Positionierung und Konzept
2012 brachte Ford den B-MAX (JK8) als Nachfolger des Fusion auf den Markt und positionierte ihn zwischen Fiesta und C-MAX. Technisch orientiert sich der Mini-Van am Fiesta, bietet mit höherem Dach jedoch mehr Innenraumreserven. Das Türkonzept mit integrierter B-Säule und hinteren Schiebetüren schafft einen breiten, schwellenarmen Einstieg und erleichtert die Montage von Kindersitzen. Damit spricht der B-MAX vor allem Familien und ältere Fahrer an, die bequemen Zugang bei kompakten Außenabmessungen wünschen. Im Wettbewerbsumfeld stehen Hyundai ix20, Fiat 500L und Subaru Trezia, das Schiebetürkonzept hebt den B-MAX jedoch deutlich ab.
Karosserie und Kofferraum
Mit gut vier Metern Länge und vanartigem Aufbau wirkt der B-MAX höher und geräumiger als ein klassischer Kleinwagen. Kurze Überhänge erleichtern das Einparken, der Wendekreis fällt für ein so kompaktes Auto groß aus. Öffnen sich vordere Tür und Schiebetür gemeinsam, entsteht eine breite Öffnung, durch die auch sperrige Gegenstände in Innenraum und Kofferraum gelangen. Dieser fasst 318 Liter und wächst bei umgeklappter Rückbank auf über 1.300 Liter. In der Variabilität bleibt der B-MAX hinter Konkurrenz-Vans zurück, weil sich die Sitze nicht vollständig im Boden versenken lassen und die massiven Türpfosten die Sicht nach vorn und zur Seite einschränken und beim Abbiegen mehr Aufmerksamkeit erfordern.
Innenraum und Bedienung
Der Innenraum orientiert sich am Fiesta, wirkt durch die höhere Sitzposition und den größeren Kopfraum jedoch luftiger. Vorn sitzen Erwachsene bequem, im Fond reicht der Platz für zwei Passagiere und ein Kind, auch längere Reisen gelingen damit. Die Materialqualität liegt im Klassenschnitt, sauber verarbeitetes Hartplastik dominiert und zeigt sich im Alltag robust. Eine Mittelkonsole mit vielen Tasten und hochglänzenden Flächen prägt das Cockpit, sieht modern aus und erfordert etwas Eingewöhnung. Gut geformte Sitze und ein ausgewogenes Geräuschniveau unterstützen den Langstreckenkomfort. Isofix-Halterungen mit Top-Tether und die Schiebetüren erleichtern den Umgang mit Kindersitzen und betonen den Familienfokus des B-MAX.
Motoren und Fahrverhalten
Die Motorenpalette des B-MAX reicht von Benzinern bis zu Dieseln. Besonders der EcoBoost-Dreizylinder mit 88 kW überzeugt mit kräftigem Durchzug und kultiviertem Lauf. Das präzise schaltbare manuelle Fünfganggetriebe passt gut zum kompakten Van, fällt in Verbindung mit dem Turbobenziner jedoch kurz übersetzt aus. Auf der Autobahn steigen dadurch Drehzahl und Verbrauch, im gemischten Betrieb liegen die Verbräuche des Turbobenziners über den Normangaben, bleiben für einen Van dieser Größe aber im Rahmen. Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk bietet Sicherheitsreserven in schneller gefahrenen Kurven. Die leichtgängige Lenkung könnte mehr Rückmeldung geben, erleichtert im Stadtverkehr jedoch das Rangieren.
Kosten, Umwelt und Zuverlässigkeit
In der Anschaffung lag der B-MAX als Neuwagen über dem üblichen Kleinwagenniveau, weil viele Komfort- und Infotainmentfunktionen nur gegen Aufpreis erhältlich waren. Die Motoren erfüllen je nach Baujahr Euro 5 oder Euro 6, die Kohlendioxid-Werte bewegen sich im Klassenrahmen, besonders die Dieselaggregate zeigen auf langen Strecken günstige Verbrauchswerte. Bei den EcoBoost-Motoren kam es in frühen Baujahren zu einem Rückruf mit verändertem Ansaugluftkanal, zudem traten einzelne Ventilschäden auf. Ältere Fahrzeuge zeigten vereinzelt Probleme mit der Starterbatterie. Insgesamt präsentiert sich der B-MAX als solides Alltagsauto mit gutem Komfort und viel Platz, dessen spezielles Türkonzept den Einstieg erleichtert und als klares Erkennungsmerkmal dient, während eingeschränkte Rundumsicht, begrenzte Innenraumvariabilität und das Preisniveau zu den wichtigsten Kritikpunkten zählen.