Tolle Klassiker zum Schnäppchen-Preis

Sieben Oldtimer für weniger als 5.000 Euro

Oldtimer müssen kein Vermögen kosten. Für weniger als 5.000 Euro sind nicht nur Daily Driver auf dem Markt, sondern auch echte Schmuckstücke.

  • Haiko Prengel
  • Veröffentlicht am 07/19/2020, 07:15 AM
Mercedes-Benz fahrend in seitlicher Frontansicht
Quelle: Mercedes-Benz Evergreen W123: Kein Mercedes wurde öfter gebaut, kaum einer hält länger: Bis heute sind viele W123 nicht kleinzukriegen

Wer das nötige Kleingeld hat, kann Unsummen in Oldtimer investieren. In Zeiten niedriger Zinsen sind sündhaft teure klassische Porsche-, Ferrari- oder Maserati-Modelle lukrative Anlageobjekte geworden. Ihre Preise sind in den vergangenen zehn Jahren regelrecht explodiert.

Doch auch für schmalere Budgets sind Oldtimer eine lohnende Investition. Die allermeisten der aktuell zugelassenen rund 595.000 zugelassenen Oldtimer sind keine Nobel-Sportwagen. Im Gegenteil: Modelle wie der Opel Omega oder ein Mercedes W123 taugen wegen ihrer Zuverlässigkeit auch heute noch als Daily Driver und kosten kein Vermögen. Wir stellen Dir sieben Oldtimer vor, deren Anschaffung weniger als 5.000 Euro kostet.

Der Omega war eine Opel-Revolution

Der Omega stimmt Opel-Fans sofort nostalgisch: Er war der letzte große Wagen der Traditionsmarke mit klassischem Hinterradantrieb. 1986 löst der Omega den etwas altbackenen Rekord ab und erfreut mit frischem Design. Als eines der ersten Serienautos wird der Omega am Computer entwickelt. Das merkt man unter anderem an der hervorragenden Aerodynamik. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei nur 0,28 cw. Das reduziert den Spritverbrauch. Das Raumangebot der Limousine ist dennoch stattlich. Absoluter Lademeister ist der Omega Caravan, damals einer der größten Kombis auf dem Markt. 

Opel Om,ega fahrend in Frontansicht
Quelle: Opel Der Omega ist der letzte große Opel mit Hinterradantrieb und bietet auch nach heutigen Maßstäben feine Fahreigenschaften

Auch die Technik ist solide, der Omega gilt als wartungsarm und schrauberfreundlich. Unter den Motoren finden sich echte Sahnestücke.  Bei den Vierzylindern ist der 2.0i OHC der populärste Motor. Mit 115 PS fährt er recht flott und zeigt sich gleichzeitig sparsam. Ein Genuss sind die Reihensechszylinder. Der 3.0i mit 177 PS ist ein CIH-Gussmotor der alten Opel-Schule und extrem langlebig. Die Krönung ist der 3.0i 24V mit 204 PS. Mit ihm avanciert der Omega Caravan seinerzeit zu einem der schnellsten Kombis (230 km/h Spitze). Wie hieß es doch früher im Ruhrgebiet zu den besten Zeiten der Marke mit dem Blitz? „Opel fahrn is wie wennze fliechst!“ Mehr zum Opel Omega 


Coskun Automobile
Der Opel Omega A

Beim Omega werden Opel-Fans nostalgisch. Der Opel Omega A löst 1986 den Opel Rekord E ab


Der W123 ist der meistgebaute Mercedes

Wer sich einen 200er Mercedes leisten kann, der hat es damals geschafft. Dabei steht wohl kein anderer Daimler so für bürgerliche Werte wie die 1975 eingeführte Baureihe W123. Mit üppigem Chromschmuck und barocken Formen ist der Auftritt konservativ. Dazu kommt eine technische Zuverlässigkeit, dank derer viele W123 bis heute nicht totzukriegen sind. Nach dem VW Käfer ist der Mittelklasse-Benz der populärste Oldtimer in Deutschland.

Allerdings ist der W123 mit fast 2,7 Millionen Exemplaren auch der meistgebaute Mercedes der Geschichte. Das macht die Suche nach einem geeigneten Modell heute erfreulich unkompliziert, obwohl die letzten Exemplare vor 35 Jahren vom Band liefen. Die Palette reicht vom lahmen, aber praktisch unzerstörbaren 200 Diesel bis zum 280er-Topmodell mit K-Jetronic-Einspritzung und 185 PS. Die Limousinen sind unspektakuläre, aber treue Begleiter. Ein Hingucker ist das T-Modell, seinerzeit der erste Lifestyle-Kombi von Mercedes. Das T steht übrigens für Tourismus und Transport, nicht für Turbo.


Gassmann Automobile
Der Mercedes W123

Die Baureihe W123 ist der Urahn der E-Klasse und das bisher meistgebaute Modell von Mercedes-Benz.


3er E 30 – ein Genuss nicht nur für BMW-Fans

Hinterradantrieb, Reihensechszylinder, feines Handling – BMW-Liebhabern muss man die Vorzüge der Baureihe E30 nicht lange erklären. Mit über 2,3 Millionen gebauten Exemplaren ist der 80er-Jahre-3er einer der erfolgreichsten BMW überhaupt. Legendär sind die Motoren. Die Reihensechser in einem 320i oder 325i begeistern mit wunderbarer Laufruhe und herrlichem Klang.

Dazu kommt eine große Modellvielfalt. Neben Zwei- und Viertürer gibt es den E30 auch als Cabrio und Touring. Mehr Infos findest Du in unserer BMW 3er E30 Kaufberatung

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Quelle: BMW Sechs sells: Wer auf sahnige Reihensechszylinder und klassische BMW-Formen steht, kommt am BMW 3er E30 kaum vorbei

Trotz seiner Beliebtheit sind die Preise selbst für gute 3er E30 (noch) erstaunlich moderat. Die meisten Modelle überzeugen als Vierzylinder-Limousinen mit geringen Unterhaltskosten. Aber auch Sechszylinder-Modelle findet man noch für kleines Geld. Das Investment lohnt sich: Der Reihensechszylinder gehört zu den aussterbenden Arten – auch bei BMW. Die Münchner bauen heute auch Autos mit Dreizylinder und Frontantrieb. „Kein echter BMW“, würde mancher E30-Fahrer dazu sagen.


BMW 3er E30 Autohaus Schröder e.K.
Die legendäre E30 Baureihe

Mit 2,3 Millionen gebauten Exemplaren ist er einer der erfolgreichsten BMW überhaupt.


Alfa Romeo 164 überzeugt mit Keilform

Eingefleischte Alfisti müssen im Jahr 1987 schlucken: Damals stellt die Traditionsmarke Alfa Romeo mit ihrem neuen Modell 164 auf zeitgemäßen Frontantrieb um. Bei der Plattform macht man gemeinsame Sache mit Lancia Thema, Fiat Croma und dem Saab 9000. Lediglich das Karosseriekleid des 164 lässt Alfa Romeo eigens bei Pininfarina entwerfen. Eine gute Entscheidung: Heute erfreut der Oldtimer-Alfa mit seiner schicken Keilform. Rund sind an der Limousine eigentlich nur Räder und Lenkrad.

Alfa Romeo 164 fahrend in Frontansicht
Quelle: Alfa Romeo Der Alfa Romeo 164 erinnert mit seinen kernigen Motoren an glanzvolle Zeiten der italienischen Traditionsmarke

Auch die Motoren sind eine echte Wohltat. Schon die TwinSpark-Vierzylinder sind mit 150 PS keine Leisetreter, ihr Sound ist rotzig-frech. Das wuchtige Röhren der Arese-V6-Motoren kann sogar süchtig machen. Das Top-Modell QV (Quadrifoglio Verde) wird 1992 nachgereicht: Der 24-Ventil-Sechszylinder leistet 232 PS und beschleunigt den 164 auf bis zu 245 km/h. Gehören dann auch noch Klimaanlage und Ledersitze zur Ausstattung, ist der Italiener bis heute eine Reiselimousine für echte Genießer.



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Der Alfa Romeo 164

Die Außenhülle des Alfa Romeo 164 wurde bei Pininfarina von Designer Enrico Fumia entworfen


Warum der 924 lange kein echter Porsche war

Man muss kein Millionär sein, um sich einen Porsche-Klassiker leisten zu können. Der günstigste Einstieg in die Welt der Zuffenhausener Sportwagen heißt 924. Im Jahr 1976 kommt der Sportwagen auf den Markt und steht häufig als Zweitwagen in Garagen besserer Wohngegenden. Angeblich finden besonders Frauen Gefallen an dem zweitürigen Coupé.

Porsche 924 stehend in seitlicher Frontansicht
Quelle: Porsche Der Porsche 924 wird mit seiner recht unbekannten, aber feinen Transaxle-Bauweise oft unterschätzt

Für manche Porsche-Puristen ist der 924 dagegen „kein echter Porsche“, weil der Wagen einen Frontmotor hat, der überdies noch von VW stammt. Erst der ab 1986 gefertigte 924 S erhält ein waschechtes Porsche-Aggregat vom 944. Was beide Modelle eint, ist die Transaxle-Bauweise. Durch Frontmotor und das vor der Hinterachse installierte Getriebe ist die Gewichtsverteilung sehr harmonisch. Der Wagen liegt wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Mit dem 924 gibt es also echtes Sportwagen-Feeling – und das zum Volkswagen-Preis.



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Der Porsche 924

Allein im ersten Produktionsjahr 1975 machte der 924 schon 48 Prozent von Porsches Gesamtumsatz aus


Citroën CX löst politische Debatte aus

Wer es extravagant mag, sollte einen Blick auf den Citroën CX werfen. Der Franzose ist mehr Skulptur als bloß ein Automobil. Dabei hat die sonderbare Form des 1974 vorgestellten CX durchaus ihren Sinn. So wird auf Französisch der cw-Wert genannt, der Citroën trumpfte seinerzeit mit sensationell guter Aerodynamik auf. Denn Sparsamkeit steht nach der Ölkrise ganz oben auf der Agenda der Ingenieure. Deshalb belässt es Citroën für den CX bei Vierzylinder-Motoren, obwohl viele Kunden nach einem Sechszylinder für die gehobene Limousine rufen.

Die Vierzylinder bieten eigentlich genug Leistung. Höhepunkt ist 1984 der 25 GTi Turbo mit 168 PS. Plötzlich schafft der CX 222 km/h in der Spitze und löst damit in Frankreich eine politische Debatte über den Nutzen von so viel Motorpower aus. Im Programm bleibt der Turbo trotzdem. Ein Genuss bei allen Modellen ist die legendäre hydropneumatische Federung, die den CX zur eleganten Asphalt-Sänfte macht. Und weil die Hydro-Pneumatik rein mechanisch arbeitet, kann man sie bei einem Defekt sogar relativ leicht reparieren.


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Der Citroën CX

Sein spezielles Design und seine Aerodynamik sind Alleinstellungsmerkmale des Citroën CX.


Der Scirocco wird der erste VW-Sportwagen

Mit dem flotten Scirocco geht Volkswagen Mitte der Siebzigerjahre ganz neue Wege. Plötzlich hat die eher konservative Marke einen waschechten Sportwagen im Programm, zumindest optisch. Entworfen hat das schnittige Blechkleid Designer Giorgio Giugiaro. Der Scirocco wird zum echten Hingucker. Hier findest Du ausführliche Infos zu VW Scirocco und Corrado

Golf Scirocco stehend in seitlicher Frontansicht
Quelle: Volkswagen Golf im Sportdress: Mit einem Scirocco war man früher auf dem Parkplatz vor der Disko der Coolste

Unter der Karosserie arbeitet dagegen solide, aber wenig spektakulär die Großserien-Technik von VW. Technisch basiert der Scirocco auf dem Golf I. Mit dem 1,1-Liter-Motor und 50 PS passiert deshalb auch nicht viel, wenn man auf das Gaspedal drückt. Doch schon 85 PS beim 1,6 machen den nur 800 Kilo schweren Scirocco leichtfüßig. 1976 kommt dann der GTI mit 110 PS und 185 km/h Spitze. Am häufigsten findet man heute den ab 1981 gebauten Scirocco II. Seine Karosserie ist weicher gezeichnet, der Innenraum modernisiert. Zudem ist der Rostschutz beim II-er deutlich besser. Wer einen 16V findet, darf sich sogar über 139 PS freuen. Für einen verkappten Golf war das vor 35 Jahren richtig viel Leistung.


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Der VW Scirocco II

Der VW Scirocco in der zweiten Generation steht auf der Plattform des Golf I


Die Top 7 günstigen Oldtimer in Bildern

  • Citroen CX fahrend in Seitenansicht
    Quelle: Citroen CX Der Citroën CX bietet mit seiner Hydropneumatik-Federung fantastischen Fahrkomfort
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  • Alfa Romeo 164 fahrend in Frontansicht
    Quelle: Alfa Romeo Der Alfa Romeo 164 erinnert mit seinen kernigen Motoren an glanzvolle Zeiten der italienischen Traditionsmarke
  • Porsche 924 stehend in seitlicher Frontansicht
    Quelle: Porsche Der Porsche 924 wird mit seiner recht unbekannten, aber feinen Transaxle-Bauweise oft unterschätzt
  • Golf Scirocco stehend in seitlicher Frontansicht
    Quelle: Volkswagen Golf im Sportdress: Mit einem Scirocco war man früher auf dem Parkplatz vor der Disko der Coolste