Am 1. Juli 1899 wird im Palazzo Bricherasio von acht Mitgliedern, unter ihnen Giovanni Agnelli, die Gründungsurkunde der Società Anonima Fabbrica Italiana di Automobili Torino unterzeichnet: Fiat ist geboren! Schon ein Jahr später zelebriert man im Corso Dante 35 die erste Einweihung eines Fiat -Werkes mit 150 Mitarbeitern, noch im gleichen Jahr beginnt die Produktion des Modells 3½ HP.
Die Nachfolger 8 HP und 24 HP Corsa erzielen 1902 sogleich erste Rennerfolge. Bis zum Jahr 2006 gelingt es, die Zahl der Belegschaft auf fast 2.500 Mitarbeiter zu steigern. Ein Großteil der Produktion ist bereits für den Export bestimmt, vor allem der rapide steigende Anteil am amerikanischen Markt verheißt Fiat ein gesundes Wachstum. 1910 beschließt Fiat, seine Autoproduktion gänzlich zu erneuern: Zum ersten Mal kommen elektrische Akkumulatoren zum Einsatz, die Fiat-Modelle Tipo 1, 2, 3, 4, 5 und 6 bevölkern die Straßen. Inspiriert von einem Besuch bei den Ford -Werken in den USA beschließt der 1920 zum Präsidenten von Fiat ernannte Giovanni Agnelli den Bau eines neuen Werkes in Lingotto, dessen Einweihung im Jahr 1922 die Initialzündung zu vielen technischen Neuerungen in der Produktionsstrategie Fiats bedeutet: Linkslenkung, Batteriezündung und die ersten serienmäßigen Zylinderköpfe aus Aluminium halten Einzug in die automobile Welt.
Zwischen 1934 und 1936 sorgen die Modelle Torpedo und Spider für neue Absatzrekorde. Der Fiat 500, auch unter dem Namen Topolino bekannt, schafft es bis 1955 sogar, 510.000 Einheiten zu verkaufen. Die rasante Entwicklung des Konzerns führt zur Einweihung des neuesten Werkes von Mirafiori in Turin. 1944 stirbt Senator Giovanni Agnelli, Vittorio Valletta übernimmt die neue Führung des Konzerns. In den folgenden Jahren wird er es sein, der für unzählige technische Neuerungen verantwortlich zeichnet: selbsttragende Karosserie, serienmäßige Belüftungs- und Heizanlage, Gangschalthebel und Einzelradaufhängung, um nur einige wenige zu nennen. Betrug das Aktienkapital im Gründungsjahr noch 800.000 Lire, so liegt es 1953 bereits bei 57 Millionen Lire; die Zahl der Mitarbeiter ist in der Zwischenzeit auf 71.000 angewachsen.
1964 läutet Fiat mit dem 850 eine neue Ära ein. Die zweitürige Limousine bricht sämtliche Fiat-Absatzrekorde: Von diesem Modell werden insgesamt fast drei Millionen Stück gebaut! 1966 sitzt Gianni Agnelli auf dem Präsidentenstuhl von Fiat. Die unter Agnelli gebauten Modellreihen 124, 126, 127, 128 und das 1969 der Öffentlichkeit vorgestellte Dino -Coupé setzen die Erfolgsgeschichte des Konzerns weiter fort. Fiat beginnt Anteile an Ferrari zu erwerben, verleibt sich Lancia ein und gründet im Jahr 1979 schließlich die Fiat Auto S.p.A, die Fiat, Autobianchi, Abarth und Ferrari unter einem Dach vereint.
Doch bereits Mitte der 70er Jahre kommt das Unternehmen, von der Öffentlichkeit zunehmend stärker bemerkt, in ernsthafte Schwierigkeiten. Mit rapider Geschwindigkeit stürzt Fiat auf eine Krise zu, die Mitte der 80er die Grundfeste des Konzerns aufs Heftigste erschüttert. Die Modelle Bravo, Brava, Marea
und Scuda sind nicht in der Lage, an die Erfolge vorheriger Modelle anzuknüpfen. Verfehlte Modellpolitik und Qualitätsmängel beschädigen Fiats Image erheblich. Auch die Modelle Multipla
, Seicento
, Uno
, Panda
, Ducato
, Punto
und Cinquecento
können daran nichts ändern. Die Marktanteile des Turiner Unternehmens sinken dramatisch und bringen Fiat zu Beginn des neuen Jahrtausends an den Rand des wirtschaftlichen Kollapses. Umberto Agnelli, der Sohn des 2003 verstorbenen Gianni Agnelli, versucht mit einem kompletten Restrukturierungsprogramm die gescheiterte Managementpolitik seines Vaters aufzuhalten und die Fiat -Gruppe wiederzubeleben. Modelle wie der Stilo
und der Barchetta
, eine Finanzspritze der Agnelli-Familie von 750 Mio. Euro und eine aggressive Expansionspolitik in die Exportmärkte lassen den angeschlagenen Konzern wieder optimistisch in die Zukunft blicken. Mit der Übernahme von 35% an der angeschlagenen Chrysler
LLC stieg Fiat groß in den US-amerikanischen Markt ein. In Allianz sollen in den USA die Fahrzeuge von Chrysler weiter gebaut werden und mit Fiat ´s Hilfe das marode Unternehmen saniert werden.
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