Karosserie und Raumgefühl
Der Ford Fiesta (JHH) tritt als gut vier Meter langer Fünftürer im Kleinwagensegment an und wirkt dank breiter Spur und sportlicher Linienführung recht erwachsen. Gegenüber dem Vorgänger wächst die Karosserie leicht und schafft etwas mehr Platz im Fond sowie ein luftigeres Raumgefühl vorn. Der Kofferraum fasst 292 Liter und wächst mit geteilt umklappbarer Rückbank auf über 1.000 Liter an, was für Wochenendeinkauf und Urlaubsgepäck ausreicht.
Die Sitzposition liegt leicht erhöht, bleibt aber deutlich unter SUV-Niveau und bietet eine gute Übersicht im Stadtverkehr. Die Verarbeitung wirkt solide. Hartplastik im unteren Bereich des Armaturenbretts macht den Abstand zu teureren Kompaktmodellen jedoch sichtbar.
Cockpit und Infotainment
Das Cockpit zeigt eine klare Struktur mit gut ablesbarem Kombiinstrument und einem zentral platzierten Touchscreen. Wichtige Funktionen wie die Klimabedienung lassen sich über klassische Tasten steuern, was die Bedienung während der Fahrt vereinfacht. Das Infotainmentsystem reagiert zügig und bindet Smartphones über gängige Schnittstellen ein, sodass Navigations- und Musik-Apps ohne Umwege zur Verfügung stehen.
Je nach Ausstattung kommen digitale Instrumente und ein aufgewertetes Soundsystem hinzu, die dem Innenraum einen fast kompakten Charakter geben. Die Ergonomie überzeugt insgesamt, nur einige kleinere Tasten unterhalb des Displays sitzen recht tief und erfordern etwas Eingewöhnung.
Antrieb und Fahrdynamik
Der im Testfahrzeug eingesetzte Mildhybrid-Dreizylinder spricht spontan an und arbeitet mit dem präzise geführten Sechsganggetriebe zusammen. Dadurch beschleunigt der Fiesta für einen Kleinwagen zügig. Der Startergenerator unterstützt beim Anfahren und beim kurzen Zwischenspurt, etwa beim Einfädeln auf die Autobahn. Bleiben die Drehzahlen im mittleren Bereich, bleibt der Verbrauch moderat.
Das straff abgestimmte Sportfahrwerk der ST-Line verleiht dem Fiesta agile Kurveneigenschaften und eine direkte Rückmeldung an der Lenkung. Auf welligen oder schlechten Straßen überträgt das Fahrwerk Querfugen und Schlaglöcher jedoch spürbar an die Insassen.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Eine steife Karosseriestruktur und mehrere Airbags bilden die Basis des Sicherheitskonzepts. Assistenzsysteme wie Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner und Verkehrszeichenerkennung unterstützen die Aufmerksamkeit und mindern Fehlbedienungen. LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent verbessern die Ausleuchtung, besonders auf dunklen Landstraßen.
Kritisch zeigt sich die Verfügbarkeit des autonomen Notbremsassistenten, der teilweise nur im Paket erhältlich ist und nicht in jeder Konfiguration serienmäßig an Bord ist. Für Fahrten im dichten Stadtverkehr erhöht dieses System die Sicherheit deutlich.
Alltagstauglichkeit, Kosten und Fazit
Die kompakten Abmessungen, fünf Türen und die klappbare Rückbank machen den Fiesta alltagstauglich. Der Kofferraum mit 292 Liter bietet genug Raum für Einkäufe und Gepäck für kurze Reisen, fällt für einen Kinderwagen aber eher knapp aus. Effizienter Benziner und moderate Versicherungsklassen halten die laufenden Kosten im Rahmen.
Die sportlich ausgestattete ST-Line bewegt sich preislich eher im oberen Bereich des Segments, bringt dafür aber zeitgemäße Sicherheits- und Komfortdetails mit. Insgesamt präsentiert sich der Ford Fiesta (JHH) als fahraktiver Kleinwagen mit moderner Technik und agilem Handling. Der straffe Federungskomfort und teilweise aufpreispflichtige Assistenzsysteme bleiben die wichtigsten Schwachpunkte, ändern am positiven Gesamteindruck des Modells jedoch wenig.