Karosserie und Platzangebot
Der Ford Focus (C519) der seit 2018 gebauten vierten Generation steht auf der C2-Plattform und fährt als Fünftürer oder als Kombi Turnier vor. Der gewachsene Radstand schafft mehr Platz im Fond und vergrößert den Kofferraum. Vorn sitzen auch sehr große Personen mit viel Bein- und Kopffreiheit, die eher tiefe Sitzposition unterstreicht den fahraktiven Charakter. Im Fond fällt die Beinfreiheit für Erwachsene ausreichend aus, nur die Dachlinie begrenzt bei großen Insassen die Kopffreiheit. Der Kofferraum des Fünftürers fasst rund 392 Liter und liegt damit im Klassenschnitt, über die geteilt klappbare Rückbank wächst das Gepäckabteil auf über 1000 Liter. Der Kombi nimmt deutlich mehr Gepäck auf und taugt dadurch besonders für Familien und für Fahrer mit hohem Transportbedarf.
Innenraum und Bedienkonzept
Das Cockpit wirkt klar aufgebaut und rückt einen zentralen Touchscreen sowie ein gut ablesbares digitales Kombiinstrument in den Mittelpunkt. In besser ausgestatteten Versionen bündelt das Infotainmentsystem Navigation, Online-Dienste und die Smartphone-Spiegelung über Apple CarPlay und Android Auto und steuert zusätzlich einige Fahrzeugfunktionen. Seit der Modellpflege liegt die Klimabedienung weitgehend im Bildschirm, wodurch weniger Tasten bleiben und Eingaben mehr Aufmerksamkeit erfordern als klassische Drehregler. Die Bedienlogik erscheint im Alltag schlüssig, verlangt aber anfänglich etwas Eingewöhnung. Im vorderen Bereich wirken die weichen Oberflächen wertiger, im hinteren Innenraum dominieren eher harte Kunststoffe. Insgesamt zeigt der Focus ein sachliches, funktionales Ambiente mit technischer Note, das gut zum sportlich abgestimmten Kompaktwagen passt.
Antrieb und Fahrverhalten
Typisch für den Focus ist der 1,0 Liter große EcoBoost-Dreizylinder mit Mildhybridtechnik, der in mehreren Leistungsstufen verfügbar war. In der 92 kW starken Ausführung bietet der Motor ausreichende Reserven für den Alltag, der Startergenerator unterstützt beim Anfahren und sorgt für kräftigen Antritt aus niedrigen Drehzahlen. Beim Lupfen des Gaspedals verzögert das Rekuperationssystem deutlich, was zunächst ungewohnt wirkt, im Stadtverkehr aber Bremsen und Verbrauch entlastet. Die Lenkung arbeitet direkt und vermittelt viel Rückmeldung, das straffe Fahrwerk hält die Karosserie in Kurven sauber in der Spur. Im Vergleich zu Konkurrenten wie dem VW Golf wirkt der Focus agiler, gibt kurze Querfugen jedoch spürbarer an die Insassen weiter. Das serienmäßige elektronische Stabilitätsprogramm ESP greift unauffällig ein und ergänzt die gut dosierbaren Bremsen zu einem insgesamt sicheren Fahrverhalten.
Alltag, Varianten und Fazit
Die Modellpalette des Focus reicht von schlicht ausgestatteten Basisversionen über die komfortorientierten Linien Titanium und Vignale bis zu den sportlichen ST-Line und ST Modellen. Der Crossover-Ableger Active setzt auf robustere Optik und etwas mehr Bodenfreiheit. In allen Ausführungen helfen der moderate Wendekreis und die gute Übersicht, nur die breite C-Säule schränkt beim Einparken die Sicht etwas ein. Auf langen Strecken entlasten bequeme Vordersitze und ein niedriges Geräuschniveau, während die straffe Abstimmung spürbar Federungskomfort kostet. Problematisch wirken die im Touchscreen versteckten Klimaeinstellungen, weil sie während der Fahrt mehr Blickzeit binden. Insgesamt zeigt der Ford Focus (C519) viel Platz, umfangreiche Sicherheitsausstattung und ein agiles Fahrverhalten und eignet sich damit vor allem für Nutzer, die einen fahraktiven Kompaktwagen wichtiger finden als maximalen Komfort.