientierten Auftritt. Schwächer wirkt das Gesamtbild dort, wo für Europa zunächst noch wichtige Details zu Sicherheit und Ausstattung fehlten. Insgesamt ist der EH7 (MK1) eine interessante Alternative zu etablierten Elektro-Limousinen.