Einordnung und Konzept
Der BAW 212 (MK1) positioniert sich als klassischer Geländewagen mit Leiterrahmen im mittleren Preisbereich. Er knüpft an den Beijing BJ212 an, übernimmt dessen kantige Grundform und Nutzfahrzeug-Flair und verbindet sie mit moderner Technik. Innenraum, Sicherheitsausstattung und Antrieb wirken deutlich zeitgemäßer, der robuste Charakter bleibt erhalten. Im Vergleich zu KGM Rexton und Jeep Wrangler wirkt der BAW 212 stärker als Arbeitsgerät und Geländewagen. Betriebe mit Anhängerbetrieb, Jäger und Freizeitnutzer mit Wohnwagen profitieren von hoher Zugkraft und großer Bodenfreiheit, Luxusausstattung spielt eine geringere Rolle.
Design und Karosserie
Die Karosserie des BAW 212 wirkt funktional. Mit 4.705 mm Länge, 1.895 mm Breite, 1.936 mm Höhe und 2.860 mm Radstand bleibt der Geländewagen handlich genug für enge Wege und bietet Platz für fünf Erwachsene sowie eine große Ladezone. Leiterrahmen, kantige Kotflügel und das außen montierte Reserverad an der seitlich angeschlagenen Hecktür erinnern an traditionelle Offroader. Große Fensterflächen verbessern die Übersicht im Gelände. Böschungswinkel von 40 Grad vorn und 36 Grad hinten sowie eine Wattiefe von 69,5 Zentimetern betonen die Geländetauglichkeit. Serienmäßige 17-Zoll-Räder mit hoher Flanke dämpfen grobe Schläge ab und verstärken den robusten Eindruck.
Innenraum und Nutzwert
Im Innenraum wirkt der BAW 212 sachlich und robust. Hart wirkende Kunststoffe und eine einfache Schalterlandschaft erinnern an ein Arbeitsfahrzeug, lassen sich aber leicht reinigen. Die hohe Sitzposition und die gute Rundumsicht erleichtern lange Etappen und Fahrten mit Anhänger. Auf der Rückbank bietet der Wagen viel Kopffreiheit, die Beinfreiheit fällt je nach Vordersitzeinstellung durchschnittlich aus. Isofix-Halterungen erhöhen die Familientauglichkeit. Der Kofferraum nutzt die Außenabmessungen gut aus und bietet ein ordentliches Volumen. Eine umklappbare Rücksitzbank schafft einen fast ebenen Laderaum für Werkzeug und Gepäck. Die seitlich öffnende Heckklappe benötigt Platz nach hinten, erleichtert dafür den Zugriff auf Ladung und Reserverad.
Antrieb und Fahrverhalten
Im BAW 212 arbeitet ein Zweiliter-Dieselmotor mit 122 kW (166 PS) und 415 Nm Drehmoment, das schon bei niedrigen Drehzahlen anliegt. Die Achtstufen-Automatik schaltet überwiegend weich und hält die Drehzahl niedrig, was den Verbrauch stabilisiert. In knapp 13 Sekunden beschleunigt der Geländewagen auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Der Fokus liegt damit auf Geländegängigkeit und Anhängerbetrieb. Ein zuschaltbarer Allradantrieb verbessert die Traktion auf Matsch, Schotter und Schnee, im Normalbetrieb fährt der Wagen mit Hinterradantrieb. Auf der Straße wirkt das Fahrwerk straff und bei Querfugen teilweise polterig, überzeugt im Gelände aber mit stabiler Verschränkung. Die Lenkung arbeitet spürbar indirekter als bei Straßen-SUVs, liefert jedoch ausreichend Rückmeldung.
Alltag, Kosten und Fazit
Im Alltag fährt der BAW 212 mit einem kombinierten Verbrauch von 8,5 l/100 km und CO2-Werten der Effizienzklasse G, was höhere Fahrzeugsteuern und spürbare Kraftstoffkosten verursacht. Ein großer 80-Liter-Tank und lange Distanzen ohne Tankstopp gleichen das teilweise aus. Im Umfeld klassischer Geländewagen überzeugt der vergleichsweise günstige Einstiegspreis, auch wenn Verarbeitung, Geräuschdämmung und Infotainment nicht an teurere Konkurrenzmodelle heranreichen. International ergänzen Pick-up, Softtop-Version und eine dreitürige Ausführung die Baureihe, in Deutschland steht der fünftürige Kombi im Mittelpunkt. Insgesamt präsentiert sich der BAW 212 (MK1) als Geländewagen mit hohem Nutzwert und guten Zugfahrzeugeigenschaften, der Kunden anspricht, die Geländegängigkeit und Funktionalität über Komfort, Effizienz und digitale Ausstattung stellen.