Konzept und Einordnung
Seit 2024 tritt der Ford Capri (MK4) als vollelektrisches SUV-Coupé auf und entfernt sich damit klar vom flachen Sportcoupé früherer Jahre. Die Technik basiert auf der MEB-Plattform des Volkswagen-Konzerns, viele Komponenten stammen vom Explorer Electric. Im Ford-Portfolio ordnet sich der Capri zwischen Puma und Kuga ein, wirkt durch die coupéartige Dachlinie jedoch deutlich dynamischer. Im Wettbewerb tritt das Modell gegen Fahrzeuge wie VW ID.5, Skoda Enyaq Coupé und Tesla Model Y an. Im Vergleich zu den von 1968 bis 1986 gebauten Vorgängern bietet der Capri erheblich mehr Komfort- und Assistenztechnik, allerdings weniger puristischen Sportwagencharakter.
Design und Raumangebot
Die Front zitiert mit Doppelscheinwerfer-Optik und klar gezeichneter Nase bewusst Stilelemente des historischen Capri, ohne wie ein Retro-Showcar zu wirken. Die stark geneigte Heckscheibe und die erhöhte Sitzposition betonen den Crossover-Charakter. Vorn entsteht ein luftiges Raumgefühl, im Fond begrenzt die abfallende Dachlinie die Kopffreiheit für große Personen spürbar. Der Kofferraum fasst rund 570 Liter, wirkt für ein SUV-Coupé großzügig und bleibt über die breite Heckklappe gut nutzbar, was den Alltag mit Gepäck und Kinderwagen erleichtert.
Innenraum und Bedienung
Im Innenraum prägen ein volldigitales Instrumentendisplay und ein großer, hochformatiger Touchscreen den Eindruck. Viele Funktionen wandern in Bildschirmmenüs, was die Armaturentafel aufgeräumt wirken lässt, die Bedienung aber etwas Eingewöhnung verlangt. Oben eingesetzte Soft-Touch-Oberflächen vermitteln einen wertigeren Eindruck, während im unteren Bereich robuste Kunststoffe dominieren. Zahlreiche Ablagen, teils mit verschiebbaren Elementen, erhöhen den Nutzwert im Alltag. Die Konnektivität mit Smartphone-Einbindung und Online-Navigation wirkt zeitgemäß, Software-Updates sollen weitgehend über das Mobilfunknetz erfolgen.
Fahrverhalten und Effizienz
Der elektrische Hinterradantrieb verleiht dem Capri eine ausgewogene Balance, stärkere Varianten mit Allradantrieb beschleunigen deutlich kräftiger, bleiben aber gut kontrollierbar. Das eher komfortorientiert abgestimmte Fahrwerk glättet Querfugen und schlechte Fahrbahnen, in schnell gefahrenen Kurven macht sich das hohe Gewicht dennoch bemerkbar. Auf der Autobahn profitiert das Modell von ordentlicher Geräuschdämmung und fein regelnden Assistenzsystemen. Im Alltag liegen die Verbräuche je nach Fahrprofil im Rahmen vergleichbarer Elektro-SUV, bei dauerhaft hohen Geschwindigkeiten sinkt die tatsächlich erzielbare Normreichweite.
Fazit
Der Ford Capri (MK4) überträgt einen bekannten Modellnamen in das Segment der Elektro-SUV und setzt klar auf Alltagstauglichkeit. Reichweite, Sicherheitsausstattung und der große Kofferraum sprechen für das Konzept, während die stark touchscreenbasierte Bedienung und die eingeschränkte Kopffreiheit im Fond Kompromisse verlangen. Insgesamt präsentiert sich der Capri als geräumiges, angenehm zu fahrendes Elektroauto mit sportlich angehauchter Optik und moderner Technik, das vor allem für den vielseitigen Einsatz im Alltag taugt.