Einordnung und Konzept
Der Ford Mustang (S650) der siebten Generation kam 2024 in Europa auf den Markt und führt das bekannte Konzept des amerikanischen Sportcoupés mit Frontmotor und Hinterradantrieb fort. Technik und Aufbau orientieren sich eng am Vorgänger, Elektronik, Assistenzsysteme und Innenraum wirken jedoch deutlich moderner. Fastback-Coupé und Cabriolet bleiben im Programm und decken Nutzungen vom Ganzjahresauto bis zum reinen Freizeitfahrzeug ab. Elektrifizierte Antriebe fehlen bewusst, was den Charakter des klassischen Verbrennersportwagens erhält, beim Verbrauch aber klare Nachteile mit sich bringt.
Design und Karosserie
Optisch wirkt der Mustang kantiger und muskulöser als der Vorgänger, bleibt aber sofort als Mustang erkennbar. Die lange Motorhaube, der breite Grill und die dreigeteilten Rückleuchten prägen den Auftritt, während Details wie Lufteinlässe und Spoiler je nach Motorvariante sportlicher ausfallen. Die Proportionen mit langer Front und kurzem Heck sehen dynamisch aus, erschweren jedoch die Übersicht im Stadtverkehr. Das Cabriolet ermöglicht offenes Fahren mit elektrischer Dachbedienung, bietet dafür aber nur ein eingeschränktes Kofferraumvolumen. Insgesamt orientiert sich die Karosseriegestaltung stärker an sportlicher Optik als an den Anforderungen klassischer Langstreckenpendler.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum setzt sich der Mustang klar vom Vorgänger ab. Zwei große Bildschirme ersetzen die bisherige Doppeltopografie des Armaturenbretts und bündeln zentrale Funktionen digital. Das Kombiinstrument lässt sich vielfältig gestalten, auf Wunsch sogar im Stil älterer Modelljahre, was den Bezug zur Historie betont. Die Materialqualität wirkt sichtbar hochwertiger, bleibt mit dem Mix aus weichen Oberflächen und härteren Kunststoffen aber hinter typischen Premium-Konkurrenten zurück. Vorn bieten gut konturierte Sitze auch großen Personen ausreichend Platz, während die Rückbank eher Kinder oder kurze Strecken aufnimmt. Der Kofferraum fasst Gepäck für ein Wochenende oder den Wocheneinkauf, zeigt sich jedoch nur eingeschränkt variabel.
Fahrverhalten und Komfort
Auf der Straße stellt der Mustang den Fahrspaß klar in den Vordergrund. Besonders der V8 liefert kräftige Leistung und einen markanten Klang, während das Fahrwerk je nach Ausstattung von straff-komfortabel bis deutlich sportlich abgestimmt wirkt. Im Vergleich zum Vorgänger lenkt das Coupé präziser ein, und die höhere Fahrstabilität bei hohem Tempo schafft Vertrauen auf Autobahnetappen. Das hohe Gewicht bleibt spürbar, schnelle Richtungswechsel gelingen daher nicht so leichtfüßig wie bei leichteren, europäisch geprägten Sportlimousinen. Geräuschkomfort und Federung fallen auf langen Strecken akzeptabel aus, bleiben aber insgesamt eher straff.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Im Alltag überzeugt der Mustang mit ausreichend Platz auf den Vordersitzen, funktionaler Konnektivität und inzwischen umfangreichen Assistenzsystemen. Die großen Abmessungen erschweren jedoch enge Parkhäuser und Innenstädte, weshalb Parkhilfen und Kamera nahezu unverzichtbar wirken. Wartung und Verschleiß bleiben für einen leistungsstarken Sportwagen im erwartbaren Rahmen, doch Verbrauch, Versicherung und Kraftfahrzeugsteuer liegen deutlich über einem typischen Mittelklassefahrzeug. Der Mustang richtet sich damit an Käufer, die bewusst einen charakterstarken Verbrennersportwagen wählen und dafür höhere Betriebskosten sowie gewisse Komfortabstriche akzeptieren. Insgesamt positioniert sich der Ford Mustang (S650) als emotionales Sportcoupé, das Fahrspaß klar über Effizienz und maximalen Alltagskomfort stellt.