Einordnung und Konzept
Der Alpina B4 (F32) kam 2014 als Coupé in die BMW 4er-Familie und besetzte dort die Rolle des komfortorientierten Hochleistungsmodells. Alpina versteht sich nicht als klassischer Tuner, sondern als Hersteller, der Serienfahrzeuge technisch und optisch umfassend weiterentwickelt. Der Alpina B4 (F32) positioniert sich zwischen den regulären 4er-Modellen und dem BMW M4. Er verbindet hohe Fahrleistungen mit ausgeprägter Langstreckentauglichkeit und tritt optisch zurückhaltender auf als die werksseitigen M-Modelle.
Design und Karosserie
Optisch orientiert sich der Alpina B4 (F32) eng am BMW 4er Coupé, setzt aber eigene, zurückhaltende Akzente. Die markentypische Frontschürze verbessert die Aerodynamik und trägt das Alpina-Logo. Am Heck sitzt ein modifizierter Diffusor mit integrierter Abgasanlage. Die klassischen, mehrspeichigen Alpina-Leichtmetallräder prägen die Seitenansicht und unterstreichen den eher eleganten Auftritt.
Die Proportionen bleiben flach und gestreckt, die lange Motorhaube und das kurze Heck betonen den sportlichen Charakter. Zwei Türen und ein relativ niedriger Dachverlauf lassen den Alpina B4 (F32) deutlich coupéhaft wirken. Gleichzeitig wirkt die Karosserie etwas massiver als beim Basis-4er, was zur Rolle als schnelles Reisecoupé passt. Der Kofferraum bietet ausreichend Platz für das Gepäck von zwei Personen und eignet sich damit gut für längere Fahrten.
Innenraum und Qualität
Im Innenraum profitiert der Alpina B4 (F32) von der bekannten Ergonomie der 4er-Baureihe. Das Cockpit richtet sich klar zum Fahrer aus. Die Sitzposition fällt tief und sportlich aus, die Bedienung über den Drehdrücksteller und später ergänzend über den Touchscreen gelingt weitgehend intuitiv.
Typische Alpina-Details werten den Innenraum sichtbar auf. Dazu gehören eigenständige Rundinstrumente mit blauem Zifferblatt, ein fein verarbeitetes Lederlenkrad und auf Wunsch exklusive Lederpolster mit Kontrastnähten. Die vorderen Sitze bieten guten Seitenhalt auf schnellen Etappen. Im Fond entsteht wegen der Karosserieform nur eingeschränkte Kopf- und Beinfreiheit, weshalb die hinteren Plätze eher für kürzere Strecken taugen. Die Geräuschdämmung bleibt auch bei höherem Tempo überzeugend, vor allem der kultivierte Reihensechszylinder fällt positiv auf.
Antrieb und Fahrverhalten
Im Alpina B4 (F32) arbeitet ein dreilitriger Reihensechszylinder mit Biturbo-Aufladung. Je nach Ausbaustufe leistet er zwischen 301 kW (410 PS) und 332 kW (452 PS). Das maximale Drehmoment liegt deutlich über dem Niveau der Serienmodelle und steht schon bei niedrigen Drehzahlen an. Der Alpina B4 (F32) beschleunigt je nach Version in gut 4 Sekunden auf 100 km/h und erreicht etwa 300 km/h. Damit rückt er in den Bereich klassischer Hochleistungscoupés.
Die Achtgang-Automatik Switch-Tronic schaltet weich und reagiert bei manuellen Eingriffen schnell. Heckantrieb sorgt für ein agiles Fahrgefühl, Allradvarianten verbessern die Traktion bei Nässe und auf schlechter Fahrbahn. Das Alpina-Fahrwerk kontrolliert die Karosserie straff, lässt aber genügend Restfederung für lange Autobahnetappen. Das höhere Gewicht durch Allradantrieb und umfangreiche Ausstattung macht sich im Verbrauch bemerkbar. Im Alltag liegen die Werte meist im Bereich von 9 bis 11 Litern auf 100 Kilometer.
Alltagstauglichkeit
Im täglichen Einsatz verbindet der Alpina B4 (F32) hohe Fahrleistungen mit einem guten Maß an Komfort. Das Platzangebot vorn reicht auch für große Fahrer, die Übersicht verdient angesichts der coupétypischen Form noch ein Lob. Der Kofferraum nimmt Wochenendeinkäufe und Urlaubsgepäck für zwei Personen problemlos auf, die Rückbank dient eher als Ergänzung.
Die Federung filtert kurze Stöße ausreichend weg, bleibt aber straff genug für kontrollierte Fahrdynamik. Auf langen Strecken profitieren Fahrer und Mitfahrer von der ruhigen Motorcharakteristik, der wirksamen Geräuschdämmung und der optional sehr hochwertigen Ausstattung. Der laufende Aufwand fällt jedoch hoch aus. Neben dem Verbrauch treiben Versicherung, Steuer und Wartung die Unterhaltskosten deutlich über das Niveau normaler Mittelklassemodelle.
Fazit
Der Alpina B4 (F32) richtet sich an Fahrer, die ein sehr schnelles, aber dezentes Coupé mit hohem Reisekomfort bevorzugen. Der starke Biturbo-Reihensechszylinder, die sorgfältig abgestimmte Achtgang-Automatik und das ausgewogene Fahrwerk liefern hohe Fahrleistungen, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Einschränkungen beim Platz im Fond und der im Vergleich zu konventionellen Mittelklassefahrzeugen hohe Verbrauch gehören zur Gesamtrechnung. Als exklusives Nischenmodell zwischen BMW 4er und M4 bietet der Alpina B4 (F32) eine eigenständige Alternative zu sportlichen Modellen von Audi und Mercedes und überzeugt vor allem als kultiviertes Langstrecken-Coupé.