Karosserie und Raumangebot
Der Dacia Sandero (B52) der zweiten Generation von 2013 fährt als fünftürige Steilhecklimousine mit klar gezeichneten Linien vor. Die relativ hohe Dachlinie schafft guten Kopfraum, vor allem auf der Rückbank. Türen und Heckklappe öffnen weit und erleichtern so das Einsteigen und Beladen. Der Kofferraum fasst rund 320 Liter und wächst mit umklappbaren Rücksitzlehnen deutlich, sodass auch größere Gegenstände Platz finden. In der Stepway-Ausführung erhöht Dacia die Bodenfreiheit leicht und ergänzt Anbauteile im SUV-Stil, technisch bleibt der Sandero jedoch ein klassischer Kleinwagen mit Frontantrieb. Im Vergleich zur ersten Generation wirkt die Karosserie moderner und isoliert Geräusche etwas besser, ohne den sachlichen Charakter aufzugeben.
Innenraum und Qualität
Im Innenraum dominiert funktionales Hartplastik, das nüchtern wirkt, aber robust und pflegeleicht bleibt. Große, logisch angeordnete Schalter erleichtern die Bedienung im Alltag. Sitzposition und Rundumsicht geraten gelungen, nur das Lenkrad lässt sich in vielen Versionen nur in der Höhe verstellen. Je nach Ausstattung gehören Klimaanlage, Radio und elektrische Fensterheber vorn dazu, dennoch wirkt das Armaturenbrett einfacher als in teureren Kleinwagen. Gegenüber dem Vorgänger steigen Materialanmutung und Ergonomie leicht, das Preisniveau bleibt jedoch weiterhin niedrig.
Fahrwerk und Motoren
Das Fahrwerk setzt auf eine eher komfortable Abstimmung und bügelt Schlaglöcher in der Stadt recht souverän weg. In schnell gefahrenen Kurven neigt sich die Karosserie spürbar, was zu der entspannten Ausrichtung passt. Die schwächeren Saugmotoren eignen sich vor allem für Stadtverkehr und kurze Landstraßenstrecken, während die aufgeladenen Benziner und die Dieselmotoren auf der Autobahn mehr Reserven bieten. Das manuelle Getriebe arbeitet unauffällig, die leichtgängige Lenkung liefert nur wenig Rückmeldung. Insgesamt stehen Effizienz und einfache Technik klar vor Fahrdynamik.
Sicherheit und Zuverlässigkeit
Die Sicherheitsausstattung liegt im Klassendurchschnitt und bleibt hinter vielen teureren Kleinwagen zurück. Mehrere Airbags, elektronisches Stabilitätsprogramm und Traktionskontrolle bilden den Kern, moderne Helfer wie Spurhalte-, Notbrems- oder Totwinkelassistent fehlen meist. Crashtests bescheinigen dem Modell ein zeitgemäßes Grundniveau, ohne Spitzenwerte zu erreichen. In Pannenstatistiken fallen einzelne Jahrgänge der zweiten Generation mit Problemen am Zündschloss auf, spätere Baujahre schneiden deutlich besser ab. Die einfache Technik gilt bei regelmäßiger Wartung insgesamt als robust und langlebig.
Alltag, Kosten und Fazit
Im Alltag überzeugt der Kleinwagen mit großzügigem Raumgefühl, guter Übersicht und niedrigen Betriebskosten, besonders in den Autogas-Varianten. Versicherung und Verschleißteile bleiben meist günstig, da viele Komponenten aus dem Großserienbaukasten stammen. Komfort- und Sicherheitsausstattung fallen dagegen eher schlicht aus. Insgesamt zeigt sich der Dacia Sandero (B52) als sachliches, alltagstaugliches Auto, das vor allem mit viel Platz und überschaubaren Kosten punktet.