Design und Karosserie
Der 2019 vorgestellte BMW 1er (F40) bricht mit der Tradition des Heckantriebs und nutzt eine moderne Frontantriebsarchitektur. Optisch wirkt der 1er mit breiter Niere, schmalen Leuchten und ansteigender Seitenlinie deutlich selbstbewusster als der eher sachliche Vorgänger. Die breiten Proportionen betonen die Spur und lassen das Kompaktmodell sportlich auftreten, ohne zu überzeichnen. Am Heck formen horizontal gestaltete Rückleuchten und eine relativ hohe Schulterlinie einen satten Stand, schränken die Sicht nach hinten jedoch etwas ein.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum orientiert sich der BMW 1er (F40) klar an größeren BMW Modellen. Die Materialqualität liegt in der Kompaktklasse auf hohem Niveau, harte Kunststoffe erscheinen nur in unteren Bereichen. Die vorderen Sitze bieten viel Einstellweg und guten Seitenhalt, längere Etappen gelingen dadurch entspannt. Gegenüber dem Vorgänger genießen Fahrer und Beifahrer spürbar mehr Schulter- und Kniefreiheit. Im Fond bleibt der Raum für Kopf und Knie dennoch eher durchschnittlich, besonders mit Panoramadach. Der Kofferraum fasst 380 Liter und liegt damit im Klassenmaß, die geteilt umklappbare Rückbank schafft einen flexibel nutzbaren Ladebereich.
Fahrverhalten und Antrieb
Trotz Frontantrieb fährt der 1er fahrdynamisch typisch für die Marke. Die Lenkung arbeitet präzise und vermittelt ein klares Gefühl für die Vorderräder, das Fahrwerk bleibt auch mit optionaler Sportabstimmung ausreichend komfortabel. Im Vergleich zum heckgetriebenen Vorgänger wirkt das Fahrverhalten etwas neutraler, das spielerische Heck fehlt sportlich orientierten Fahrern jedoch mitunter. Die Motorenpalette reicht von effizienten Dreizylindern bis zu kräftigen Vierzylindern, die dem kompakten Fahrzeug souveräne Fahrleistungen ermöglichen. Topmodelle wie 128ti und M135i xDrive bedienen vor allem ambitionierte Fahrer, während die Dieselmotoren auf der Langstrecke mit Reichweite und Durchzug überzeugen. In Tests liegt der Alltagsverbrauch, besonders bei den Dieseln, teils etwas höher als die Normwerte vermuten lassen.
Sicherheit, Technik und Zuverlässigkeit
Bei der Sicherheitsausstattung zeigt sich der BMW 1er (F40) umfassend aufgestellt. Mehrere Airbags, eine stabile Struktur und zahlreiche Assistenzsysteme sichern einen hohen Schutzstandard. Das Modell erreichte im Euro-NCAP-Crashtest die Höchstwertung, was den technischen Aufwand bei Karosserie und Assistenzsystemen unterstreicht. Pannenstatistiken großer Automobilclubs bescheinigen dem Kompaktwagen bislang eine niedrige Ausfallquote. Einzelne Rückrufe betrafen Bauteile wie Lenkgetriebe und Fahrerairbag und liefen über die Vertragswerkstätten.
Alltagstauglichkeit und Fazit
Im Alltag zeigt der 1er mit kompakten Abmessungen, ausreichend Platz für eine kleine Familie und einem wertigen Ambiente ein stimmiges Gesamtbild. Die Bedienung bleibt trotz vieler Funktionen logisch, insbesondere mit dem bekannten Dreh-Drück-Steller. Schwächer wirkt der nur durchschnittliche Fondkomfort, hinzu kommt der im Vergleich zu manchen Wettbewerbern hohe Preis. Insgesamt tritt der BMW 1er (F40) als ausgereiftes Kompaktmodell mit klarem Premiumanspruch und sportlicher Note auf und spricht vor allem Interessenten an, die Fahrdynamik und Qualität höher gewichten als maximale Raumökonomie.