Einordnung und Karosserie
Der seit 2013 gebaute Ford Kuga (DM2) gehört zur zweiten Generation des kompakten SUV und nutzt die Technik des Focus. Im Vergleich zum ersten Kuga wächst das Modell in Länge und Breite, ohne seine handlichen Proportionen zu verlieren. Der Radstand von 2.690 mm schafft spürbar mehr Platz im Innenraum, der Kofferraum legt deutlich zu. Er fasst 481 Liter und vergrößert sich bei umgelegter Rückbank auf bis zu 1.653 Liter. Gefertigt wird der Kuga für Europa im spanischen Werk Valencia. Im Modellprogramm positioniert er sich oberhalb der klassischen Kompaktklasse und unterhalb größerer SUV und tritt gegen Konkurrenten wie VW Tiguan, Mazda CX-5 oder Nissan Qashqai an.
Design und Platzangebot
Die Karosserie wirkt gegenüber dem Vorgänger gestreckter, die ansteigende Fensterlinie betont den dynamischen Eindruck. Kühlergrill und Scheinwerfer verleihen dem Kuga ein eigenständiges Gesicht, bleiben dabei aber bewusst unaufdringlich, was Flottenkunden und Familien entgegenkommt. Die erhöhte Sitzposition erleichtert den Einstieg und verschafft einen guten Überblick im Stadtverkehr.
Im Innenraum profitieren vor allem Fondpassagiere von der gewachsenen Karosserie. Auch größere Erwachsene finden auf der Rückbank ausreichend Knie- und Kopffreiheit. Der in der Höhe einstellbare Ladeboden erzeugt bei umgeklappter Rücksitzlehne eine nahezu ebene Fläche und erleichtert das Verstauen sperriger Gegenstände. Eine relativ niedrige Ladekante und die weit öffnende Heckklappe unterstreichen den praktischen Charakter. Je nach Motorisierung erlaubt der Kuga eine zulässige Anhängelast von bis zu 2.100 kg und eignet sich damit gut als Zugfahrzeug.
Innenraum und Bedienung
In der Ausstattungslinie Titanium zeigt sich der Innenraum solide verarbeitet, mit überwiegend weich wirkenden Kunststoffen im Sichtbereich. Härtere Flächen im unteren Cockpitbereich erinnern an die Ausrichtung als Volumenmodell. Die Vordersitze bieten guten Seitenhalt und ausreichend lange Sitzflächen, eine optionale Lendenwirbelstütze entlastet den Rücken auf längeren Strecken.
Das cockpitorientierte Armaturenbrett richtet sich klar zum Fahrer aus. Die Vielzahl kleiner Tasten rund um das Infotainmentsystem erfordert etwas Eingewöhnung. Das Ford Sync System ermöglicht Telefonkopplung und einfache Sprachbefehle, wirkt im Vergleich zu modernen Bildschirmmenüs mit Touchfunktion weniger intuitiv. Akustisch bleibt der Diesel bei Landstraßentempo und auf der Autobahn ordentlich gedämpft, nur beim Kaltstart und unter starker Beschleunigung dringt sein Klang deutlicher in den Innenraum.
Fahrverhalten, Verbrauch und Fazit
Der Zweiliter-Diesel mit 103 kW (140 PS) liefert im Alltag ausreichend Leistung, seine Stärke liegt im gleichmäßigen Durchzug aus niedrigen Drehzahlen. Die manuelle Sechsgangschaltung arbeitet präzise, könnte jedoch leichter einrasten. Der Allradantrieb verteilt die Antriebskraft je nach Bedarf und verbessert die Traktion auf nasser Fahrbahn und beim Anfahren mit Anhänger. Das eher straffe Fahrwerk und die direkte Lenkung sorgen für ein sicheres Fahrgefühl, die Karosserie bleibt in schnelleren Kurven gut kontrolliert. Kurze Querfugen spürt man etwas deutlicher, insgesamt zeigt der Kuga jedoch langstreckentauglichen Komfort.
Beim Verbrauch kann das SUV seine Größe und das Allradsystem nicht verbergen. Die Normangabe von 5,9 l/100 km verfehlen die meisten Fahrer im Alltag, realistische Werte liegen meist zwischen 6,5 und 7 Liter. Zusammen mit vergleichsweise hohen Prämien für Versicherung und einer spürbaren Steuerbelastung durch Hubraum und CO2-Ausstoß entstehen eher höhere laufende Kosten. Positiv fallen das großzügige Platzangebot, der variable Kofferraum, die hohe Anhängelast und das gute Sicherheitsniveau mit fünf Sternen im Euro NCAP auf. Insgesamt präsentiert sich der Ford Kuga (DM2) als praktisches, familienfreundliches SUV mit ausgewogenem Fahrverhalten und hohem Nutzwert, dessen Hauptschwäche im Verbrauch und den Unterhaltskosten liegt.