Einordnung und Design
Der Abarth 695 (312) basiert auf dem Fiat 500 und bildet in der Modellfamilie die besonders sportliche Spitzenversion im Kleinstwagen-Segment. Der dreitürige Viersitzer trägt betonte Schürzen, große Lufteinlässe und markante 17 Zoll Räder und wirkt damit spürbar dynamischer als der normale Stadtwagen. Individuelle Details und Kontrastakzente verstärken den eigenständigen Auftritt, ohne die typischen Retro-Proportionen des Basisfahrzeugs zu verändern. Im Wettbewerbsumfeld tritt der Abarth 695 gegen Modelle wie den Mini Cooper und andere sportliche Kleinwagen an.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum dominieren ein kleines Sportlenkrad und stark konturierte Vordersitze mit gutem Seitenhalt. Die leicht erhöhte Sitzposition erinnert an den Ursprung als Stadtwagen und verbessert die Übersicht. Ein Mix aus harten Kunststoffen und aufgewerteten Flächen mit Leder oder Dekorelementen betont den sportlichen Charakter. Das zentrale Infotainmentsystem wirkt kompakt, bietet mit Smartphone-Anbindung jedoch alle wichtigen Funktionen. Vorn sitzen zwei Erwachsene ordentlich, im Fond wird es für größere Mitfahrer eng. Der Kofferraum fasst 185 Liter und wächst bei umgeklappter Rücksitzlehne auf 610 Liter, was für den Alltag und kurze Reisen reicht.
Antrieb und Fahrverhalten
Der 1,4 Liter große Turbobenziner leistet 132 kW (180 PS) und stellt 250 Nm bereit. Er baut seinen Schub früh auf und reagiert spontan auf Gasbefehle. Das manuelle Fünfgang-Getriebe ist kurz abgestuft und unterstreicht mit seinem mechanischen Schaltgefühl den analogen Charakter des Fahrzeugs. Der Abarth 695 beschleunigt in 6,7 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 225 km/h, womit er im Kleinstwagen-Segment klar herausragt. Der Motor klingt präsent und steigert den Fahrspaß, kann auf langen Etappen jedoch anstrengend wirken. Straffes Fahrwerk und breite 17 Zoll Reifen sorgen für hohe Kurvengeschwindigkeiten, lassen kurze Bodenwellen aber in den Innenraum durchdringen.
Alltagstauglichkeit, Sicherheit und Kosten
Im Stadtverkehr spielen die kompakten Abmessungen und der kleine Wendekreis ihre Stärken aus, enge Parklücken gelingen leicht. Der Normverbrauch liegt bei 7,2 l Super je 100 Kilometer, im Alltag steigt er bei häufiger Leistungsnutzung spürbar an. Der 35 Liter Tank begrenzt die Reichweite und erfordert auf längeren Strecken häufigere Stopps. Der CO2-Ausstoß von 162 g pro Kilometer führt zur Effizienzklasse F und zu eher hohen Steuer- und Versicherungskosten. Die Sicherheitsausstattung umfasst eine stabile Fahrgastzelle, mehrere Airbags, Antiblockiersystem und elektronisches Stabilitätsprogramm. Reifendruckkontrolle, Geschwindigkeitsbegrenzer, Licht- und Regensensor und eine hintere Einparkhilfe unterstützen im Alltag, moderne Systeme wie Spurhalteassistent oder autonome Notbremse fehlen.
Fazit
Der Abarth 695 (312) richtet sich klar an Enthusiasten, die ein kompaktes, auffälliges und sehr direktes Auto mit starkem Markencharakter bevorzugen. Kraftvoller Motor, agiles Fahrverhalten und markantes Design stehen einem begrenzten Platzangebot, straffem Federungskomfort, hohen laufenden Kosten und überschaubarer Assistenztechnik gegenüber. Als emotionaler Zweitwagen überzeugt der Abarth 695 deutlich, als alleiniger Alltagswagen verlangt er spürbare Kompromisse.