Alles, was Du zum VW Caddy 4 ab 2015 wissen musst

VW Caddy 4 (2015-2020) Kaufberatung: Motoren, Preise, Angebot

Vorne kompakt, hinten Kasten: Der VW Caddy ist eine Kreuzung aus Pkw und Nutzfahrzeug. Was er kann und was fehlt: der VW Caddy 4 in der Kaufberatung.

  • Constantin Bergander
  • Veröffentlicht am 07/09/2020, 09:15 AM
VW Caddy drei verschiedene Versionen Frontansicht
Quelle: Volkswagen AG Den VW Caddy gibt es als Pkw und Nutzfahrzeug, außerdem eine lange und eine kurze Version

Es ist nicht leicht, das Fahrzeugsegment des VW Caddy elegant zu betiteln. VW versucht es einst mit dem Wort „Großraumlimousine“. Das ist technisch korrekt – klingt aber eher nach einem Cadillac als nach einem praktischen Caddy. „Hochdachkombi“ ist schon präziser. Sehr zum Missfallen des Herstellers, denn dieser Titel entbehrt jeglicher Eleganz.

Aber das ist nicht der Anspruch des Autos. Der Caddy kombiniert einen kompakten Pkw mit einem Bus-Heck. Von vorn sieht er aus wie ein Touran, von hinten wie ein Würfel. Für Designkniffe bietet diese Form kaum Spielraum, dafür aber mehr Platz als jeder Kombi (oder jede Großraumlimousine). So viel wie der Caddy lädt kaum ein Auto ein.

Der Caddy kann das, weil er zum Teil ein Nutzfahrzeug ist. In seiner Basis bringt er zwei Sitze und viel Fläche mit, sonst nichts. Verschiedene Längen und Bestuhlungen machen ihn zum kargen Lademeister oder zum gemütlichen Familientransporter. Dazwischen sind alle Facetten möglich. In seiner kurzen Ausführung ist er so lang wie ein kompakter Kombi (4,51 Meter). Der Caddy Maxi kommt auf die Länge eines Modells der oberen Mittelklasse (4,98 Meter).

Der VW Caddy in Kürze

  • Hochdachkombi als Nutzfahrzeug oder Pkw
  • VW Caddy 2K seit 2003
  • Großes Facelift auf Caddy 4 in 2015
  • Zwei Radstände: VW Caddy, VW Caddy Maxi
  • Bis zu sieben Sitze
  • Maximal 813 kg Zuladung
  • Kleine Benzin- und Dieselmotoren


VW Caddy
Der VW Caddy

Ein beliebtes Handwerkerauto mit Potenzial zur Familienkutsche.


VW Caddy (2K), 2003-2020: Modellgeschichte, Beschreibung

Seit es den Caddy gibt, hat er Nutzfahrzeug-Gene. In erster Generation besteht er aus einem halben VW Golf 1 und einer Ladefläche. Danach wird aus ihm eine Kopie des Kleinwagen-Transporters Seat Inca mit Polo-Gesicht. 2003 startet Generation 3 mit größerem Chassis und Touran-Antlitz. Kein Zufall: Touran und Caddy teilen sich den vorderen Teil der Architektur.

Hinten konstruiert VW den Caddy eigenständig. Er bekommt Blattfedern und eine Starrachse. Die Kombination spart Platz und trägt hohe Lasten. Abhängig von Motorisierung und Karosserieform schleppt er gut 800 Kilogramm Ladung. Seine größte Karosserie lädt 4,2 Kubikmeter Gepäck ein. Mit diesem Volumen kommen nicht einmal Vans mit. Wer immer noch mehr Platz braucht, muss einen Bus kaufen.

Die rustikale Hinterachse kostet allerdings Komfort. Bei flotter Fahrt versetzen die Räder über Fugen. Auf welligem Asphalt wippt die Karosserie nach, Kanten dämpft das Fahrwerk nur mittelmäßig. Schade, denn die Vorderachse aus dem Pkw-Baukasten macht ihren Job besser. Sie gibt nur härtere Schläge weiter, fängt aber Kopfsteinpflaster weich ab. Seine leichtgängige Lenkung und die deutliche Seitenneigung stören im Caddy nicht sonderlich. Sport ist nicht seine Stärke. Flexibilität schon eher.

Das gilt bereits beim Einkauf: Die Basis mit Nutzfahrzeug-Anspruch fährt mit Blech statt mit Fenstern hinter der B-Säule. Im Caddy Kombi gibt es mehr Glas und Ausstattung. Als Pkw fühlt sich der Caddy gemütlicher an. Allgemein ähnelt er dann mehr anderen VW-Modellen. Beide Caddy-Varianten gibt es mit kurzem (Caddy) oder langem Radstand (Caddy Maxi). VW baut zwei, fünf oder sieben Sitze in einer, zwei oder drei Reihen ein.

Stühle und Bänke lassen sich falten, kippen oder ausbauen. In die zweite Reihe passen drei Kindersitze, zwei von ihnen mit Isofix-Befestigung. Schiebetüren verhindern Dellen in Nachbarautos und erleichtern das Festzurren der Passagiere, wenn die es noch nicht alleine können. Der Kofferraum des Pkw fasst 190 (kurzer Siebensitzer) bis 1.350 Liter (langer Fünfsitzer).

Mehrere Überarbeitungen modernisieren den Caddy in seiner langen Bauzeit. VW spricht ab 2015 von der vierten Generation. Tatsächlich handelt es sich aber nur um ein umfangreiches Facelift, das Antrieb, Elektronik und Optik auf einen neuen Stand bringt. Die Basis ändert sich nicht, sie stammt aus dem Jahr 2003.



VW Caddy 4 (ab 2015) – Zuverlässigkeit, Qualität, Rückrufe

Die ältesten Caddy 4 fühlen sich fast noch frisch an. Sie sind höchstens fünf Jahre alt, absolvieren also im Jahr 2020 ihre zweite Hauptuntersuchung. Fehler finden die Prüfer trotzdem. Das passiert sogar schon beim ersten HU-Termin: Bei Dämpfern, Licht und Bremsen fällt der Caddy laut TÜV Report häufiger auf als andere. 8,3 Prozent der Fahrzeuge fahren mit erheblichen Mängeln zur Untersuchung.

Die lange Bauzeit des Caddy lässt eine konkrete Prognose zu: Fahrwerk und Bremsen bleiben ein Thema, Aufhängung und Lenkung machen hingegen keine Probleme. Der TÜV notiert besonders häufig defekte Lampen, vor allem die Rückleuchten. Im hohen Alter sind Bremsschläuche und Abgasanlagen fällig. Mit der Abgasuntersuchung gibt es keine Probleme.

Die Antriebe des Caddy 4 gelten als solide. Nur der Komfort des automatischen Doppelkupplungsgetriebes ist ausbaufähig. Bei einigen Modellen verschleißen die Laufrollen der Schiebetüren. Manchmal werden Schiebefenster undicht. Achtung: Bei manchen Autos gibt es Rost an der Heckklappe.

Wie gut ist der Caddy im Alltag? Lies hier unseren ausführlichen Test

Zum Start des Caddy 4 sind die meisten Probleme der Baureihe bereits abgestellt. Zwei Rückrufe gibt es dennoch: Frühe Modelle erhalten ein neues Modul für den Fahrerairbag (bereits abgeschlossen, Aktionscode: „69K9“). Einige Fahrzeuge aus 2018 bekommen neue Führungshülsen für die vorderen Kopfstützen (noch aktuell, Code: „72H5“).

VW Caddy Cockpit
Quelle: Volkswagen AG Innen sieht es aus wie im Pkw: Der Caddy übernimmt viel von Golf und Tiguan

Motoren und Getriebe im VW Caddy 4

Als der Caddy 4 startet, sind Experimente mit hoher Leistung bereits beendet. Zeitweise gab es bis zu 170 PS im Caddy. Generation 4 genügen 130 PS (Benzin) bzw. 150 PS (Diesel). Die Selbstzünder im Caddy sind 2,0 Liter groß und mindestens 75 PS stark. Benziner gibt es mit drei und vier Zylindern ab 84 PS. Zudem ist ein Erdgasmotor mit 110 PS verfügbar.

Die Basis rüstet VW mit manuellen Fünfganggetrieben aus. Ab 110 PS kommt ein sechster Gang. Für einige Antriebe sind Doppelkupplungsgetriebe im Angebot. Allradantrieb gibt es nur in Verbindung mit einem Dieselmotor und 122 oder 150 PS.


Autohaus Schweiger GmbH
Der VW Touran

Der VW Touran ist praktisch, sparsam und agil. Nicht ohne Grund ist er der meistverkaufte Van Deutschlands.


VW Caddy 4 Empfehlung: Welcher Caddy ist der beste?

Der beste Motor im VW Caddy

Wer vor allem in der Stadt fährt, könnte mit dem Dreizylinder-Benziner (102 PS) glücklich werden. Der kommt trotz seines kleinen Volumens passabel mit großen Autos zurecht. Besser fühlt sich einer der 1,4-Liter-Vierzylinder an. Die größeren Antriebe entwickeln mehr Drehmoment und fahren souveräner. Kurz vor dem Produktionsende sind nur noch die Leistungsstufen 102 und 131 PS erhältlich.

Wenn ein Diesel zum Fahrprofil passt, genügt ein kleiner: Der 2,0-Liter-Motor mit 102 PS harmoniert gut mit dem Caddy und verbraucht nicht viel. Mehr Kraft bedeutet allerdings im Caddy kaum mehr Durst – und ein vollgepacktes Auto fährt sich mit 122 PS besser als mit weniger Leistung. Wer die maximale Zuladung ausnutzen möchte, sollte zu dieser Variante greifen.

Einige Antriebe im VW Caddy sind von Steuerkettenproblemen (Benziner) oder Abgasbetrug (Diesel) betroffen. Das trifft allerdings nicht den Caddy 4 ab 2015. In ihm arbeiten die jeweils nachfolgenden Motorengenerationen, die diese Probleme abstellen. Alle Varianten erfüllen die Abgasnorm Euro 6, Diesel müssen also kein Fahrverbot fürchten.

Ein Doppelkupplungsgetriebe muss für uns nicht ins Auto. Die manuellen Schaltboxen fühlen sich gut und knackig an, sie machen sogar Spaß. Wenn es eine Automatik sein soll, dann lieber am Diesel. Dort setzt VW eine solide Variante ein, die erfahrungsgemäß selten Probleme macht. Benziner fahren mit einem Siebengang-DSG, das weniger komfortabel und selbstbewusst arbeitet.



VW Caddy: Ausstattung und Extras

Die Caddy-Basis (Conceptline) soll vor allem funktionieren. Luxus gibt es nicht, die Außenspiegel lassen sich nur von außen einstellen. Immerhin sind ein paar Assistenten dabei, zum Beispiel ein Kollisionswarner und eine Berganfahrhilfe. Soll der Caddy im Alltag fahren, empfehlen wir die Ausstattung Comfortline. Die bringt mehr mit als nur die Erfüllung des absoluten Minimums.

VW rüstet das Auto mit Alufelgen, elektrischen Fensterhebern, USB-Schnittstelle, Klimaanlage und Radio aus – also ungefähr mit den Extras, die man in der Kompaktklasse erwartet. Dennoch fehlen einige Funktionen in der Serienausstattung: Elektrische Spiegel, Xenonlampen, Parkhelfer und viele Assistenten kosten Aufpreis. Ebenso die dritte Sitzreihe.

Lohnenswert: Das „Cool & Find-Paket“ für gut 1.000 Euro beinhaltet ein Navigationssystem mit sechs Lautsprechern, Klimaautomatik und eine Sprachverstärkung, die Unterhaltungen im Auto erleichtert. Ein klappbarer Beifahrersitz, Trennnetz und Schiebefenster sollten ebenfalls ins Auto. Mit dem 102-PS-Diesel liegt der Listenpreis im kurzen Caddy bei gut 30.000 Euro. Die große Variante ist fast 2.000 Euro teurer.

Camping mit dem Caddy geht auch: Die Ausstattungsvariante Caddy Beach bringt alles mit, was man braucht, um im Auto zu übernachten. Serienmäßig gibt es eine Liegefläche, Verdunkelung, Taschenlampen und Stautaschen. Gegen Aufpreis baut VW Klappmöbel, Kühlbox und Vorzelt ein. Damit kommt der Caddy noch nicht auf VW-California-Niveau – kostet aber deutlich weniger. Er startet bei rund 28.500 Euro.

VW Caddy mit offener Heckklappe
Quelle: Volkswagen AG Kleiner Camper: Caddy Beach mit Liegefläche und Taschen

VW Caddy 4 gebraucht: Preise und Angebot auf mobile.de

Das Angebot ist groß: Bei mobile.de gibt es fast 7.000 VW Caddy ab Baujahr 2015. Die Preise starten bei rund 5.000 Euro für den Kasten. Pkw-Modelle sind etwas teurer. Ein Drittel der inserierten Autos wird von Benzinmotoren angetrieben, die meisten anderen fahren mit Diesel. Der interessante Erdgasmotor ist ein Exot: Nur gut 100 angebotene Autos sind mit alternativem Kraftstoff unterwegs.

Mit strengen Einschränkungen (maximal 100.000 km, mindestens 100 PS, Pkw-Variante mit Ausstattung Comfortline) verbleiben noch rund 1.000 Anzeigen. Eine ordentliche Auswahl für ein recht spezielles Auto. Benziner starten bei ungefähr 16.000 Euro. Diesel gibt es sogar schon etwas günstiger. Selbst mit deutlich besserer Ausstattung finden wir viele taugliche Kandidaten für weniger als 20.000 Euro.

Der VW Caddy 4 in Bildern

  • VW Caddy drei verschiedene Versionen Frontansicht
    Quelle: Volkswagen AG Den VW Caddy gibt es als Pkw und Nutzfahrzeug, außerdem eine lange und eine kurze Version
  • VW Caddy Alltrack Frontansicht
    Quelle: Volkswagen AG Allradantrieb ist optional beim VW Caddy. Ebenfalls verfügbar: Eine robuste Alltrack-Version
  • VW Caddy Detailansicht Erdgastanköffnung
    Quelle: Volkswagen AG Selten, aber interessant: Der VW Caddy mit Erdgasantrieb
  • VW Caddy Seitenansicht
    Quelle: Volkswagen AG Die Caddy-Basis trägt viel Blech statt Glas
  • VW Caddy mit offener Heckklappe
    Quelle: Volkswagen AG Kleiner Camper: Caddy Beach mit Liegefläche und Taschen
  • VW Caddy Cockpit
    Quelle: Volkswagen AG Innen sieht es aus wie im Pkw: Der Caddy übernimmt viel von Golf und Tiguan
  • Volkswagen Caddy Heckansicht
    Quelle: Volkswagen AG Seit 2015 nennt VW das Modell Caddy 4. Tatsächlich handelt es sich um eine umfangreiche Überarbeitung des Caddy 3
  • Volkswagen Caddy Edition 35 Dreiviertel-Frontansicht
    Quelle: Volkswagen AG Jubiläumsmodell: VW Caddy Edition 35 mit besonderer Ausstattung
  • Ein roter VW Caddy steht vor einer Wand aus rotem Backstein
    Quelle: Peter Besser Der VW Caddy muss sich im Alltagstest beweisen - optisch macht er das in knalligem rot schon recht gut
  • Ein roter VW Caddy mit Alufelgen in der Seitenansicht
    Quelle: Peter Besser Mit seiner Länge von 4,41 Metern fällt der VW Caddy noch überschaubar kurz aus
  • Ein roter VW Caddy in der Heckansicht
    Quelle: Peter Besser Hinter die große, weit nach oben schwingende Heckklappe des VW Caddy passen bis zu 3.030 Liter Ladung
  • Der Kofferraum des VW Caddy fasst in fünfsitziger Konfiguration 918 Liter
    Quelle: Peter Besser In fünfsitziger Konfiguration passen 918 Liter ins Heckabteil des VW Caddy
  • Die Rückbank des VW Caddy lässt sich umklappen, wirklich nutzbar wird der große Laderaum jedoch erst nach dem Ausbau
    Quelle: Peter Besser Die Rückbank des VW Caddy lässt sich umklappen, wirklich nutzbar wird der große Laderaum jedoch erst nach dem Ausbau
  • Blick auf die Rückbank des VW Caddy
    Quelle: Peter Besser Passagiere auf der Rückbank werden in eine ziemlich aufrechte Sitzposition gezwungen
  • Cockpit und Armaturenbrett des VW Caddy
    Quelle: Peter Besser Optisch fast wie im echten Pkw: Das Cockpit des Caddy besteht jedoch weitgehend aus Hartplastik
  • Blick durch die Seitentür auf die Vordersitze des VW Caddy
    Quelle: Peter Besser Die Sitzposition im Caddy unterscheidet sich nur wenig von der in den kleineren VW-SUVs
  • Ein VW Caddy in rot in der Frontansicht
    Quelle: Peter Besser Nicht schick, aber praktisch: Der VW Caddy zeigt im Alltagstest, dass die Fahrzeugklasse für Familien sinnvoll ist
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