Einordnung und Konzept
Der 2024 eingeführte BMW 1er (F70) bleibt das kompakte Einstiegsmodell der Marke, setzt aber stärker auf Technik und Komfort. Er positioniert sich klar in der Kompaktklasse, rückt mit Verarbeitung und Assistenzsystemen jedoch näher an größere Baureihen heran. Mild-Hybrid-Antriebe gewinnen im Vergleich zum Vorgänger an Bedeutung, ebenso das durchgängig verbaute 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die meisten Varianten treiben die Vorderräder an, während Allradversionen zusätzliche Traktion und mehr Dynamik liefern. Das Konzept zielt auf ein handliches Auto mit markentypischem Fahrgefühl und moderner Digitalausstattung.
Design und Innenraum
Optisch wirkt der BMW 1er (F70) mit 4.361 mm Länge und etwas mehr Höhe präsenter als sein Vorgänger. Flache Niere, spitzer zulaufende Motorhaube und schmale LED-Scheinwerfer betonen den sportlichen Auftritt, der je nach Ausstattung von dezent bis markant reicht. Die Seitenlinie mit kurzem Überhang und Hofmeisterknick bleibt klar erkennbar, das Heck mit kantigen Leuchten wirkt breiter.
Im Innenraum prägt ein gebogenes Display mit Zentralbildschirm und digitalem Instrumentendisplay das Cockpit. Der entfallene iDrive-Controller schafft Ordnung, die nun überwiegend über Touchscreen und Lenkradtasten gesteuerte Bedienung erfordert bei Klimafunktionen aber mehr Aufmerksamkeit. Materialien und Verarbeitung erscheinen hochwertig, optional stehen tierfreie Bezüge und Sportsitze aus Recycling-Polyester zur Wahl. Der Kofferraum fasst je nach Rückbankstellung rund 300 bis gut 1.100 Liter und bleibt alltagstauglich geschnitten.
Motoren und Fahrverhalten
Die Motorenpalette reicht bei den Benzinern vom 116 über den 120 mit 125 kW (170 PS) bis zum M135 xDrive mit 221 kW (300 PS). Der 120 nutzt einen 1,5-Liter-Dreizylinder mit 48-Volt-Mild-Hybrid, der beim Anfahren unterstützt und den Verbrauch im Alltag senken soll. Auf Dieselseite decken 118d und 120d mit 110 kW (150 PS) und 120 kW (163 PS) die Langstrecke ab. Darüber rangiert der 123 xDrive, der mit Allradantrieb und mehr Leistung die Lücke zum Topmodell schließt.
Serienmäßig arbeitet ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das schnell schaltet und den sportlichen Anspruch unterstützt. Das Fahrwerk wirkt in der M Sportauslegung sehr fahrstabil, aber spürbar straff, während die konventionelle Abstimmung mehr Federungskomfort bietet. Die Lenkung reagiert direkt, bleibt in der Rückmeldung jedoch eher synthetisch.
Alltagstauglichkeit
Im Alltag zeigt sich der BMW 1er (F70) als gut nutzbarer Fünftürer mit angenehmer Sitzposition und ordentlicher Geräuschdämmung. Die Vordersitze eignen sich für längere Etappen, im Fond reicht der Platz für Kinder und zwei Erwachsene auf mittleren Strecken. Der Kofferraum deckt Wocheneinkauf und Urlaubsgepäck ab, bei größeren Transportaufgaben ist jedoch etwas Planung nötig. Zulässige Anhängelast und die Möglichkeit, Fahrräder oder kleine Anhänger mitzunehmen, erhöhen die Einsatzbandbreite.
Fazit
Unterm Strich tritt der BMW 1er (F70) als sportlich abgestimmter Kompakter mit stark digitalisiertem Innenraum und breiter Motorenpalette auf. Präzises Fahrverhalten, Sicherheitsausstattung und wahrgenommene Qualität zählen zu den Pluspunkten, während das im Klassenvergleich hohe Preisniveau, die teils straffe M-Abstimmung und die stärker menübasierte Bedienung Nachteile darstellen. Damit bleibt der BMW 1er (F70) ein stimmiges Angebot für alle, die ein kompaktes Auto mit markentypischer Fahrdynamik und moderner Technik wünschen.