Design und Konzept
Der Honda HR-V (RV) der 2015 eingeführten zweiten Generation positioniert sich in der Klasse der kompakten SUV. Im Vergleich zum ersten HR-V, der noch als Offroad-Kombi mit optionalem Allradantrieb auftrat, wirkt die Formensprache zurückhaltender und auf den Alltag zugeschnitten. Die coupéhaft abfallende Dachlinie und die in die C-Säule integrierten hinteren Türgriffe geben dem Crossover eine eigenständige Note. Mit gut 4.300 mm Länge bleibt das SUV handlich, kombiniert die hohe Sitzposition mit Bodenfreiheit für schlechte Wege, ohne echte Geländeeigenschaften zu beanspruchen.
Innenraum und Variabilität
Im Innenraum nutzt der Honda HR-V (RV) die Plattform des Jazz: Der Tank liegt unter den Vordersitzen und schafft Platz im Fond. Vorn sitzen große Personen entspannt. Hinten reicht die Beinfreiheit für zwei Erwachsene, zu dritt wird es in der Breite eng. Die Magic Seats lassen sich wie Kinosessel hochklappen oder komplett flachlegen und ermöglichen den Transport hoher Gegenstände im Fahrgastraum. Der Kofferraum bietet je nach Stellung der Sitzbank rund 393 bis 1.456 Liter. Die Verarbeitung wirkt solide, im unteren Bereich des Armaturenträgers und an den Türen prägen jedoch harte Kunststoffe den Eindruck. Das übersichtlich gestaltete Cockpit erleichtert die Bedienung, das zentrale Display reagiert langsamer und weniger intuitiv als bei manchen Konkurrenten.
Motoren und Fahrverhalten
Im Honda HR-V (RV) arbeitet eine Motorenpalette vom frei saugenden 1,5-Liter-Benziner über den sparsamen 1,6-Liter-Diesel bis zum kräftigeren 1,5-Liter-Turbobenziner. Mit dem präzisen 6-Gang-Schaltgetriebe wirkt das SUV leichtfüßig, das stufenlose Automatikgetriebe (CVT) spricht komfortorientierte Fahrer an. Das straff abgestimmte Fahrwerk filtert kurze Kanten nur mäßig, vermittelt dafür aber sicheres Handling und geringe Wankbewegungen in Kurven. Auf Landstraße und Autobahn passen Motorleistung und Geräuschkomfort, bei hohen Drehzahlen tritt der Benziner akustisch hervor. Da das SUV ausschließlich die Vorderräder antreibt, bleiben Traktion und Anhängelast hinter manchen Konkurrenz-SUV zurück, was besonders in bergigen Regionen auffallen kann.
Sicherheit und Assistenz
Beim Thema Sicherheit erreicht der Honda HR-V (RV) fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest. Die stabile Fahrgastzelle und mehrere Airbags bilden eine solide Basis, Isofix-Halterungen auf den Rücksitzen erleichtern die Befestigung von Kindersitzen. Elektronisches Stabilitätsprogramm und Traktionskontrolle unterstützen auf rutschigen Fahrbahnen. Ein City-Notbremsassistent mindert das Risiko von Auffahrunfällen im Stadtverkehr, ein Fernlichtassistent verbessert die Ausleuchtung bei Nacht. Je nach Ausstattung ergänzen Tempomat, Spurhaltewarner und in höheren Linien Verkehrszeichenkennung das Angebot. Insgesamt liegt das Sicherheitsniveau im Klassenvergleich auf einem guten, aber nicht herausragenden Stand, da neuere Modelle in dieser Fahrzeugklasse teils umfangreichere Assistenzpakete bieten.
Alltagstauglichkeit
Im Alltag spielt der Honda HR-V (RV) seine Platzverhältnisse und die Variabilität aus. Die erhöhte Sitzposition erleichtert den Einstieg und verbessert die Übersicht im Stadtverkehr. Der moderate Verbrauch begrenzt die Betriebskosten, vor allem beim Dieselmotor. Dem stehen die fehlende Allradoption, ein poltriges Abrollen auf schlechten Straßen und schlicht wirkende Kunststoffoberflächen gegenüber. Hinzu kommen ein nicht mehr aktuelles Infotainment und ein im Autobahntempo hörbarer Geräuschpegel.
Fazit
Der Honda HR-V (RV) tritt damit als kompaktes SUV mit flexiblem Innenraum und sparsamen Motoren auf, das vor allem praktisch orientierte Fahrer anspricht. Im Vergleich zu Wettbewerbern fehlen Allradantrieb, maximaler Langstreckenkomfort und besonders moderne Multimedia-Technik. Insgesamt wirkt er dennoch als ausgewogenes und langlebig wirkendes Angebot im Segment der kleinen SUV.