Einführung und Konzept
Der 2016 eingeführte Chevrolet Camaro (A1XC) als Cabriolet mit 6,2 Liter großem V8 und Automatikgetriebe steht in der Tradition klassischer US-amerikanischer Pony Cars und überträgt dieses Konzept als links gelenktes Importmodell auf den deutschen Markt. Er nutzt eine moderne, vergleichsweise leichte Plattform und wirkt gegenüber dem Vorgänger spürbar kompakter und dynamischer, ohne die robuste Präsenz zu verlieren.
Karosserie und Design
Die Karosserie liegt tief, die Motorhaube streckt sich weit nach vorn, die Fensterflächen fallen schmal aus. Dieses Layout prägt die Optik und führt zugleich zu einer eingeschränkten Übersicht. Das Stoffverdeck integriert sich geschlossen sauber in die Silhouette und verschwindet elektrisch unter einer Abdeckung. Die Proportionen wirken stimmig und unterscheiden sich klar von europäischen Mittelklasse-Cabrios, die meist zurückhaltender gezeichnet sind.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum prägen sportlich geschnittene Sitze mit gutem Seitenhalt und ein fahrerorientiertes Cockpit den Eindruck. Die Materialqualität schwankt zwischen sauber verarbeiteten Softtouch-Flächen und deutlich sichtbarem Hartplastik, was an den Preis erinnert und nicht das Niveau europäischer Premiumhersteller erreicht. Vorn finden auch größere Personen bequem Platz, auf der Rückbank reicht der Raum dagegen nur für Kinder oder sehr kurze Strecken. Der Kofferraum bietet ein Volumen von etwa 260 Liter, die schmale Öffnung und die Verdeckmechanik schränken die Nutzbarkeit zusätzlich ein.
Motor und Fahrverhalten
Herzstück ist der frei saugende V8-Motor mit 6,2 Liter Hubraum, der bereits aus niedrigen Drehzahlen kräftig anschiebt und bei höheren Drehzahlen deutlich präsenter klingt. Die 8-Gang-Automatik arbeitet im Normalbetrieb unauffällig, reagiert im Sportprogramm spontan und hält den Motor im drehmomentstarken Bereich. Hinterradantrieb, breite Reifen und eine straffe Abstimmung ermöglichen hohe Reserven in schnellen Kurven, auf nasser Fahrbahn erfordern sie jedoch einen sensiblen Gasfuß. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt das Fahrwerk präziser, die Karosserie steifer und das Einlenkverhalten direkter.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Im Alltag machen hoher Verbrauch, Steuerlast und Versicherungskosten den Chevrolet Camaro (A1XC) als Cabriolet zu einem Auto für Enthusiasten, die diese Punkte bewusst in Kauf nehmen. Die Ausstattung fällt umfangreich aus, Infotainment und Assistenzsysteme decken die wichtigen Funktionen ab, ohne technisch zu überfordern. Komfort und Geräuschpegel gehen für ein sportlich ausgelegtes Cabrio in Ordnung, auf schlechter Fahrbahn zeigt die straffe Abstimmung jedoch deutlich den Fokus auf Fahrdynamik.
Fazit
Der Chevrolet Camaro (A1XC) richtet sich an Fahrer, die einen charakterstarken V8-Motor, eigenständiges Design und offenen Fahrspaß schätzen und dafür Einschränkungen bei Platz, Effizienz und Sicherheitsbewertung akzeptieren. Als Gebrauchtwagen bleibt das Cabrio ein auffälliges Nischenmodell fernab des europäischen Massenmarkts.