Einordnung und Konzept
Der 2016 überarbeitete BMW 3er GT (F34) gehört formal zur Mittelklasse, erreicht mit Länge und Raumangebot jedoch fast Oberklasse-Niveau. Er basiert technisch auf der 3er-Limousine, kombiniert deren Antriebstechnik mit erhöhter Sitzposition und großer Heckklappe. Gegenüber den frühen Jahrgängen mit 184-PS-Diesel brachte das Facelift unter anderem den leiseren B47-Diesel mit 140 kW (190 PS). Zudem erhielt der 3er GT effizientere Lichttechnik und einen verfeinerten Innenraum. Einen direkten Nachfolger innerhalb der 3er-Familie gibt es nicht, viele Käufer wechseln zu Touring oder 4er Gran Coupé.
Design und Karosserie
Der 3er GT misst rund 4.824 mm in der Länge, steht etwas höher als die Limousine und trägt eine weit nach hinten gezogene Dachlinie. Die coupéhafte Silhouette mit großer Heckklappe wirkt eigenständig und sorgt im Fond dennoch für viel Kopffreiheit. Rahmenlose Seitenscheiben und der ausfahrbare Heckspoiler setzen optische Akzente, der Spoiler reduziert bei Autobahntempo den Auftrieb an der Hinterachse. Die breite Spur lässt den Wagen satt auf der Straße stehen und passt zum ausgeprägten Langstreckencharakter.
Innenraum und Kofferraum
Vorn bieten straffe Sitze guten Seitenhalt, das fahrerorientierte Cockpit wirkt übersichtlich, verlangt anfangs aber etwas Eingewöhnung wegen der vielen Tasten. Die erhöhte Sitzposition erleichtert den Einstieg, besonders im Fond, wo Beinfreiheit und Kopfraum deutlich über der 3er-Limousine liegen. Der Kofferraum fasst 520 bis 1.600 Liter. Die dreigeteilt umklappbare Lehne und die weit öffnende Heckklappe machen den Laderaum vielseitig nutzbar. Die relativ niedrige Innenladehöhe unterstützt das Beladen, mehrere Laderaumleuchten verbessern die Übersicht bei Dunkelheit.
Antrieb und Fahrverhalten
Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 140 kW (190 PS) liefert bereits bei niedrigen Drehzahlen viel Drehmoment, die Achtgang-Automatik hält ihn meist im effizienten Bereich. Beschleunigung und Elastizität reichen auch auf der Autobahn für zügige Etappen, während das Geräuschniveau moderat bleibt. Das Fahrwerk ist komfortbetont abgestimmt, die Runflat-Bereifung lässt kurze Kanten allerdings etwas härter durchkommen. Die präzise Lenkung vermittelt Vertrauen, das höhere Gewicht und die Bauhöhe nehmen dem 3er GT etwas Agilität gegenüber der Limousine, ohne ihn behäbig wirken zu lassen. Der Verbrauch bleibt für ein geräumiges Dieselmodell angemessen, erhöhte Stickoxid-Emissionen bei hohem Autobahntempo gelten jedoch als Schwachpunkt.
Sicherheit, Komfort und Fazit
Die steife Karosseriestruktur der 3er-Baureihe und zahlreiche Airbags bilden eine solide Sicherheitsbasis, moderne Assistenzsysteme stehen je nach Ausstattung serienmäßig oder optional bereit. Problematisch wirkt das Fehlen einer Scheinwerferreinigungsanlage bei LED-Licht, auch die Kindersitzbefestigung auf dem Fondmittelplatz überzeugt kaum. Zur komfortorientierten Ausstattung gehören in vielen Fahrzeugen Sitzheizung, Klimaautomatik und ein logisch aufgebautes Infotainmentsystem. Dieses lässt sich um Navigation und Online-Funktionen erweitern und bindet je nach Ausführung auch das Smartphone ein. Im Wettbewerbsumfeld von Audi A5 Sportback und Opel Insignia zeigt der BMW 3er GT (F34) klare Stärken beim Platzangebot und beim Reisekomfort, während Preisniveau und Emissionen eine nüchterne Betrachtung verlangen. Insgesamt tritt der 3er GT (F34) als eigenständige Alternative im Segment auf, wenn ein geräumiges, langstreckentaugliches Modell zwischen Limousine und Kombi gefragt ist.