1906 gründet der französische Industrielle Alexandre Darracq in Portobello eine Automobilfabrik. Zu seinem Unglück verlaufen die Geschäfte negativ, so dass er sich im Jahr 1910 gezwungen sieht, die Aktienmehrheit an von der Landwirtschaftsbank gestützte Geschäftsleute zu verkaufen. Die Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili, kurz A.L.F.A, wird gegründet und der Konstrukteur Giuseppe Merosi verpflichtet.
Bereits kurze Zeit später verlässt mit dem 24 HP der erste offizielle Alfa die Werkshalle. Durch den Einbruch der Exportmärkte zu dieser Zeit und das dadurch bedingte Weichen der Autoindustrie zugunsten der Rüstungsindustrie muss Alfa bereits 5 Jahre nach Gründung Konkurs anmelden. Der neapolitanische Maschinenfabrikant Nicola Romeo übernimmt die Firma und macht sie zum Rüstungslieferanten.
Nach Kriegsende und infolge der im Land entstandenen Aufbruchstimmung beschließt Nicola Romeo, dessen Industrieimperium inzwischen zu den größten seines Landes gehört, sich unter anderem wieder dem Automobilbau zu widmen. Alfa Romeo produziert die von Merosi konstruierten Modelle RL & RM mit vorzüglichen Tourenwageneigenschaften. Der damals noch relativ unbekannte Enzo
Ferrari
heuert als Rennfahrer bei Alfa Romeo an, gleichzeitig wird Vittorio Jano von Fiat
abgeworben. Der von ihm konstruierte, 140 PS
starke Rennwagen
P2 gewinnt 1925 die Weltmeisterschaft und macht damit das Unternehmen und das Alfa-Romeo
-Logo weltberühmt.
Man
fährt von einem Rennsporterfolg zum nächsten, und in den folgenden Jahren wird Alfa Romeo zu einer nicht mehr wegzudenkenden Säule des Motorsports. Enzo Ferrari ruft die Scuderia Ferrari ins Leben, den inoffiziellen Rennstall Alfa Romeos. Doch bald erreicht die Weltwirtschaftskrise auch Italien: Musste man sich bereits in den turbulenten 20ern von der Herstellung von Lokomotiven und Landwirtschaftsmaschinen verabschieden, bringt der Börsenkrach 1929 Alfa Romeo an den Rand des Ruins. Eine staatliche Auffanggesellschaft übernimmt Alfa, bindet den angeschlagenen Automobilhersteller in die Finmeccanica-Gruppe ein und ordnet die Prioritäten neu: Dem LKW
- und Flugmotorenbau wird eine erheblich größere Gewichtung zugestanden, der PKW
-Bau wird, trotz konstanter Rennsporterfolge, zur Nebensache. Enzo Ferrari nimmt dies zum Anlass, eigene Wege zu gehen. Als Italien an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg zieht, wird Alfa Romeo zum zweiten Mal in seiner Geschichte zum Rüstungskonzern.
Nach Kriegsende vollzieht das Unternehmen schleichend einen Wandel vom Luxuswagen- zum Serienhersteller. Die Giuletta-Modellreihe ermöglicht letztendlich den ersten Großseriendurchbruch. 1962 entstehen Anzeichen einer Rückbesinnung auf alte Tugenden: Das Modell Giulia
wird vorgestellt und setzt gleichzeitig den Impuls, sich wieder des Motorrennsports annehmen zu wollen. Mitte der 70er Jahre kann man bereits wieder an alte Rennsporterfolge anknüpfen, doch der Preis der Leidenschaft ist hoch: Eine überdurchschnittlich hohe Rostanfälligkeit und Qualitätsprobleme bescheren Alfa Romeo Anfang der 80er Jahre ernsthafte Imageprobleme. Zwar steigt die Qualität mit den Modellen Alfa Romeo 33 und 90 wieder, doch auch die legend
ären Alfa Romeo 75 und 164
können die Übernahme durch Fiat im Jahre 1987 nicht verhindern.
Schon 2 Jahre später wird Alfa Romeo aus der Verlustzone herausmanövriert, neue Modelle wie der Alfa Romeo 145, 146 oder 147
sorgen in der Kompaktklasse für Aufsehen. Der Alfa Romeo 156 wird im Jahr 2000 sogar zum Auto
des Jahres gewählt, der 156 GTA ist jetzt schon ein Klassiker. Die Alfa- Brera
-Studie, die erstmals auf dem Genfer Salon 2002 gezeigt wurde, ist Ausdruck der Philosophie Alfa Romeos, Autos bauen zu wollen, die Sportlichkeit und Eleganz in einer möglichst perfekten Synthese vereinen.
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