Design und Karosserie
Der Abarth 124 Spider (NF) basiert auf dem Fiat 124 Spider von 2016 und greift bewusst die Formensprache des Klassikers aus den 1960er Jahren auf. Die lange Motorhaube, das kurze Heck und die betonte Schulterlinie zitieren den historischen Vorgänger, während die Technik weitgehend vom Mazda MX-5 stammt. Die Karosserie fällt etwas länger aus als beim japanischen Technikspender, was den Auftritt ruhiger wirken lässt, ohne das handliche Format zu verlieren. Das manuelle Stoffverdeck öffnet und schließt mit wenigen Griffen und verzichtet auf komplizierte Mechanik, was das Gewicht senkt und potenzielle Fehlerquellen mindert.
Innenraum und Platzangebot
Im Cockpit zeigt der Abarth 124 Spider die enge Verwandtschaft zum MX-5: Instrumente, Bedienelemente und Sitzposition orientieren sich klar am Fahrer. Die Verarbeitung wirkt solide, viele Oberflächen bestehen jedoch aus hartem Kunststoff. Die Sportsitze halten in Kurven gut, fühlen sich auf langen Strecken aber eher straff an. Das Raumangebot bleibt roadstertypisch knapp, vor allem Schulter- und Kniefreiheit reichen für große Personen nur begrenzt. Ablagen fallen spärlich aus. Der Kofferraum fasst 140 Liter und nimmt nur wenig Gepäck auf, was den Abarth 124 Spider deutlich in Richtung Freizeit- statt Alltagsauto schiebt.
Antrieb und Fahrverhalten
Prägend für den Abarth 124 Spider ist der aufgeladene 1,4 Liter große Vierzylinder mit Multiair-Steuerung. Im Abarth 124 Spider leistet der Turbobenziner 125 kW (170 PS) und stellt sein Drehmoment früh bereit. Im Vergleich zu den Saugmotoren im verwandten Mazda MX-5 wirkt der Antrieb gelassener und bietet kräftigen Durchzug aus niedrigen Drehzahlen. Das geringe Gewicht, der Hinterradantrieb und die direkte Lenkung sorgen für agiles Einlenken und viel Rückmeldung. Das manuelle 6-Gang-Getriebe schaltet präzise und unterstützt einen engagierten Fahrstil, die optionale 6-Stufen-Automatik eignet sich eher für entspanntes Fahren. Das Fahrwerk federt straff, überträgt Querfugen und Schlaglöcher aber deutlich in den Innenraum. Mit steigendem Tempo nimmt das Geräuschniveau spürbar zu.
Alltagstauglichkeit und Kosten
Der Abarth 124 Spider zielt klar auf Genussfahrten und kurvige Landstraßen. Im Alltag hilft das kompakte Format beim Parken, der enge Wendekreis erleichtert Rangiermanöver in der Stadt. Der Verbrauch liegt je nach Fahrweise meist bei 7 Liter Super und mehr je 100 Kilometer, was für die gebotene Leistung in Ordnung geht, die CO2-Einstufung aber eher im Mittelfeld belässt. Versicherung und Steuer bewegen sich auf sportwagentypischem Niveau. Die Ausstattung mit Assistenzsystemen bleibt einfach: Moderne Helfer wie Spurhalteassistent oder Notbremsassistent fehlen, es stehen nur grundlegende Systeme zur Verfügung. Berichte über Probleme mit der Kühlung des Turboladers machen einen gepflegten Wartungszustand besonders wichtig.
Fazit
Der Abarth 124 Spider spricht Fahrer an, die ein leichtes, puristisches Cabrio mit klassischem Hinterradantrieb suchen und bereit sind, dafür auf Platzangebot und umfangreiche Assistenzsysteme zu verzichten. Sein Reiz liegt im charaktervollen Design, dem lebendigen Fahrverhalten und dem durchzugsstarken Turbomotor. Für häufige Langstreckenfahrten oder den Wunsch nach maximaler Sicherheitsausstattung eignen sich komfortorientierte Kompaktklasse-Cabrios oder der technisch verwandte Mazda MX-5 oft besser. Als emotionaler Zweisitzer für sonnige Tage passt der Abarth 124 Spider gut.