Konzept und Positionierung
Der 2024 eingeführte Ford Explorer (U625) mit batterieelektrischem Antrieb markiert den Schritt vom früheren US-Plug-in-Hybrid hin zu einem kompakteren, europäischen Elektro-SUV. Er nutzt die MEB-Plattform des Volkswagen Konzerns, ordnet sich im Markenportfolio unterhalb des Mustang Mach-E ein und tritt vor allem gegen den Volkswagen ID.4 und den Škoda Enyaq an.
Design und Raumgefühl
Mit 4.468 mm Länge wirkt der Ford Explorer (U625) deutlich handlicher als der frühere Siebensitzer. Im Innenraum bietet das Modell dennoch viel Beinraum, besonders in der zweiten Reihe. Die weich gezeichneten Flächen, die geschlossene Front und die fließende Dachlinie mit markantem Dachspoiler verleihen dem SUV einen ruhigen, modernen Auftritt. Die breite Mittelkonsole und die relativ nahe Windschutzscheibe lassen den vorderen Bereich jedoch etwas gedrungen erscheinen. Der Kofferraum fasst rund 445 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf etwa 1.417 Liter, einen zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube gibt es nicht.
Innenraum und Bedienung
Im Cockpit erinnert die Linienführung an die MEB-Verwandtschaft, trotzdem entsteht ein eigenständiger Eindruck. Ein 14,6 Zoll großer Zentralbildschirm steuert Navigation und Klimafunktionen, zeigt eine scharfe Darstellung, verlangt wegen kleiner Symbole aber genaue Blicke. Hinter dem verschiebbaren Bildschirm liegt das abschließbare Fach Private Locker, während die sogenannte Mega Console mit 17 Litern Volumen als flexible Ablage dient. Die verwendeten Materialien wirken solide, bestehen jedoch überwiegend aus eher hartem Kunststoff, was den Innenraum robust, aber wenig wohnlich erscheinen lässt.
Antrieb und Fahrverhalten
In der Allradversion mit 79 kWh Batterie treiben zwei Elektromotoren den Ford Explorer (U625) kräftig an und beschleunigen das rund 2.200 kg schwere SUV in gut fünf Sekunden auf 100 km/h. Das komfortorientierte Fahrwerk hält die Karosserie sicher im Zaum und arbeitet auch auf schlechteren Strecken leise. Die Lenkung reagiert etwas indirekt, und bei starker Rekuperation kann das Heck leicht eindrehen, was das Stabilitätsprogramm zuverlässig abfängt. Im Test verbraucht der Ford Explorer (U625) rund 19 kWh pro 100 Kilometer und erreicht etwa 445 Kilometer Reichweite, was im Rahmen der Klasse liegt.
Laden und Alltagstauglichkeit
Beim Schnellladen mit Gleichstrom erreicht der Ford Explorer (U625) bis zu 185 kW, wodurch der Bereich von 10 auf 80 Prozent in etwa 26 Minuten abgedeckt ist. In rund 20 Minuten fließen so genug Kilowattstunden für ungefähr 280 Kilometer nach, was längere Fahrten mit kurzen Pausen ermöglicht. An Wechselstrom mit 11 kW lässt sich eine leere Batterie über Nacht wieder vollständig laden und passt damit gut zu typischen Pendelstrecken. Ab 2025 soll eine Vehicle-to-Home-Funktion hinzukommen, bei der die Batterie zeitweise als Hausspeicher dient und eine eigene Photovoltaikanlage unterstützen kann.
Fazit
Der Ford Explorer (U625) tritt als alltagstaugliches Elektro-SUV der Mittelklasse mit klarer Ausrichtung auf Familien und pragmatische Nutzer auf. Der kräftige Antrieb, die ordentliche Effizienz, das großzügige Raumangebot und die schnelle Gleichstromladung schaffen ein stimmiges Gesamtpaket. Dem stehen der funktionale, aber eher nüchterne Innenraum und die teilweise umständliche Bedienung über den Touchscreen gegenüber. Insgesamt bietet der Ford Explorer (U625) damit eine sachliche Alternative zu Volkswagen ID.4 und Škoda Enyaq, wenn praktische Eigenschaften wichtiger sind als ein besonders prestigeträchtiger Auftritt.