Design und Konzept
Der Fiat e-Ulysse (MK3) knüpft an den früheren Ulysse als Familienvan an, setzt das Konzept aber als elektrischen Shuttle für bis zu acht Personen um. Als technische Basis nutzt er die EMP2-Plattform des Stellantis-Konzerns, auf der auch Citroën Spacetourer, Peugeot Traveller und Opel Zafira Life fahren. Gegenüber den früheren Generationen mit Verbrennungsmotor rückt der e-Ulysse leisen Komfort, lokal emissionsfreie Kurz- und Mittelstrecken und eine eher gehobene Ausstattung in den Mittelpunkt.
Karosserie und Raumangebot
Mit 4.956 mm Länge, 2.010 mm Breite und 1.890 mm Höhe gehört der e-Ulysse zu den größeren Großraumvans. Der 3.275 mm lange Radstand schafft viel Beinfreiheit in der zweiten und dritten Sitzreihe. Zwei serienmäßige Schiebetüren erleichtern das Ein- und Aussteigen in engen Parklücken oder vor Hotels. Der Kofferraum fasst bei voller Bestuhlung rund 450 Liter und wächst bei umgelegter Rückbank auf etwa 900 Liter dachhoch. Das reicht für Gepäck von Familie oder Reisegruppe, ohne die Ladefähigkeit klassischer Transporter zu erreichen. Ein Wendekreis von 12,9 m hält die Alltagstauglichkeit in der Stadt im Rahmen.
Innenraum und Qualität
Im Innenraum dominiert Funktionalität. Die erhöhte Sitzposition bietet gute Übersicht, große Fensterflächen bringen viel Licht hinein. Die serienmäßige Lederausstattung wirkt hochwertiger als bei typischen Nutzfahrzeug-Ablegern, einige Hartplastikflächen erinnern jedoch an die Transporterbasis. Ein zentrales Touchscreen-Infotainment mit Navigation und Smartphone-Integration erfüllt die gängigen Konnektivitätsanforderungen, wirkt in Bedienstruktur und Grafik eher sachlich als besonders edel. Zahlreiche Ablagen, Becherhalter und Fächer erleichtern den Einsatz als Familien- oder Shuttlefahrzeug.
Antrieb und Fahrverhalten
Der Elektromotor liefert genügend Kraft für den Stadtverkehr und ruhige Autobahnfahrten. Beschleunigung und Durchzug bleiben angesichts eines Gewichts von über 2.100 kg zurückhaltend, dafür arbeitet der Antrieb leise und vibrationsarm. Die Federung mit Schraubenfedern vorn und hinten zielt auf Komfort, stößt mit voller Beladung und kurzen Bodenwellen aber an Grenzen. In Verbindung mit der relativ direkten Servolenkung fährt sich der e-Ulysse dennoch handlich, solange er in engen Radien mit moderaten Geschwindigkeiten unterwegs ist.
Reichweite, Laden und Kosten
Die 75 kWh große Batterie ermöglicht praxisgerecht geplante Tagesetappen, auf längeren Autobahnfahrten sind jedoch regelmäßige Ladestopps nötig. Dreiphasiges Wechselstromladen und hohe Gleichstromladeleistung verkürzen diese Pausen, wenn eine passende Infrastruktur zur Verfügung steht. Im Vergleich zu früheren Ulysse mit Dieselmotor wirkt der Energieverbrauch auf der Langstrecke weniger souverän, im Kurzstreckenbetrieb punktet das Elektrofahrzeug dagegen mit lokal emissionsfreiem Fahren. Der Listenpreis liegt deutlich oberhalb klassischer Familienvans und unterstreicht die Ausrichtung als komfortorientiertes Shuttlefahrzeug. Später eingeführte Dieselvarianten erweitern das Modellprogramm, verändern das eigenständige Profil des elektrischen e-Ulysse jedoch nicht.
Fazit
Der Fiat e-Ulysse (MK3) eignet sich als leiser, komfortabler Großraumvan für Familien und professionelle Personentransporte, sofern Ladeinfrastruktur und Budget passen. Das großzügige Raumangebot, die flexible Nutzung und die auf Sicherheit ausgelegte Technik sprechen für das Konzept. Begrenzte Reichweite, eher gelassene Fahrdynamik und der hohe Preis erfordern jedoch eine sorgfältige Abwägung, ob das Profil des Modells zu den eigenen Einsatzbedingungen passt.