Konzept und Einordnung
Der BMW X4 (G02) erschien 2018 als Mittelklasse SUV Coupé und nutzt die Technik des X3 mit flacherer Dachlinie. Gegenüber der ersten Generation legte das Modell in Länge und Breite zu, was Fahrzeuggestalt und Platzangebot verbessert. Im BMW Programm positioniert sich der X4 zwischen X3 und X5 und spricht vor allem designorientierte Umsteiger aus Limousinen und Coupés an. Hauptkonkurrenten heißen Mercedes GLC Coupé und Audi Q5 Sportback.
Design und Innenraum
Die Silhouette prägen lange Motorhaube, weit nach hinten gezogene Kabine und das stark abfallende Heck. Nach der Modellpflege erhielt die Front schmalere Scheinwerfer und eine markanter gestaltete Doppelniere, wodurch der X4 präsenter wirkt. Im Innenraum dominieren weich gepolsterte Kunststoffe, sauber verarbeitetes Leder und ein übersichtliches Cockpit. Das optionale Live Cockpit Professional mit zwei 12,3 Zoll großen Bildschirmen wirkt moderner als im Vorgänger und erleichtert die Bedienung mit klar strukturierten Menüs. Vorn finden auch große Personen eine bequeme Sitzposition mit vielen Verstellmöglichkeiten und gutem Seitenhalt.
Fond und Kofferraum
Auf der Rückbank zeigt sich das coupéartige Dach. Die Beinfreiheit reicht für Erwachsene, die Kopffreiheit fällt im Vergleich zum X3 geringer aus und begrenzt den Komfort für große Personen. Ansteigende Fensterlinie und kleine Heckscheibe verschlechtern die Rundumsicht und erschweren das Einparken. Der Kofferraum bietet ein Volumen von 525 bis 1.430 Liter und liegt damit auf dem Niveau vieler klassischer SUV. Die dreifach teilbare Rücksitzlehne erleichtert den Transport langer Gegenstände. Wegen der flach auslaufenden Heckklappe steht für hohe Kartons weniger Raum zur Verfügung, und praxisnahe Messungen zeigen etwas weniger nutzbares Volumen als im X3.
Motoren, Fahrverhalten und Verbrauch
Die Motorenpalette umfasst aufgeladene Vierzylinder-Benziner, kräftige Reihensechszylinder-Diesel und als Spitzenmodell den X4 M Competition. Der xDrive30i beschleunigt in etwa 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht rund 235 km/h, bleibt dabei mechanisch kultiviert und akustisch eher zurückhaltend. Das serienmäßige Sportfahrwerk sorgt für straffe, gut kontrollierte Karosseriebewegungen, wirkt auf schlechten Straßen jedoch unruhig. Empfehlenswert erscheinen adaptive Dämpfer, die im Komfortmodus spürbar sanfter federn und im Sportmodus zusätzliche Reserven bieten. Im Handling lenkt der X4 präzise ein und bietet hohen Grip, neigt in plötzlichen Ausweichmanövern aber zum Untersteuern. Die Geräuschdämmung fällt sehr gut aus, besonders in Verbindung mit optionaler Akustikverglasung. Beim Verbrauch fallen vor allem die stärkeren Benziner mit spürbar höherem Verbrauch auf, während die Sechszylinder-Diesel auf der Langstrecke deutlich sparsamer fahren.
Alltag, Kosten und Fazit
Mit knapp 4.800 mm Länge, breiter Karosserie und eingeschränkter Übersicht wirkt der X4 im dichten Stadtverkehr eher unhandlich. Parkassistent, Kameras und Sensoren mildern das, ändern aber nichts an den großen Abmessungen. Der Einstiegspreis liegt deutlich über dem X3, und mit beliebten Extras wie M Sportpaket, Assistenzpaketen und großem Infotainment steigen die Gesamtkosten schnell in für frühere Oberklasse-Limousinen typische Regionen. Im Gegenzug bietet der BMW X4 (G02) ein fahrdynamisch abgestimmtes SUV Coupé mit hohem Langstreckenkomfort, breiter Motorenpalette und solidem Sicherheitsniveau. Maximalen Nutzwert, viel Kopffreiheit im Fond und möglichst niedrige Verbräuche liefern eher klassische SUV wie der X3. Insgesamt präsentiert sich der X4 als eigenständige Alternative für Fahrer, die erhöhte Sitzposition und sportlich gezeichnetes Design verbinden möchten, akzeptiert dafür aber Abstriche bei Übersicht, Kopffreiheit und Kosten.