BMW M1

BMW M1

Den BMW M1 stellen die Münchener Autobauer von Herbst 1978 bis 1981 her, über Nacht avanciert das Geschoss zum Porschejäger für Besserverdienende - dieser BMW ist der Urvater aller Sportlichkeit aus München. Der Preis damals: mindestens 100.000 Mark. Heute müssen Käufer für sehr gut erhaltene Modelle noch wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Der BMW M1 ist der einzige Mittelmotor- Sportwagen des Herstellers und das erste entwickelte Auto der BMW Motorsport GmbH, konzipiert vom Chef Jochen Neerpasch. Anfangs arbeiten die jungen Ingenieure mit Lamborghini zusammen, Gitterrohrrahmen und Karosserien der ersten Prototypen stammen von dort, der Reihensechszylinder kommt aus München und zusammengebaut wurde der Sportwagen schließlich in Stuttgart. In den drei Jahren der Produktion baut BMW insgesamt 453 Exemplare, 399 als Straßenversionen. Trotz der hohen Anschaffungskosten soll BMW bei jedem Exemplar noch ordentlich draufgelegt haben, der Weg bis zur finalen Endkontrolle war aufgrund der aufgeteilten Fertigung weit und teuer. Mit der geringen Stückzahl hat das Auto bis heute nichts an seiner Exklusivität verloren: Für ein gut erhaltenes Modell müssen Interessierte schon mit 150.000 Euro und mehr rechnen. Über das Jahr 2015 hinaus ist der BMW M1 eine lebende Legende mit einzigartiger Komposition aus Antrieb, Design und Fahrleistungen. Der erklärte Konkurrent ist der Porsche 911 - Mercedes hatte in dieser Kategorie nichts entgegenzusetzen. Das BMW Coupé (Typ E26) ist 4359 mm lang, 1824 mm breit, 1138 mm hoch und hat ein Leergewicht von 1300 Kilo. Ein Vorgänger- oder Nachfolgemodell gibt es in dem Sinne nicht.

Pure Power für den BWM M1: Der Reihensechszylinder-Saugmotor M88
Das Triebwerk aus dem BMW M1 wurde zu einem der wegweisenden Triebwerke des Automobilbaus. Der Motor mit mechanischer Kugelfischer-Einspritzanlage und Einzeldrosselklappe leistet mit seinen 3,5 Litern Hubraum 277 PS bei 6.500/min und überträgt 300 Nm bei 5.000/min auf die Kurbelwelle. Der zweiteilige Vierventil-Zylinderkopf stammt aus den CSI-Rennmotoren, das Benzin wird durch je zwei Einlasskanäle in die Zylinder geführt. Seiner Zeit voraus war das vollelektrische digitale Zündsystem, wie auch die Trockensumpfschmierung. Diese verteilt das Öl auch dann noch, wenn dem Piloten beim Querbeschleunigen schon Hören und Sehen vergeht. Zudem ist dadurch der Schwerpunkt optimiert, denn das Motoröl befindet sich nicht in einer großen Ölwanne unterhalb des Motors, sondern in einem eigenen Tank. Die vorhandene Ölwanne sammelt also nur das Öl auf, eine Saugpumpe transportiert es zum Öltank. Solche Technik war zur damaligen Zeit eigentlich nur in Rennwagen verbaut und begeistert motorsportaffine Piloten. Auch die Zweischeiben-Trockenkupplung trägt zum niedrigen Schwerpunkt bei, diese benötigt einen geringeren Durchmesser für die Übertragung desselben Drehmoments als eine Einscheibenkupplung. Gegenüber anderen Straßenmotoren von BMW mit Reihenmotor ist dieser im BMW M1 nicht geneigt, sondern senkrecht stehend verbaut. Neben der serienmäßigen Version gibt es für den Einsatz im Motorsport eine Variante mit 470 PS und für die Marken-WM den Sechszylinder mit Turbo und 850 PS. In der Serienausstattung beschleunigt der längs vor der Hinterachse montierte 300 Kilo schwere Gussmotor das 1,4 Tonnen schwere Auto auf 262 km/h, der Spurt von 0 auf Tempo 100 gelingt in 5,6 Sekunden. Bis zum Verkaufsbeginn des Porsche 911 turbo im Jahr 1983 ist der BMW M1 der schnellste Seriensportwagen der deutschen Automobilbauer und hat der Marke ihren sportlichen Charakter verliehen.

Das Design des BMW M1: klar, kühl und kantig
Das sachliche Design vermittelt schon im Stand den außergewöhnlichen Sportwagencharakter. Die Ursprünge gehen auf die erste Studie des M1 zurück, die der BMW-Designer Paul Braq 1972 erstellt. Die Studie ist mit einem Turbo und Flügeltüren ausgestattet. Der spätere Designer des M1 ist der Italiener Giorgio Giugiaro, der unter anderem den VW Golf gezeichnet hat. Er lehnte sich am Vorbild an, die Flügeltüren verschwanden jedoch und mehr Kanten prägen die Form. Bei seiner Präsentation in kühlem Weiß schlägt der Sportwagen ein wie eine Bombe, die Redakteure der Fachzeitschriften und Kunden sind begeistert.

Die Produktion: ein Puzzle zusammengesetzt an verschiedenen Standorten
Für die Produktion der Sportwagen reichte die Kapazität der jungen Motorsport GmbH nicht aus. Daher kommt der Gitterrohrrahmen von Marchesi in Modena und die glasfaserverstärkte Karosserie von T.I.R. Die Firma Italdesign baute beide Teile zusammen und integrierte die Innenausstattung. Schließlich erfolgte der Einbau der Mechanik bei Baur in Stuttgart. Aufgrund dieser Umwege entspricht die Verarbeitungsqualität nicht gerade heutigen Standards, vielmehr ist jedes Exemplar quasi ein Unikat. Käufer müssen auf Rost achten: Der Gitterrohrrahmen rostet in einigen Fällen von innen nach außen, bei gepflegten Exemplaren ist von Rost jedoch keine Spur. So kann von Spaltmaßen bei der Kunststoffkarosse kaum die Rede sein, hier ist eher massenhaft Platz. Auch das billige Plastik im Innenraum sorgt kaum für Begeisterungsstürme, wobei die Ausstattung nicht spartanisch ist. Die Sitze der Straßenversion sind durchaus kommod, elektrische Fensterheber gehören zum Paket, nur das Platzangebot ist etwas "sportlich" eng. Mit seinem Wendekreis von 13 Metern ist der BMW M1 kein Musterexemplar für das Parkhaus. All das macht aber nach dem Motorstart kaum noch etwas aus, der Sechszylinder kann leise säuseln, lautstark brüllen und bei 5.000 Umdrehungen ein Gewitter auslösen.

Der BMW ist ein Sportwagen für ambitionierte Piloten
Der Motor ist das Herzstück des BMW M1 und dreht wie eine Turbine hoch, der etwas geringe Kopfraum, die schwergängige Lenkung und das zerklüftete Armaturenbrett ändern am Potenzial nichts. Bei seiner Präsentation als Auto der Superlative eingestuft, heben die Tester damals die ausgefeilte Technik und überlegenen Fahreigenschaften hervor. Schon beim Motorensound geraten die Fahrer ins Schwärmen, der 24-Ventiler dreht hoch in ungeahnte Drehzahlhöhen und tönt dabei kraftvoll und muskulös. Zwar ist die Lenkung ziemlich schwergängig, dafür aber auch äußerst präzise. Speziell für diesen Motor wurde zudem die manuelle Fünfgangschaltung von ZF entwickelt, die ihren Dienst ebenfalls sehr exakt ausführt. Mit seinen Fahrleistungen muss sich der Sportwagen auch 30 Jahre später nicht verstecken, Motor und Fahrwerk sind eine Wucht. Mit ungewöhnlich viel Biss hängt der Wagen in jedem Drehzahlbereich am Gas, gerne jenseits der 5.000 U/min. Für eine zuverlässige Verzögerung sorgen die vier riesigen innenbelüfteten Scheibenbremsen, das Fahrwerk macht bei agilen Kurvenfahrten jede Menge Spaß.

BMW M1: Gebaut für den Motorsport - verkauft für die Straße
Der BMW M1 ist ursprünglich für die Rennstrecke vorgesehen, doch Änderungen des internationalen Reglements machen den Sportwagen noch vor seiner Präsentation praktisch überflüssig. Zwar wurde das Auto noch in verschiedenen Serien eingesetzt, letztlich verkauft BMW die meisten Exemplare aber als Straßenversion an Privatpersonen. Beachtung erfährt der Sportwagen in der Procar-Serie von 1979 bis 1980, einem Rahmenprogramm der Formel 1.
Wer heute einen BMW M1 sein Eigentum nennen möchte, muss Glück und das nötige Kleingeld haben. Fahren würde ihn jeder gern einmal. Für Modelle mit nennenswerter Rennhistorie werden auch mal über 500.000 Euro gefordert. Trotz der geringen Stückzahl hat der BMW M1 für viel Aufsehen gesorgt und das Image von BMW nachhaltig beeinflusst. BMW ist dadurch viel sportlicher positioniert als Konkurrent Mercedes und kann gegenüber Porsche-Fans mit viel Achtung rechnen - schließlich hatte der BMW M1 seinerzeit 77 PS mehr als der schnellste Porsche. Der Supersportwagen war seinerzeit eine echte Sensation und hat bis heute nichts an Aufmerksamkeit verloren. Wo das Auto auftaucht, zieht es die Blicke der Passanten auf sich, das kantige Design mischt die kühle Eleganz mit feurigem südländischem Einfluss in gekonnter Weise. Im BMW M1 gilt das größte Lob in jedem Fall dem Motor mit seinem famosen Sound und hoher Drehfreudigkeit.

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